Archiv für Januar 2009

Hamburg ist immer eine Reise wert…

Freitag, 30. Januar 2009

…selbst wenn einen die Damen, die auf dem Kiez mit Skianzügen auf dem Bürgersteig stehen und auf Kunden warten, nicht wirklich interessieren…

…und die Löwen dort einfach nicht mehr gewinnen können…..

teecainseseyugo-hsv-zug.jpgDas einzigartige Flair aus Hafen, „Tor zur Welt“ und bunter Kneipenszene lockt die Löwenfans immer dann nach Hamburg, wenn 1860 dort spielt, was in den letzten beiden Jahren des öfteren passiert, seitdem der FC Sankt Pauli wieder in der 2. Liga mitmischt. Doch diesmal durften die Löwen endlich mal wieder echte Bundesliga-Atmosphäre schnuppern. Eine gute Pokalfee hatte uns den Hamburger SV auswärts beschert.

Schon kurz nach der Ausloung im Herbst gab es Anfragen aus Fankreisen an mich, ob denn ein Sonderzug geplant werde. Da viele Löwenfans übernachten und nicht direkt nach Spielende wieder heimfahren wollten, kam zwar kein Sonderzug zustande. Aber auch so machte die Organisation von 300 Plätzen in Linien-ICEs und rund 200 Hotelbetten genug Arbeit. Die Fahrten verliefen allesamt sehr reibungsfrei und auch die mitgereisten Bundespolizisten (die Bundespolizei wird für die Sicherheit in Zügen eingesetzt) waren voll des Lobes über die friedfertigen Löwenfans. Dieses Lob wurde den „Jungs in Grün“ auch von vielen Löwenfans zurückgegeben. Lediglich die Bahn spielte nicht ganz mit, so musste ausgerechnet der ICE, in dem ich mich mit rund 100 Fans befand, in Göttingen eine Stunde warten, als er gerade aus dem Bahnhof hinausrollen wollte. hsv-1860-spielszene.jpgTechnische Probleme.Für den Ablauf meines Arbeitstages in Hamburg war das natürlich ein Nachteil, denn ich musste ja noch zwei Hotels in bar bezahlen, damit die Fans ihre Zimmer beziehen konnten. Gottseidank half mir ein junger Fan, die Bezahlung der Zimmer in einem der beiden Hotels zu übernehmen, sodass ich mich voll auf das Einchecken im „Rock´n´Roll-Hotel Kogge“ konzentrieren konnte.

Dieses Hotel ist im Endeffekt eine Punk-Kneipe mit Zimmern oben drüber, abends treffen sich dort ganz normale Bewohner des Stadtteils Sankt Pauli mit den Gästen aus aller Welt. Auch hier haben wir trotz vieler Befürchtungen der Hotelmanagerin (Fans von Celtic Glasgow und Ajax Amsterdam hatten zuletzt in ihrem Haus randaliert und geschlägert) den bestmöglichen Eindruck hinterlassen. Löwenfans sind wieder salonfähig.
Aus Zeitgründen fuhren wir dann zu viert mit dem Taxi in den Volkspark nach Stellingen, wo das Stadion seit meinem letzten Besuch (da hieß es noch „AOL-Arena“) schon wieder seinen Namen änderte, heutzutage ist es nach der „HSH Nordbank“ benannt.

hsv-1860-ehrenrunde.jpgMehr als 2000 Löwen hatten sich an diesem Dienstagabend im Gästeblock der HSV-Arena eingefunden, so machen Auswärtsspiele Spaß. Die Cosa Nostra ließ sich eine nette Choreografie einfallen: Ein überdimensional großer Löwenwimpel mit der Auflistung der drei wichtigsten Titel aus der Vereinsgeschichte des TSV 1860 München: Pokalsieger 1942 und 1964, Deutscher Meister 1966. dazu ein paar Papptafeln. Hier kann man sich die Choreo anschauen, wie sie sich aus Sicht der Hamburger Zuschauer dargestellt hat:

http://www.hsv-forum.de/photo/showphoto.php/photo/902

In der ersten Halbzeit hielten die Löwen gut dagegen, und als alle dachten, wir gehen mit einem 0:0 in die Pause, gab es plötzlich ein Tor für den HSV. Sofort danach schimpften alle Löwen-Fans im Gästeblock, dass ein Hamburger Spieler bei diesem Angriff fünf (!) Meter im Abseits gestanden sei und auch per SMS bekam ich die Nachricht, dass das sogar in Premiere eindeutig zu sehen gewesen ist. Shit happens…

hsv-fahnelowenfans-kiezklause.jpgDie zweite Halbzeit diente dann dazu, die neuen Spieler zum ersten Mal zu besichtigen, denn in der 2. Dreiviertelstunde spielten die Löwen in Richtung unseres Blockes und so fiel auf, dass Löwen-Heimkehrer Stefan Aigner schon sehr oft am Ball ist, lediglich die Effektivität, sich auf dem rechten Flügel auch so oft durchzusetzen, fehlt noch. Auch Marvin Pourie wurde eingewechselt, aber kurz danach fiel das 2. Tor für den HSV und alles war vorbei. 

Alle drei Tore des HSV wurden vom zukünftigen Bayern-Spieler Ivica Olic erzielt. Doch auch ohne diese drei Treffer wurde er von den Löwenfans von Anfang an als „Bayern-Sau, Bayern-Sau!“ beschimpft.
Nach dem Spiel vergnügten sich die meisten der 2000 Löwenfans auf dem Kiez, auch ich hatte mit vielen Löwenfans viel Spaß, leider führen nicht alle Auswärtsfahrten in Weltstädte wie Hamburg….

Am Sonntag gehts wieder mit der 2. Liga weiter, der SC Freiburg kommt nach Fröttmaning. Lassen wir uns überraschen, welche Lehren unsere Spieler aus der Pokalpleite gezogen haben.


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