Archiv für Mai 2008

Gänsehaut in Giesing – XX-Tausend Dank an die “Aktion XX-Tausend”!

Montag, 26. Mai 2008

Schon einen Abend vor dem großen XX-Tausend-Spiel war es wichtig, in Giesing zu sein. Nachdem die letzten Vorbereitungen für die große Choreografie getroffen waren, konnte man sich nun den GästenUwe Wolf bei den Choreovorbereitungen aus aller Welt zuwenden. Unter anderem war Paul Österreicher, einer der Gründer der “Ultras Rapid” aus Wien in der Stadt, und so traf man sich NATÜRLICH in einem Giesinger Lokal zum Erfahrungsaustausch.

Als ich am nächsten Morgen um Punkt 9 Uhr am Sechzgerstadion ankam, werkelten die eifrigen Choreo-Helfer schon an der großen Blockfahne für die Stehhalle herum. U23-Trainer Uwe Wolf schaute netterweise auch kurz vorbei, es dürfte so gegen 10:47 Uhr gewesen sein.

Ernst Tanner beim VorpsielUm 11 Uhr war dann offizielle Stadionöffnung und eine halbe Stunde später begann das Vorspiel zwischen der Traditionsmannschaft des TSV 1860 um Bubi Bründl, bei der auch Amateure-Boss Ernst Tanner mitspielte, und der Sternstunden-Mannschaft des Bayerischen Rundfunks. Doch einige Zuschauer mussten sich erstmal verwundert die Äuglein reiben: Franz Maget und Karsten Wettberg, die beiden Vizepräsidenten des TSV 1860, liefen auf Seiten der Sternstunden-Truppe in roten Trikots auf.

Stefan Schneider vor der StehhalleDie Stimmung im engen Sechzgerstadion stieg immer mehr an, ab kurz nach 13 Uhr konnte man erstmals Stefan Schneider, die „Stimme von Giesing“, hören. Als wir in der Stehhalle irgendwann vor dem Anpfiff „Löwenmut“ von Lustfinger sangen, musste ich meine Sonnenbrille aufsetzen, um die Tränen der Rührung zu verbergen. Auch ein sehr laut intoniertes „You´ll never walk alone“, der traditionelle Stadiongesang des FC Liverpool, der um die Welt ging, erzeugte Gänsehaut.

Kurz vor dem Anpfiff trugen Fans in der Stehhalle dann die selbstgebastelten Figuren aus Pappe herein, die die unterschiedlichen Typen aktiver Löwenfans symbolisieren sollten.Choreofigur Eine Darstellung traf einen uns allen bekannten Jogginghosen-Träger unter den Fans, den „Schorri“, besonders gut. In der Westkurve wurden 2600 weiße und blaue Fahnen geschwungen, die die Jungs von „Cosa Nostra“ und „Münchner Freiheit“ in tagelanger Arbeit selbst zusammenklebten.

Nach 20 Minuten machte Regensburg zwar das 0:1 durch einen Elfmeter (warum gabs den überhaupt?), aber die Lautstärke im Sechzgerstadion ging trotzdem weiterhin nur von der Stehhalle aus, auch die Westkurve (mit dem „Rentnerblock“) beteiligte sich an der Anfeuerung. Die Regensburger Fans (rund 400 versammelten sich im Block Q) waren an diesem Tag wirklich nur Randfiguren, aber sie konnten sich an diesem Tag Stehhalle mit Fahnen von Haus aus nicht beschweren, hatten Löwenfans doch sogar ein eigenes Schild mit dem Aufdruck „JAHN“ für die Anzeigetafel für sie produziert.
Leider schafften die Löwen es auch in der 2. Halbzeit nicht mehr, den Rückstand auszugleichen und so war mit dem Abpfiff klar: Jahn Regensburg hat sich für die neue 3. Liga qualifiziert, „Sechzig Zwo“ muss nächstes Jahr in der neuen dreigeteilten Regionalliga (u.a. mit Gegnern wie Waldhof Mannheim, Darmstadt 98, SSV Ulm und SpVgg Bayreuth) ran. Herzzerreißende Szenen spielten sich noch ab, als ein Liebling der Löwenfans sein letztes Spiel für die Löwen (er ist wegen 5. Gelber Karte am letzten Spieltag in Pfullendorf gesperrt) hinter sich gebracht hatte und vor die Stehhalle trat: Björn Ziegenbein verlässt nach sechs Jahren beim TSV 1860 den Verein und wechselt nach Wehen-Wiesbaden. Durch seine umgängliche Art und ein paar Tore gegen die Bayern-AmateureBjörn Ziegenbein vor dem Zaun spielte er sich in die Herzen der Fans und deshalb hatte auch er Tränen in den Augen, als er sich nun von ihnen verabschieden musste.

Ganz sooo schlimm war das aber wiederum dann doch nicht, denn ein Star stand an diesem Tag im Mittelpunkt des Interesses aller anwesenden Fußballbegeisterten: Das Sechzgerstadion. Nachdem es unter früheren Vereinsführungen schmählich im Stich gelassen wurde und Jahr für Jahr vor sich hinrostete, haben es die Aktivisten der Aktion „XX-Tausend“ (XX-Tausend Dank für Eure Energie beim Organisieren dieses Tages!!!), Franz Maget und seine Mitstreiter jetzt geschafft, auf diplomatische Art und Weise politische Mehrheiten für den Erhalt des Sechzgerstadions zu schaffen. Die Choreo-Zaunfahne teilte den 12.600 Zuschauern schließlich zurecht mit: „Münchens Wahrzeichen sind unantastbar“. Dem ist nichts hinzuzufügen!

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Der Spielfeldrand


Dritter Auswärtssieg in Folge – U23 zeigt den Profis, wie man es macht

Mittwoch, 7. Mai 2008

Fernsehturm in Stuttgart-DegerlochAls Fanbeauftragter stand ich am vergangenen Dienstag vor der Wahl: Paderborn auswärts mit den Profis oder Stuttgarter Kickers auswärts mit den Amateuren. Meine Kollegin Jutta Schnell und ich einigten uns darauf, dass sie nach Paderborn fährt und ich nach Stuttgart.

Zuletzt war ich im August 1993 in Stuttgart-Degerloch gewesen, als die Löwen unter Werner Lorant ihren fulminanten Durchmarsch von der Bayernliga in die Bundesliga in einer Saison begannen und mit einem 2:0-Sieg bei den Stuttgarter Kickers den Grundstein dafür legten.

Da ich seinerzeit vergessen hatte, den direkt neben dem Stadion gelegenen (oder besser: stehenden) Stuttgarter Fernsehturm zu besuchen, entschloss sich meine Reisegruppe, Stefan 'Kraiburger' Markt und Andreas Petri auf dem Stuttgarter Fernsehturmbestehend aus Ama-Lion-Redakteur Manuel Böhm, Stefan „Kraiburger“ Markt und Andreas Petri (Mitglied der Satzungskommission des TSV München von 1860 e.V.), vor dem Spiel mit dem Lift auf die Aussichtsplattform zu fahren.

Das strahlend schöne Frühlingswetter belohnte unser Vorhaben mit einem Blick über geschätzte 100 Kilometer. Die Stadt Stuttgart kommt einem gar nicht so groß vor, wirkt von oben eher so groß wie Würzburg. Direkt unter einem liegt das GAZI-Stadion der Stuttgarter Kickers. Als wir von oben hineinschauten in die Kampfbahn, hatten die Löwen-Amateure gerade ihre Platzbegehung.

Jubel der U23 nach dem Sieg in Stuttgart-DegerlochWieder unten angekommen, trafen auch die restlichen 56 Löwenfans am Stadion ein und das Spiel konnte beginnen. Manuel Duhnke machte seinem Ruf als torgefährlicher Zehner wieder einmal alle Ehre und netzte zweimal für die Löwen ein. Durch den 2:1-Sieg der 2. Mannschaft wurden auch die Abstiegsängste ein bisserl gelindert, die durch die schlechten Nachrichten aus Paderborn bei einigen entstanden.

Die jungen Spieler von 1860 (unter ihnen der für Paderborn gesperrt gewesene, für die U23 an diesem Tag jedoch spielberechtigte Mustafa „Mucki“ Kucukovic) bejubelten den Sieg ausgelassen und tanzten zum selbst intonierten Gesang „So gehn die Löwen, die Löwen, die gehn so“ wie bei einer Lambada über den Rasen.

U23-Coach Uwe WolfNach dem Spiel traf ich einen sehr gut gelaunten Amateure-Boss Ernst Tanner und einen mit dem Flutlicht um die Wette strahlenden U23-Coach Uwe Wolf, der in seiner Karriere sogar schon mal in Mexiko spielte (von 1995 bis 1998) und mit seinem ersten Club, Deportivo Necaxa, im Jahr 1996 mexikanischer Meister wurde. Seinen Spitznamen aus dieser Zeit („El Lobo“, der Wolf) erwarb er sich nicht nur durch seinen Namen, sondern vor allem durch sein kompromissloses Stellungsspiel als Verteidiger. Ein unglaublich positiver Typ, der bei Auswärtsfahrten auch schon vor einem Spiel gutgelaunt an Raststätten anzutreffen ist.

Die Profis müssen jetzt das Spiel gegen Osnabrück in Fröttmaning am Sonntag gewinnen, um sich aller Abstiegssorgen zu entledigen, sonst wirds am Schluss nochmal eng. Die Uwe-Wolf-Truppe empfängt am Samstag (14 Uhr) in Giesing den SV Elversberg.

Schwarzes Wochenende für die Löwen – aber 4000 Zuschauer auf Giesings Höhen

Sonntag, 4. Mai 2008

Die Vorfreude auf ein reisetechnisch unstressiges Wochenende mit zwei Heimspielen wurde jäh getrübt durch zwei Niederlagen der bitteren Art:

aa-halbzeitspiel_020508.JPGNach der fünften (!) 0:3-Niederlage der Saison mussten die Löwen-Profis am Freitag dem SC Freiburg alle drei Punkte überlassen. Man merkte das ganze Spiel, dass es für das Team aus dem Breisgau in dieser Saison noch den Platz an der Sonne, der zum Aufstieg in die Bundesliga berechtigt, zu holen gibt, während es für die erste Mannschaft des TSV 1860 München heuer nur noch um die goldene Ananas geht.

Das Spannendste war noch das Halbzeitspiel, bei dem beide Bewerber am Schluss den Ball mit ihren begehbaren Cola-Flaschen einnetzen konnten. Siehe Bildbeweis.

amas-haching_ehrenrunde.JPGAm Samstag schien dafür wieder die Sonne (wobei sie dort eigentlich bei Tag und Nacht scheint, wenn man den Gesängen der Löwenfans und den neuen T-Shirts von Hacker-Pschorr Glauben schenkt) auf Giesings Höhen: Sagenhafte 4000 Zuschauer bevölkerten die altehrwürdigen Tribünen des Sechzgerstadions, als die Hachinger Dorfjugend (verstärkt mit ein paar Ü30-Ex-Löwen) in der Grünwalder Straße aufkreuzte.

Ausgerechnet Michal Kolomaznik, der die ersten beiden Zweitliga-Jahre nach dem Abstieg 2004 bei den Löwen verbrachte, gelang rund zehn Minuten vor dem Abpfiff das Tor des Tages. Der andere tschechische Ex-Löwe im Team der Vorstadttruppe, Roman Tyce, fiel vor allem durch eine gelbe Karte auf.

Ex-EHC München-Stürmer und Premiere-Reporter Basti SchweleRund 700 Hachinger Fans jubelten in der Ostkurve. Den Lautstärkepegel im Sechzgerstadion bestimmten an diesem Tag aber die Löwenfans in der Stehhalle, die sich von den derzeit schlechten Ergebnissen ihrer Mannschaften nicht die Laune vermiesen lassen, sondern sich kräftig auf das XX-Tausend-Spiel am 24. Mai gegen Regensburg einstimmten.

Unter den tausenden Löwen auf den Tribünen wurde auch Ex-EHC München-Stürmer und Premiere-Reporter Basti Schwele gesichtet, der sich jedoch schnell „zum Sonnen“ in die Westkurve verzupfte, und Rapper MC Teekanne, der zahlreichen weiblichen Fans eine Mail mit seinen neuesten Songs ankündigte.

Rapper MC Teekanne mit T-Shirt Grünwalder StadionTrotz der Niederlage durften sich die Löwen-Amateure (unter ihnen diesmal auch Timo Gebhart und Mustafa Kucukovic aus dem Profikader) von ihren Fans auf einer Ehrenrunde feiern lassen.

Am Dienstag geht es für die Profis in Paderborn und für die U23 bei den Stuttgarter Kickers weiter, während am nächsten Wochenende wieder zwei Gelegenheiten bestehen, die Löwenfans vor heimischer Kulisse zu beglücken:

Am Samstag kreuzt die SV „Jenny“ Elversberg im Grünwalder Stadion auf, am Sonntag kommt der abstiegsbedrohte VfL Osnabrück mit weit über 5000 Fans in die Allianz Arena nach Fröttmaning.


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