Eine Reise in eine längst vergangene Zeit – 2:3 in Darmstadt

darmstadt-gasteblock-vorm-spiel.jpgAm Samstag, 21. März 2009 fand endlich das erste Auswärtsspiel der U23 statt (nachdem zuvor zwei Spiele in der Fremde witterungsbedingt abgesagt wurden). Zu viert verließen wir München morgens um acht Uhr mit einem PKW, das Navigationssystem führte uns nach Darmstadt in Südhessen.

Genau eine Stunde vor Spielbeginn trafen wir im „Stadion am Böllenfalltor“ des SV Darmstadt 98 ein, es war wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit. darmstadt-anzeigetafel.jpgDenn: Das Stadion ist seit meinem letzten Besuch (die Löwen-Profis hatten dort 1991/92 zwei Spiele und verloren zweimal) völlig unverändert, die Tribünen dümpeln und vegetieren vor sich hin.

In Zeiten, in denen jede Kleinstadt ihre „Hier könnte Ihr Firmenname stehen“-Arena bekommt und aus Dorfplätzen nicht nur Stadien, sondern gleich Hallenbauten gezaubert werden, bilden Darmstadt und sein Böllenfalltor eine wohltuende Alternative zu all den Bauten mit bargeldlosem Zahlungsverkehr und seelenlosem Entertainment-Betrieb.

Die alte Anzeigentafel in der ursprünglichen Gästekurve zeigt nur kyrillische Zeichen an, beim Anblick dieses Relikts fühlt man sich wie im Ostblock. lilienkurier-stummer-verkaufer-1.jpgWitzig ist, dass man nach Betreten des Stadions die Stadionzeitung (wie in München die Tageszeitungen) aus einem stummen Verkäufer entnehmen kann, hier wird auf die Fairness der Käufer vertraut.

Die rund 90 bis 100 Löwenfans platzierten sich im heutigen Gästeblock, der sich am Rand der Gegentribüne befindet. Die Sonne wärmte uns, zum ersten Mal nach langen quälenden Wintermonaten kamen Frühlingsgefühle auf. Die Jungs von der “Reihe36″ zogen sogar ihre T-Shirts aus, so warm war es. Kein Wunder, auch der kalendarische Frühling war angebrochen. Einen Tag später in Fürth bemerkte man davon jedoch nichts mehr.

reihe-36-darmstadt.jpgDas Spiel wogte in der 1. Halbzeit hin und her: Sechzig ging 1:0 in Führung (Nico Hammann), musste das 1:1 hinnehmen, ging wierder 2:1 in Führung (Florian Tausendpfund) und kassierte wieder den Ausgleich, doch danach kam auch noch der 3:2-Führungstreffer der „Lilien“. In der 2. Halbzeit tat sich nicht mehr so viel, es blieb beim 2:3 aus Sicht der Löwen.

In Bruchsal bei Karlsruhe machten wir auf dem Rückweg noch Halt an einer Raststätte, weil es dort ein amerikanisches Schnellrestaurant gab. beamten-kundige-szene-darmstadt.jpgDort entdeckte ich an einem Verteilerkasten noch einen Aufkleber der Ultras Darmstadt, der auf den Begriff des „Szene-Kundigen Beamten“. also die Zivilpolizisten beim Fußball, Bezug nimmt.

An der Raststätte Gruibingen auf der Schwäbischen Alb traf man noch besoffene Gladbach-Fans aus Heidenheim beim Tanken, wenigstens war der Fahrer nüchtern. Unglaublich, wo die Fohlen überall ihre Anhänger rekrutieren. Um 21 Uhr kamen wir wieder in München an.

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1 Kommentar zu „Eine Reise in eine längst vergangene Zeit – 2:3 in Darmstadt“

  1. corian sinks sagt:

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