Pfullendorf – ein feuchtes Vergnügen

PfullendorfZur schon traditionellen Saison-Abschlussfahrt bei den 1860-Amateuren karrte die Fanvereingung PRO1860 am vergangenen Samstag rund einhundert Löwen-Fans mit zwei Bussen ins beschauliche und sonnige Pfullendorf. Erfahrene Auswärtsfahrer wissen, wo´s lang geht, aber wie kann man dem Normalsterblichen die geografische Lage von Pfullendorf erklären?

Die Homepage der Gemeinde gibt folgende Einschätzung der Lage: „Auf halbem Weg zwischen Bodensee unmb-pfullendorf-1.JPGd Donau in der Ferienregion Nördlicher Bodensee.“ Also mitten in der Pampa, ein Provinznest vom Allerfeinsten. Trotzdem hat Pfullendorf fast 14.000 Einwohner. Gregor Gysi war schon mal da und auch die Rodler-Legende Hackl-Schorsch.

Und nun, am 31. Mai des Jahres 2008, fielen insgesamt rund 150 Löwen-Fans in das Dorf ein. Noch dazu aus einem völlig unwichtigen Grund: Das letzte, sportlich bedeutunsglose, Saisonspiel der U23 des TSV 1860 München sollte nicht unbeobachtet bleiben. „Nicht unbeobachtet“ ist auch das richtige Stichwort, denn genau hingeschaut haben bei diesem Sommer-Kick die wenigsten der im Gästeblock anwesenden Löwen.

Aqua UltrasDie Reise stand unter dem Motto „Beach Party“, vor dem Stadionbesuch wurde ein Abstecher ins direkt an den Gästeblock angrenzende Freibad gemacht und aus diesem Grund hatten sich bei der Abfahrt in München auch die „Aqua Ultras“ gegründet. Das scheinbar einzige Ziel dieser Vereinigung war es, den teilnehmenden Badegästen vor allem im Stadion so viele Wassergüsse wie möglich zu verschaffen. Uns wurde ja schließlich erlaubt, aufblasbare Planschbecken und Badewannen-Gummitierchen mit ins Stadion zu bringen. Das Motto „Beach Party“ fand auch bei den Pfullendorfer Sicherheits-Steffi DopplerVerantwortlichen großen Anklang, nochmals herzlichen Dank dafür. Ein Planschbecken wurde während des Spiels ständig mit einigen Litern Wasser befüllt, welches wiederum wahllos bzw zielgerichtet einigen Opfern aus der Löwen-Fanszene drübergeschüttet wurde. Ich blieb gottseidank verschont.

Kurz vor dem Abpfiff fiel übrigens sogar noch ein Tor, Manuel Leicht erzielte in der letzten Sekunde der Saison das ultimativ letzte Tor, Sechzig gewann somit 1:0 und sicherte sich in der Regionalliga-Abschlusstabelle Platz 13. Die 1860-Amateure holten mit ihren 42 Punkten in dieser Spielzeit einen Punkt mehr als die Löwen-Profis in Liga 2. Und nach dem Schluss hatten wir leider auch die pfullendorf-spieler-1.JPGGewissheit, dass ein 3:0-Sieg statt des erlittenen 0:1 gegen Regensburg beim XX-Tausend-Spiel zur Qualifikation für die Dritte Liga gereicht hätte.

Nächste Saison warten jedoch auch in Liga 4 ein paar illustre Gegner auf die U23 der Löwen: Waldhof Mannheim, Darmstadt 98, SSV Ulm, die Spielvereinigung Bayreuth, Viktoria Aschaffenburg und Wormatia Worms qualifizierten sich ebenfalls für die neue dreigleisige Regionalliga. Es gibt also einige neue Gegner. Das nette Pfullendorf bleibt uns aber auch erhalten. Von mir aus könnten wir gleich zum Saisonauftakt im kommenden August wieder dorthin fahren. Im Sommer macht Fußball in der “Ferienregion Nördlicher Bodensee” nämlich richtig Spaß.

4 Kommentare zu „Pfullendorf – ein feuchtes Vergnügen“

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