Heimatabend: Volle Dröhnung in der Stehhalle
Donnerstag, 31. Juli 2008
Wer sich immer schon gefragt hat, warum die Löwenfans ihr Sechzgerstadion so lieben, der muss einfach nur am Mittwochabend den „Giesinger Heimatabend 08“ im Stadion oder rund ums Stadion herum miterlebt haben. Sogar ein befreundeter Bayern-Fan erzählte mir heute von lauten Torjubel, als er abends an der Isar in der Nähe des Giesinger Berges beim Joggen war.
Im Gegensatz zur Zweitliga-Saison 2004/2005, als die Löwenfans von den langen Jahren der Wildmoser-Herrschaft und des Daseins im tristen Olympiastadion mürbe gemacht waren und dröge die Rückkehr nach Giesing für letztlich doch nur 12 Spiele (11mal Liga, 1mal Pokal) über sich ergehen ließen, ist in den letzten beiden Jahren vor allem in der Stehhalle des Sechzgerstadions eine neue Fankultur entstanden: Die jungen Löwenfans haben das Sechzgerstadion für sich entdeckt und brüllen sich die Seele aus dem Leib, was das Zeug hält.
So verwunderte es auch nicht, dass am Mittwochabend Dezibelwerte von über 120 in der Stehhalle gemessen wurden, als die Löwenfans die 1. Mannschaft des TSV 1860 München endlich mal wieder auf Giesings Höhen anfeuern durften.
Das Spiel selbst geriet zur Nebensache, auch sportlich hatte es für Fußball-Feinschmecker nicht viel zu bieten. Wenigstens gewann Sechzig durch ein Eigentor des Lauterer Spielers Martin Amedick in der 80. Minute mit 1:0.
Schon vor dem Spiel versammelten sich die meisten der fast 10.000 Zuschauer in den Kneipen und Biergärten rund ums Sechzgerstadion in Giesing. An Tagen wie diesen holt jeder Löwenfan sein Lieblings-1860-Gewand aus den Schränken, so hatte Stefan „Kraiburger“ Markt sein Hacker-Pschorr-Trikot der Aufstiegsrunde 1990/91 an. Ritsch Ostermeier von den „Innstadtlöwen Wasserburg“ trug sein altes T-Shirt vom Bundesliga-Aufstieg 1994 in Meppen stolz spazieren.
In der Halbzeit moderierte Stadionsprecher Stefan Schneider ein neues Gewinnspiel zur Unterhaltung der Zuschauer: Die sogenante „Giesinger Raupe“:
Dabei treten zwei Teams à 5 Fans (gestern Löwen gegen FCK-Fans) gegeneinander an. Sie müssen zu fünft auf fünf unmgedrehten Biertragerln stehen und ihr Gewicht dann jeweils für kurze Zeit auf vier Kästen verlagern, um den letzten freien Kasten nach vorne zu bringen und um so Meter für Meter vorwärts zu kommen. Für unfreiwliiges Absteigen von den Kästen infolge Verlust des Gleichgewichts gibt es Strafpunkte.
Den Wettbewerb gewannen gestern die Löwenfans um eine Haaresbreite, sie hatten jedoch auch einen Strafpunkt weniger auf dem Konto als die Lauterer Kontrahenten und durften den Gutschein für 60 Kisten Hacker-Pschorr-Bier, also 600 Liter (!) Freibier entgegennehmen. Ein rundum gelungener Abend für Sechzger-Fans.




Den ersten Härtetest für die Löwen gab es vergangenen Samstag vor den Toren der Landeshauptstadt im Hachinger Sportpark. Die Löwen, die sich Ende letzter Saison erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt in der 2. Liga sicherten, hatten sich den Drittligisten SpVgg Unterhaching als Sparringspartner ausgesucht.Â
Ausgerechnet den ewigen Angstgegner Haching, gegen den die Löwenfans schon in den Bayernliga-Jahren zwischen 1982 und 1991 manch bittere Niederlage erdulden mussten. Die 1:5-Pleite im Sportpark Haching vom Dezember 2006 war ja auch noch in frischer Erinnerung.Â
Die Löwen gerieten früh in Rückstand, leider auch noch durch ein Tör des Ex-Löwen Anton Fink, der letzte Saison einer der Shooting Stars bei der U23 des TSV 1860 gewesen ist. 1860-Stürmer Jose Holebas gelang fast postwendend per Kopfball der 1:1-Ausgleich für die Löwen.
Erboste Löwe