Mit dem Partybus nach Ingolstadt – 3 Punkte mitgenommen

busabfahrt-2.jpgDem einen oder anderen werden schon mal die Partybusse aufgefallen sein, die in Freitag-und Samstagnächten immer durch die Münchner Innenstadt rollen. Nachdem neulich Fans des EHC München die zwei Busse der „Clubline“ mieteten, um zum Auswärtsspiel nach Bad Tölz zu fahren, kopierte nun PRO1860 diese großartige Idee und charterte ebenfalls zwei Busse, um fast 200 Löwenfans auf möglichst vergnügliche Art und Weise nach Ingolstadt zu bringen.

Um 9:30 Uhr traf man sich vor dem Sechzgerstadion, um auf die zwei Busse der Clubline zu warten, um kurz nach 10 Uhr gings dann los. Ich war dabei und hatte irgendwie nie das Gefühl, zu einem Auswärtsspiel der Löwen zu fahren. Eine lange Bar mit Discokugel im vorderen Teil des Gelenkbusses und eine Tanzstange in der Mitte versetzten uns alle mitten ins Nachtleben. Nachdem wir zwei Stunden unterwegs waren (zwei kleine Pinkelpausen durften natürlich auch nicht fehlen), kamen wir kurz nach 12 Uhr in Ingolstadt an.

clubline-3.jpgDas TUJA-Stadion ist ja der alte Sportplatz des ESV Ingolstadt im Stadtteil Ringsee und für zwei Jahre die übergangsweise Heimstätte des 2004 gegründeten FC Ingolstadt. Es liegt direkt auf der anderen Seite des ICE-Bahnhofs Ingolstadt, sodass viele Löwenfans auch bequem mit dem Zug anreisen konnten, insgesamt dürften es fast 5000 Sechzger im kleinen alten ESV-Stadion gewesen sein.

Alle Tore fielen in der 1. Halbzeit, der Spielverlauf war jedoch ungewöhnlich: Bereits in der 2. Minute das 1:0 für die Löwen durch Lauths 9. Saisontor, dann Ausgleich nach einem von Rukavina verschuldeten Foulelfmeter und 2:1-Führung für den FCI, doch noch vor der Pause glichen die Löwen durch Markus Thorandt aus und gingen mit einem Kopfballtreffer von Lars Bender 3:2 in Führung.

ingolstadt-schalparade.jpgKurz vor der Pause gabs dann noch eine Szene, über die www.tsv1860.de wie folgt berichtet: „Direkt vor Uwe Wolfs Coaching-Zone sprang Innenverteidiger Wenczel mit Anlauf Lauth von hinten in die Beine. Wolf echauffierte sich über dieses Szene, die fast an eine Tätlichkeit grenzte. Plötzlich stand FCI-Trainer Thorsten Fink vor der Löwen-Bank, beteiligte sich ebenfalls vehement an dieser verbalen Auseinandersetzung. Und was machte Schiedsrichter Kinhöfer? Anstatt Fink, der seine Coaching-Zone verlassen hatte, alleine auf die Tribüne zu schicken, musste Wolf ebenfalls den Weg nach oben antreten. Dagegen durfte der Übeltäter und Auslöser dieser Szene, Verteidiger Wenczel, weiterspielen. Er sah lediglich Gelb.“

ingolstadt-spielerjubel.jpgEinige Löwenfans bekamen gar nicht mit, dass Uwe Wolf und Ingolstadts Trainer Fink auf die Tribüne mussten. Die Stimmug im Löwenblock war sehr gut, auch wenn dieser aus allen Nähten platzte, es waren definitiv mehr als die zugelassenen 2.450 Menschen drin.

Ich platzierte mich mit meinem Gips am linken Fuß im Innenraum, auch um bei Rauchbomben mäßigend auf den Löwenblock einwirken zu können, doch außer ein paar grünen und gelben Rauchschwaden zu Beginn des Spiels gabs keine weiteren pyromanischen Aktionen mehr.

benny-lauth-ingolstadt.jpgDie Löwenfans haben diesmal wieder ihr Image verbessert, denn die von einigen Ingolstädter Verantwortlichen befürchteten Rangeleien in den Blöcken, in denen drohte, dass sich Fans beider Lager vermischen, blieben aus. Auch, weil wir ja am Montag zuvor auf einer Sicherheitsbesprechung den Kompromiss gefunden hatten, dass Löwenfans mit Stehplatzkarten nur in die Blöcke D, B2 und C3 reingelassen werden. Rein theoretisch konnten Ingolstädter und Löwenfans an den Kiosken in der Halbzeit trotzdem aufeinandertreffen, aber wozu sollten sich 1860-und FCI-Fans prügeln?

Nach dem Spiel lobten alle die friedliche Atmosphäre auch seitens der eingesetzten Polizisten. Das hatten wir alles leider auch schon anders erlebt. Aber diesmal lief alles wie am Schnürchen. Ich persönlich freue mich, dass wir einem Fusionsverein wie dem FC Ingolstadt 04 die Grenzen aufgezeigt haben und nun 9 Punkte vor dem möglichen Absteiger liegen.  Weiter gehts am Freitag um 18 Uhr in Fröttmaning gegen den FSV Frankfurt.

3 Kommentare zu „Mit dem Partybus nach Ingolstadt – 3 Punkte mitgenommen“

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