Archiv für März 2008

Sandhausen kommt ins Sechzgerstadion

Donnerstag, 13. März 2008

Am Freitag, 14. März um 19 Uhr ist es wieder soweit: Auf Giesings Höhen ertönt der Anpfiff zum nächsten Regionalliga-Heimspiel der Löwen-Amateure. Gegner ist diesmal der SV Sandhausen, der als letztjähriger Aufsteiger aus der Oberliga Baden-Württemberg mächtig für Furore sorgt. Derzeit belegt man den zweiten Platz, mit dem am Saisonende sogar der Durchmarsch in die 2. Liga gelingen würde.

Jubel bei der U23 der SechzigerSandhausen ist eine 14.000 Einwohner zählende Gemeinde 8 Kilometer südlich von Heidelberg. Berühmtester Sohn der Gemeinde dürfte der heutige Fußball-Bundestrainer-Assistent Hans-Dieter Flick sein, der auch von 1980 bis 1985 für den SV Sandhausen spielte.

Bekanntester aktueller Spieler des SVS ist der Portugiese Roberto Pinto, der beim VfB Stuttgart groß geworden ist und für den VfB Stuttgart sowie Hertha BSC Berlin und Arminia Bielefeld in 129 Bundesligaspielen 6 Tore schoss. Nachdem seine Bundesligakarriere einen leichten Knick bekam, wechselte Pinto 2006 zu Grasshoppers Zürich, von wo aus er Anfang 2008 zum SV Sandhausen kam.

Unsere Löwen warten nach der Winterpause leider noch immer auf den ersten Sieg. Im Heimspiel gegen Kassel sah es zwar schon nach einem Sieg aus, doch gelang Kassel in der letzten Sekunde der Ausgleich zum 2:2. Auch beim Auswärtsspiel in Karlsruhe waren die Sechzger von Glücksgöttin Fortuna verlassen. So mussten die Löwen neben einem (nach Meinung aller Experten) unberechtigten Foulelfmeter für den KSC (der zum 1:0 führte) auch hinnehmen, dass ihnen in der Schlussphase vom Schiedsrichter ein glasklarer Elfmeter verweigert wurde. Am Ende stand eine 1:2-Niederlage zu Buche.

Die 1860-Amateure, wie sie von den Fans noch liebevoll genannt werden (im Spielbetrieb des DFB heißt die Mannschaft „1860 II“, innerhalb des TSV 1860 nennt man sie einfach „U23“), haben ein Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren. Trainer Uwe Wolf (90 Bundesligaspiele, davon 9 beim TSV 1860) ist stolz auf seinen Talentschuppen, durften doch heuer in Kapitän Manuel Duhnke, dem österreichischen U21-Nationalspieler Julian Baumgartlinger sowie Jungstürmer Manuel Schäffler (18) bereits drei Hochkaräter aus seinem Kader bei den Profis für Furore sorgen.
 
Im Vorbereitungsspiel gegen den FC Bayern München in der Allianz Arena standen zum Abpfiff sogar 10 Löwen auf dem Platz, die den eigenen Amateuren entspringen. Endstand war übrigens 1:1 und Torschütze ein gewisser Manuel Duhnke…

Auf der Reeperbahn abends um 7

Donnerstag, 13. März 2008

Mit Hacker-Pschorr am MillerntorMontagmorgen, 7 Uhr: Keine unchristliche Uhrzeit für die meisten Menschen und doch war an diesem 10. März 2008 alles anders für rund 40 Münchner: Sie durften mit einem von Radio Gong 96,3 veranstalteten und von Hacker-Pschorr mit Speis und Trank ausgestatteten Bus zum Auswärtsspiel des TSV 1860 München in St. Pauli fahren.

war es der ehemalige Mannschaftsbus der Löwen-Profis, der am Münchner Hauptbahnhof vorfuhr, um die 40 Gewinner nach Hamburg zu kutschieren. 1860-Stadionsprecher Stefan Schneider ließ es sich nicht nehmen, die Sieger persönlich mit einer kurzen Ansprache übers Bordmikro auf die Reise zu schicken. Rund elf Stunden später traf die gutgelaunte Reisegruppe auf der Reeperbahn in Hamburg ein. Dort gings kurz vor 18 Uhr abends Mit Hacker-Pschorr am Millerntorschnurstracks in die „Ritze“, das berühmte Boxerlokal auf dem Kiez. Wirt Sascha empfing die sangesfreudigen Löwenfans besonders herzlich, obwohl sein Lokal schon randvoll war und er fast gar keinen Platz mehr für die lange erwarteten Gäste hatte. Im „Garten“ des Lokals wurden die Löwenfans schließlich mit dem leckeren „Braumeister-Pils“ verköstigt. Später mischten sich sogar Spieler des Eishockey-Zweitligisten SC Riessersee und der Hamburg Freezers unter die Gäste.

Um halb 8 Uhr abends brach der Tross zum wenige hundert Meter entfernt gelegenen Millerntor-Stadion des FC Sankt Pauli auf. Das gleißende Flutlicht erhellte fast den ganzen Stadtteil. 21638 Zuschauer drängten sich auf den Rängen, unter ihnen rund 2000 Löwenfans. Die Löwen mussten leider weiter mit ihrem 2. Sturm antreten, jedoch gab in der 2. Halbzeit der beste Saisontorschütze der Sechzger, Antonio Di Salvo, sein Comeback. Im Tor stand Philipp Tschauner, der damit wieder die Nummer 1 der Löwen ist und den dienstältesten 1860-Spieler, Michael Hofmann, zwischen den Pfosten verdrängt haben dürfte. Tschauner hielt seinen Kasten sauber und sorgte dafür, dass die Löwen mit dem 0:0 seit dem 17. Februar in der Liga ungeschlagen bleiben, auch wenn sie leider seit dem 2:1-Sieg in Kaiserslautern am 8. Februar kein Tor mehr erzielt haben.

Kurz vor 23 Uhr startete der Fahrer den Bus der Radio Gong-Tour zurück nach München. Noch lange waren Spiel und Erlebnis, einmal am berühmten Millerntor in Hamburg gewesen zu sein, ein Gesprächsthema im Bus, doch schon bald verstummten die müden Anhänger. Um 8:30 Uhr morgens traf die Busbesatzung wieder am Münchner Hauptbahnhof ein. Müde, aber um eine Lebenserfahrung reicher. Und wie heißt es so schön: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“….quod erat demonstrandum ?

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