Archiv für April 2009

1:1 in Oberhausen – Wo Fußball noch Maloche ist

Montag, 27. April 2009

oberhausen-stadion-niederrhein.JPGUm 5 Uhr klingelte der Wecker – um 6:28 Uhr ging der ICE am Münchner Hauptbahnhof. Leider gabs unterwegs einen „Notarzteinsatz mit polizeilichen Ermittlungen“ und 30 Minuten Verzögerung. So hatte ich in Mannheim eine Stunde Zwangs-Aufenthalt (weil der Nachfolgezug natürlich auch eine halbe Stunde verspätet war). Statt um 12:13 Uhr kam ich dann erst um 13:32 Uhr am Oberhausener Bahnhof an. Dort traf ich meine Exfreundin Mel aus Dortmund.

oberhausen-blick-aus-katakomben.JPGMit weiteren Löwenfans, die ebenfalls spät dran waren, charterten wir ein Großraumtaxi, sodass jeder für 3 Euro schnell zum Stadion kam. Ein paar Schwenkfahnen wurden nicht eingelassen, insgesamt ist das immer eine sehr mühselige Angelegenheit, wenn Vereine die Anzahl der Fahnen vorgeben und man sich daran halten muss.

Ich stand dann die ganze Zeit des Spiel im Innenraum des Niederrhein-Stadions und freute mich über den Flair dieses alten Stadions. oberhausen-gasteblock.JPGMein Fanbeauftragtenkollege vom RWO erklärte uns zwei, drei Dinge rund um die Stadion-und Vereinshistorie, während im Löwenblock, also in Sichtweite, alles ruhig blieb.

Nach dem frühen 0:1 gab es irgendwann gegen Ende der 1. Halbzeit Eckball für Sechzig. Michael Schick, die Neuentdeckung von Trainer Uwe Wolf, zirkelte den Ball genau auf den Kopf von Torben Hoffmann, der den Ball unhaltbar für den RWO-Keeper ins Netz wuchtete. oberhausen-sven-bender.JPGIn der 2. Halbzeit war Sechzig zwar aktiver, doch insgesamt war das ganze Spiel eine fade Angelegenheit.

Der Star war für mich an dem Tag das Stadion, welches einfach noch eine alte Kampfbahn ist, die es im Ruhrpott öfters als anderswo noch gibt. Hier atmet man die Luft des Steinkohlebergbaus und der Maloche auch auf dem Platz förmlich ein. Ein Blick in die Stadionkatakomben bestätigte diesen Eindruck. Nachdem ich das Niederrhein-Stadion nach 30 Jahren Fußball jetzt erst zum ersten Mal betrat, freue ich mich jetzt schon auf das nächste Spiel in Oberhausen.

oberhausen-mel.JPGAm Schluss mussten wir noch die zahlreichen Zaunfahnen der Löwenfans abhängen, Mel half mir dabei. Danach ging ich mit ihr in Oberhausen essen, bevor um 18:23 Uhr wieder die Heimreise über Duisburg und Köln nach München antreten musste. Um kurz nach Mitternacht betrat ich heimischen Boden. Müde von zwei Auswärtsfahrten am Stück, aber glücklich über die schönen Erlebnisse. Oberhausen war für mich eine Reise wert.

4:0 im Frankenstadion – beste Auswärtsfahrt des Jahres

Montag, 27. April 2009

nurnberg-1.JPGEin scheinbar bedeutungsloses Auswärtsspiel der Löwen-Amateure wurde am vergangenen Samstag zur entspanntesten und lustigsten Auswärtsfahrt des Jahres. Natürlich trug die sommerliche Wärme den Hauptteil dazu bei, dass alle Beteiligten glücklich waren, aber auch die Mannschaft ließ nicht locker und schenkte uns 4 Tore in einem WM-Stadion – was will das Löwen-Herz mehr?

nurnberg-4.JPGUm 9:05 Uhr gings am Münchner Hauptbahnhof los – mit einem Regionalzug nach Nürnberg, da sollte nichts schief gehen. Doch denkste, der ganze Zug war wegen des Sommerwetters überfüllt mit Ausflüglern und so blieben für uns nur Stehplätze bzw Sitzplätze auf dem Boden des Gepäckwagens.

In Nürnberg teilte sich die Gruppe der rund 40 Löwenfans dann, die einen wollten rund drei Stunden vorm Spiel schon zum Stadion, die anderen wollten noch in der Stadt bleiben. Ich blieb bei der Innenstadtgruppe und wir entdeckten schlussendlich eine Strandbar, die mittags noch nicht bewirtet war. Machte nichts, wir hatten eh unsere eigenen Getränke bei einem Kiosk geholt. nurnberg-3.JPGLeider wurden wir dann unsanft rausgeschmisssen, als eine Kellnerin den Dienst begann, wir versprachen (oder drohten?) aber unsere Rückkehr nach dem Spiel an.

Mit der Trambahn gings dann zum Dokuzentrum in Stadionnähe, wo wir bemerkten, dass auf dem Festivalgelände von Rock im Park gerade Volksfest war. Mit weißen Regencapes, von denen uns 40 Stück geschenkt wurden, gings anschließend zu Fuß zum Frankenstadion, welches wir gegen 14:05 Uhr erreichten.

Die Mannschaft von Trainer Dieter Märkle war auch von der Sonne beseelt und schoss die favorisierten Amateure des 1. FC Nürnberg 4:0 ab. Ich unterhielt mich viel mit meinem Nürnberger Fanbeauftragtenkollegen. nurnberg-2.JPGIm Block stieg die Stimmung minütlich an. Irgendwann standen alle aktiven Fans barfuß und teilweise in Badeklamotten da – aus der Strandbar waren wir daran schon so gewöhnt.

Nach dem Spiel waren auch die uns begleitenden USK-ler sehr dafür, dass wir in die Strandbar zurückkehrten und so kam es dann auch. Man konnte dort im Freien lecker essen, im Sand liegen und hin und wieder kam es auch vor, dass sich Teile unserer Reisegruppe gegenseitig mit Sand bewarfen. Alles nur Spaß. Irgendjemand prägte den Spruch von der „schönsten Zeit unseres Lebens“. nurnberg-5.JPGZumindest macht Auswärtsfahren gleich noch viel mehr Spaß, wenn man nebenbei im Strand liegen und sich sonnen kann.

Um 19:08 Uhr mussten wir aber den schönsten neu entdeckten Teil Nürnbergs verlassen, weil unser Zug nach München ging. Und ich musste auch so früh wie möglich ins Bett, weil am nächsten Tag mein Zug nach Oberhausen sehr früh losfuhr.

Montagsspiel: Riesige Blockfahne und geklautes Wembley-Tor in Fröttmaning

Dienstag, 21. April 2009

Wieder einmal legte die DFL ein Spiel zwischen dem TSV 1860 und dem 1. FC Kaiserslautern auf einen Montag, das zweite Mal in dieser Saison. Die Fans aus der Pfalz protestierten dagegen mit ihrem großen Transparent „We don´t like mondays“ (wie der fast gleichnamige Hit von den „Boomtown Rats“ mit Bob Geldof aus den 80er-Jahren). 

Die Löwenfans, vor allem die aktiven Jungs der „Cosa Nostra“, hatten für das Spiel gegen die Freunde aus der Pfalz einige Wochen Arbeit investiert und eine 50 mal 20 Meter große Blockfahne gemalt, auf der einfach nur „Turn-und Sportverein 1860 München“ stand, dazu gabs das Zaunspruchband „Ein Leben im Bann einer Stadt, eines Vereins, einer Sache“.

Ein paar Minuten, nachdem die Blockfahne wieder nach oben gerollt wurde, damit die Löwenfans im Unterrang auch das Spiel verfolgen können, schlug es im Tor vor der Nordkurve ein: Michael Schick, der vom Trainerwechsel am meisten profitierte und unter Uwe Wolf zum Stammspieler wurde, zuletzt in Koblenz jedoch für Nikola Gulan Platz machen musste, war ins Team zurückgekehrt und hatte in der 6. Minute mit einem platzierten Freistoß ins Kreuzeck für das 1:0 gesorgt. Leider kam Kaiserslautern in der 24. Minute durch Erik Jendrisek zum 1:1-Ausgleich.

Spannend wurde das Spiel dann erst wieder in der Schlussphase: In der 84. Minute pfiff Schiedsrichter Manuel Gräfe, der uns schon einmal Ende 2004 im Sechzgerstadion gegen Fürth verpfiffen hatte, plötzlich einen Handelfmeter für Kaiserslautern, Jose Holebas soll ein absichtliches Handspiel begangen haben. Michl Hofmann sprang in die Bresche und hielt den von Anel Dzaka getretenen Ball.

Kurz vor Schluss kam Fabian Johnson 30 Meter vor dem Tor der Lauterer an den Ball, lupfte das Leder mit viel Gefühl über Torwart Sippel an die Latte, von dort sprang der Ball nach unten, hinter die Linie. Der schwache Schiri entschied auf „kein Tor“ und ließ weiterspielen. Ein Wembley-Tor in Fröttmaning, sehr zum Ärger aller Löwenfans. Jeder zweite Löwe in der Nordkurve bekam von Freunden, die das Spiel zuhause im DSF verfolgten, eine SMS mit dem Inhalt, dass der Schiri den Löwen ein klares Tor verweigerte. 

Der Ärger war jedoch schnell verraucht, als man sich nach dem Spiel im 1860-Fanraum traf und den Abend bei ein paar kostenlosen Softdrinks (Bier darf der Fanbeauftragte leider nicht ausschenken) ausklingen ließ.


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