„Ich fand das ganz große Glück, mit Dir im Zug nach Osnabrück….“
Wer kennt ihn nicht, diesen Gassenhauer? Der deutsche Komponist Andreas Zaron schuf dieses Meisterwerk deutschen Liedguts im Jahr 1997. Die Interpreten heißen „Cliff und Rexonah“.
Im Refrain heißt es:
“Ich fand das ganz große Glück/ mit dir im Zug nach Osnabrück.
Du hast mich angemacht/ so kurz vor Offenbach,
wir haben Sekt bestellt, gleich hinter Bielefeld.“
Unter diesem Motto stand auch die Zugfahrt einiger Löwenfans am vergangenen Sonntag ins südwestniedersächsische Osnabrück. Die altehrwürdige „Bremer Brücke“, die Heimat des Vfl Osnabrück, gilt unter Fußballfans schon seit langem als lohnenswertes Ziel. Nicht nur, weil das Stadion ein reines Fußballstadion für knapp 20.000 Zuschauer ist, sondern auch, weil die VfL-Fans sehr nette Leute sind und man in Osnabrück nirgends blöd angemacht wird.
Nachdem in München nur 219 Tickets für den Gästeblock im Vorverkauf abgesetzt wurden, waren dann doch überraschend viele Löwenfans vor Ort, nämlich gesc
hätzte 600. Die Stimmung war von Anfang an sehr gut. Die Serie von zwei Siegen in Folge machte uns alle optimistisch, dass 1860 endlich auch der erste Sieg gegen Osnabrück gelingen würde.
Zudem hatte der VfL Osnabrück wenige Tage zuvor die Richtlinien des FC Sankt Pauli übernommen, wonach alle Fahnen, Doppelhalter und sonstigen Utensilien unbegrenzt mitgenommen werden dürfen. Diese Regelung gilt jedoch nur, solange kein Missbrauch des Vertrauens betrieben wird, indem zum Beispiel Rauchbomben gezündet werden. In diesem Falle würden diese Fan-Freiheiten für fünf Jahre verloren gehen.
Kurz vor der Halbzeit ging Sechzig durch ein Tor von Lars Bender-Ersatzmann Nik Ledgerwood mit 1:0 in Führung. Nach der 0:3-Schmach vom Vorjahr war dieses Tor das erste Anzeichen, dass es dieses Mal besser laufen würde. Als nach der Halbzeit auch noch Benny Lauth mit seinem vierten Saisontor ins Tor vor unserer Kurve auf 2:0 erhöhte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.
In der Halbzeitpause gab es wieder das berühmte Bierfasslaufen zwischen einem Fan des VfL und einem Löwenfan. Dabei muss man mit einem leeren 30-Liter-Bierfass von der Mitte-zur Torauslinie laufen, an der Eckfahne ein Glas Bier (Sponsor der Osnabrücker ist eine Brauerei) austrinken und wieder zurücklaufen. Unser Kandidat, Flo Hibler von den Blue Pirates Murnau, lief barfuß, hatte aber wie Daniel Graßold im Vorjahr keine Chance und verlor das Rennen.
Das Flutlicht brannte, weil es wegen der Sommerzeitumstellung an diesem Sonntag nach 15 Uhr schon sehr dunkel wurde. Als der Sieg unter Dach und Fach war, konnte man mit Fug und Recht feststellen, dass es Sechzig gelang, den Osnabrückern die erste Heimniederlage in einem Flutlichtspiel seit über zweieinhalb Jahren beizubringen.
Die Heimfahrt wurde dann auch noch sehr nett. Zwar war ein Teil unserer Reisegruppe für die Heimfahrt um 18:13 Uhr über Bremen gebucht, doch nachdem wir am Gleis erfuhren, dass dieser Zug mehr Verspätung hatte, als uns in Bremen zum Umsteigen zur Verfügung gestanden wäre, buchten wir kurzfristig um und fuhren doch mit dem Großteil der Gruppe um 18:12 Uhr über Hannover zurück nach München. Da wir jedoch im ICE von Hannover nach München keine reservierten Plätze hatten, mussten wir mit Plätzen auf dem Boden im Gang vorlieb nehmen.
Weitere Löwenfans platzierten sich im angrenzenden Bord-Bistro. Jedoch missfiel es dem Schaffner, dass die sparsamen Löwenfans dort keine Getränke konsumierten und nur mitgebrachte Musik aus dem Mini-Ghetto-Blaster hören wollten. Was wiederum keine unbeteiligten Mitreisenden, sondern nur Schaffner massiv störte. Schade, dass es angesichts solcher Klassiker wie dem in der Überschrift genannten Song noch Schlagerbanausen in Deutschland gibt…..
Schlagworte: Benny Lauth
Dieser Beitrag wurde vor am Dienstag, 28. Oktober 2008 um 13:35 Uhr veröffentlicht und unter Allgemeines, Auswärts gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.


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