5:1! Mit Uwe Wolf kehrt die Spielfreude zu den Löwen zurück
Montag, 2. März 2009
Zahlreiche Leserbriefschreiber hatten in den vergangenen Wochen in den Münchner Boulevard-Blättern ihren Unmut über die Spielweise des TSV 1860 unter Trainer Marco Kurz geäußert. Ich habe bis zuletzt immer gedacht, dass es definitiv nicht an Marco liegen kann, weil er mir als Kollege einfach sympathisch war.
Die Vorstellung, die die runderneuerte Mannschaft beim 5:1-Sieg gegen den FC St. Pauli am Sonntag gab, gibt jedoch all denen Recht, die vorher so vehement über Kurz schimpften: Schon nach 7 Minuten ging Sechzig 1:0 in Führung (durch Lars Bender) und nach 11 Minuten stand es bereits 2:0 (durch Manuel Schäffler). Das war noch nichts besonderes, denn gegen Ahlen waren die Löwen neulich noch früher in Führung gegangen und mussten am Ende doch noch zittern. Aber diesmal war alles anders:
Als Fabian Johnson in der 22. Minute das 3:0 erzielte, da war jedem der 28.500 Zuschuaer klar, dass diese Löwen wieder Spaß am Fußballspielen haben müssen. Denn Johnson hinterließ in den letzten beiden Jahren als Linksverteidiger nicht den Eindruck, zurecht Stammspieler zu sein. Dabei hatte er in der Jugend immer viel offensiver gespielt. Uwe Wolf brachte den U23-Spieler Michael Schick neu ins Spiel und rückte Fabian Johnson, den Sohn einer Löwenstüberl-Bedienung, weiter nach vorne - schon machte Johsnon eines seiner besten Spiele im Dress der ersten Mannschaft von Sechzig.
Zwar musste der ins Tor zurückgekehrte Löwen-Klassiker Michael Hofmann danach ein Gegentor des FC St. Pauli (Hoilett, 33. Minute) hinnehmen, doch durch das 8. Saisontor von Benny Lauth (39. Minute) gingen die Löwen mit dem höchsten Halbzeitstand seit langem in die Kabine.
In der 2. Halbzeit gab es dann noch ein Kopfballtor des ebenfalls ins Team zurückgekehrten Torben Hoffmann, der die Löwenfans immer noch durch seine geballten Fäuste animiert, wenn die Abwehr mal wieder einen gefährlichen Angriff des Gegners entschärfte.
Die Stimmung in der Arena war natürlich auch so gut wie lange nicht mehr. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ hatte man lange nicht mehr von den Löwenfans gehört. Nach dem Spiel kreisten viele Gespräche um die Frage, wann Sechzig denn zuletzt so hoch gewonnen habe. Mir fiel sofort das 5:0 gegen Aue am 16.12.2007 sein, aber auch das 5:1 gegen Burghausen am 05.02.2007 – damals hieß der Trainer noch Walter Schachner.
Vor dem Spiel schaute übrigens Geschäftsführer Manfred Stoffers im 1860-Fanraum vorbei und unterhielt sich trotz knappen Zeitplans angeregt mit Löwenfans. Volksnähe wird bei Sechzig nun wieder groß geschrieben.
Die nächsten Spiele werden zeigen, ob der Uwe-Wolf-Effekt sich bestätigt, oder ob der grandiose Sieg gegen die Kiez-Kicker nur eine Eintagsfliege war. Zu wünschen wäre Uwe Wolf, dem gesamten TSV 1860 und allen leidensgeplagten Löwenfans, dass nun (wie in der Bibel) nach sieben Jahren Dürre sieben fette Jahre anbrechen.


