Archiv für Oktober 2008

„Ich fand das ganz große Glück, mit Dir im Zug nach Osnabrück….“

Dienstag, 28. Oktober 2008

Wer kennt ihn nicht, diesen Gassenhauer? Der deutsche Komponist Andreas Zaron schuf dieses Meisterwerk deutschen Liedguts im Jahr 1997. Die Interpreten heißen „Cliff und Rexonah“. 

Osnabrück Neue GegentribüneIm Refrain heißt es:
“Ich fand das ganz große Glück/ mit dir im Zug nach Osnabrück.
Du hast mich angemacht/ so kurz vor Offenbach,
wir haben Sekt bestellt, gleich hinter Bielefeld.“

Unter diesem Motto stand auch die Zugfahrt einiger Löwenfans am vergangenen Sonntag ins südwestniedersächsische Osnabrück. Die altehrwürdige „Bremer Brücke“, die Heimat des Vfl Osnabrück, gilt unter Fußballfans schon seit langem als lohnenswertes Ziel. Nicht nur, weil das Stadion ein reines Fußballstadion für knapp 20.000 Zuschauer ist, sondern auch, weil die VfL-Fans sehr nette Leute sind und man in Osnabrück nirgends blöd angemacht wird. 

Nachdem in München nur 219 Tickets für den Gästeblock im Vorverkauf abgesetzt wurden, waren dann doch überraschend viele Löwenfans vor Ort, nämlich gescOsnabrück Löwenfanblockhätzte 600. Die Stimmung war von Anfang an sehr gut. Die Serie von zwei Siegen in Folge machte uns alle optimistisch, dass 1860 endlich auch der erste Sieg gegen Osnabrück gelingen würde. 

Zudem hatte der VfL Osnabrück wenige Tage zuvor die Richtlinien des FC Sankt Pauli übernommen, wonach alle Fahnen, Doppelhalter und sonstigen Utensilien unbegrenzt mitgenommen werden dürfen. Diese Regelung gilt jedoch nur, solange kein Missbrauch des Vertrauens betrieben wird, indem zum Beispiel Rauchbomben gezündet werden. In diesem Falle würden diese Fan-Freiheiten für fünf Jahre verloren gehen.

Kurz vor der Halbzeit ging Sechzig durch ein Tor von Lars Bender-Ersatzmann Nik Ledgerwood mit 1:0 in Führung. Nach der 0:3-Schmach vom Vorjahr war dieses Tor das erste Anzeichen, dass es dieses Mal besser laufen würde. Als nach der Halbzeit auch noch Benny Lauth mit seinem vierten Saisontor ins Tor vor unserer Kurve auf 2:0 erhöhte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

Osnabrück BierfasslaufenIn der Halbzeitpause gab es wieder das berühmte Bierfasslaufen zwischen einem Fan des VfL und einem Löwenfan. Dabei muss man mit einem leeren 30-Liter-Bierfass von der Mitte-zur Torauslinie laufen, an der Eckfahne ein Glas Bier (Sponsor der Osnabrücker ist eine Brauerei) austrinken und wieder zurücklaufen. Unser Kandidat, Flo Hibler von den Blue Pirates Murnau, lief barfuß, hatte aber wie Daniel Graßold im Vorjahr keine Chance und verlor das Rennen. 

Das Flutlicht brannte, weil es wegen der Sommerzeitumstellung an diesem Sonntag nach 15 Uhr schon sehr dunkel wurde. Als der Sieg unter Dach und Fach war, konnte man mit Fug und Recht feststellen, dass es Sechzig gelang, den Osnabrückern die erste Heimniederlage in einem Flutlichtspiel seit über zweieinhalb Jahren beizubringen.

Die Heimfahrt wurde dann auch noch sehr nett. Zwar war ein Teil unserer Reisegruppe für die Heimfahrt um 18:13 Uhr über Bremen gebucht, doch nachdem wir am Gleis erfuhren, dass dieser Zug mehr Verspätung hatte, als uns in Bremen zum Umsteigen zur Verfügung gestanden wäre, buchten wir kurzfristig um und fuhren doch mit dem Großteil der Gruppe um 18:12 Uhr über Hannover zurück nach München. Da wir jedoch im ICE von Hannover nach München keine reservierten Plätze hatten, mussten wir mit Plätzen auf dem Boden im Gang vorlieb nehmen.

Weitere Löwenfans platzierten sich im angrenzenden Bord-Bistro. Jedoch missfiel es dem Schaffner, dass die sparsamen Löwenfans dort keine Getränke konsumierten und nur mitgebrachte Musik aus dem Mini-Ghetto-Blaster hören wollten. Was wiederum keine unbeteiligten Mitreisenden, sondern nur Schaffner massiv störte. Schade, dass es angesichts solcher Klassiker wie dem in der Überschrift genannten Song noch Schlagerbanausen in Deutschland gibt…..

Erster Auswärtssieg – in einem Erstligastadion

Montag, 6. Oktober 2008

commerzbank-arena-2.jpgDie Löwen können doch noch in der Fremde gewinnen. Nachdem Sechzig zum letzten Mal am 8. Februar 2008 in Kaiserslautern 2:1 siegte, wurde nun endlich auch auswärts mal wieder ein Dreier eingefahren: 3:0 hieß es am Ende beim FSV Frankfurt.

Die Buben vom Bornheimer Hang waren an diesem Freitagabend ein willkommener Aufbaugegner, harmloser gehts nimmer, so ist der FSV ein klarer Absteiger. Ein Wettbewerbsnachteil für die Hessen dürfte auch sein, dass sie die ganze Saison in der Heimat der Frankfurter Eintracht austragen müssen, da ihr eigentliches Stadion am Bornheimer Hang drittligatauglich umgebaut wird. Für die FSV-Fans ein Greuel, für die Löwenfans war es eine Attraktion: Über 2000 Fans begleiteten die Marco Kurz-Truppe in die Commerzbank-Arena im Süden Frankfurts.

fsv-frankfurt-031008-009.jpgUm 17 Uhr kamen wir mit dem PRO1860-Bus am alten Waldstadion in Frankfurt an. Zunächst ging es um die Frage, ob die Doppelhalter, wie zuvor angekündigt, reindürfen. Gottseidank gab es nur leichte Kommunikationsprobleme bei der Security-Firma. Auch die Fahnenpässe für die fünf großen Schwenkfahnen, die erlaubt waren, interessierten beim Einlass dann doch niemanden. Komische neue Fußballwelt, in der alles reguliert wird und dann doch unbürokratischer als vorher angekündigt abläuft.

Die Löwen spielten in der 1. Halbzeit so, wie man es zuletzt von ihnen gewohnt war, doch in den zweiten 45 Minuten legten sie los wie die Feuerwehr: Fabian Johnson drosch die Kugel nach rund 53 Minuten ins lange Eck. Und mit seinen 20 Jahren war er schon der älteste Torschütze des Abends, denn: Timo Gebhart und Lars Bender, die auf 2:0 und 3:0 erhöhten, sind beide noch 19 Jahre jung. Wenn es doch nur immer so gut klappen würde, dann hätten wir die begeisterndste Mannschaft Deutschlands. Welcher Club im Profifußball hat sonst ein Team mit einem Durchschnittsalter von 22,09 Jahren?

fsv-frankfurt-031008-010.jpgLars Bender stellte nach der Auswechslung von Benny Lauth (Daniel Bierofka fehlte diesmal wegen Rückenproblemen) auch noch einen neuen Rekord auf, als er mit seinen 19 Jahren die Binde übernahm. Damit ist er der jüngste Kapitän der Löwen aller Zeiten. Bisher war es Matze Lehmann, der mit 21 dieses Amt ausübte.

Die Heimfahrt zog sich dann noch ewig hin, weil unser Busfahrer an jeder gefühlten Rastsätte anhielt. Der Stopp in Weiskirchen war ja noch nachvollziehbar, weil er tanken musste und wir in einem Schnellrestaurant speisen konnten, aber die anderen Stopps machten wenig Sinn, so kamen wir erst morgens um 2:30 Uhr wieder am Sechzgerstadion in Giesing an.

commerzbank-arena-1.jpgAm Samstag sah man dann gutgelaunte Löwen-Spieler auf der Empore des Hackerzeltes. Vor allem Lars Bender ließ sich von hübschen Mädchen feiern. Aber auch Philipp Tschauner war über sein erstes Zu Null-Spiel der Zweitligasaison sehr glücklich. Und diesmal durften die jungen Löwen wenigstens auch Alkohol trinken.


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