Tolle Gegend – toller Gegner – 1:1 gegen Man City am Tegernsee
Für Samstag, 11. Juli hatten die Löwen einen hochkarätigen Testspielgegner verpflichtet: Manchester City, letzte Saison mit 50 Punkten Zehnter der Premier League und Arbeitgeber von Robinho sowie Roque Santa Cruz. 1860-Team Manager Robert Hettich hatte einen Tipp bekommen, dass Man City im Lauftrainingslager am Tegernsee weilte und so wurde kurzfristig dieses Spiel vereinbart.
Ich hatte mir über das Internetforum „Löwen-Bar“ (www.bar.sechzig-muenchen.de) eine Reisegruppe von 14 Löwenfans zusammengestellt, mit der wir die Tegernsee-Bahn um 14:42 Uhr nahmen. Nach unserer Ankunft entschieden wir uns mehrheitlich zwar, ins Bräustüberl Tegernsee zu gehen, als der Bus nach Rottach-Egern dann aber da stand, fuhren wir doch schon in den Spielort, man weiß ja nie.
Dort angekommen, fragte ich im Tourismusamt nach der besten Wirtschaft, die unsere Reisegruppe vor dem Spiel noch aufsuchen könnte. Doch es hieß, auf dem Weg zum „Stadion“ gebe es keine. Komisch, denn 20 Meter weiter entdeckten wir das bestmögliche Spieselokal. Die Wirtsleute der „Dorfschänke“ holten sogar extra den Koch früher in die Arbeit, damit wir alle etwas zu essen bekamen. Ich hatte Tiroler Gröstl.
Am Nebentisch saßen fünf Fans von Manchester City. Die „Mancunians“, also Einwohner von Manchester, unterhielten sich ganz nett mit uns und teilten auch mit, dass sie die Fans des Lokalrivalen Man United in Sprechchören gerne als „fucking Munichs“ bezeichnen, weil Manchester United ja 1958 bei einem Flugzeugabsturz in München die halbe Mannschaft verlor. Gemeinsam gingen wir dann zum Ground, an einem idyllischen Bach entlang.
Rund 3000 Zuschauer hatten sich auf dem Dorfplatz eingefunden, mehr zog auch der FC Bayern nicht an, der hier schon des öfteren Testspiele ausgetragen hat. 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers machte wie gewohnt die Runde um den ganzen Platz (dies pflegt er bei Spielen in der Arena auch immer zu tun) und unterhielt sich mit Fans.
Kurz vor der Halbzeit brandete plötzlich Jubel auf. Auf der anderen Seite des Platzes hatte Alexander „König“ Ludwig per Freistoß das 1:0 erzielt. Für alle Kritiker der Transferpolitik von Miki Stevic, die behaupten, dass wir mit Michael Schick den einzigen Spieler gehen ließen, der Freistöße und Ecken schießen kann, ein Schuss ins Genick. Wir haben jetzt einen noch besseren Schützen für Standardsituationen…
In der zweiten Halbzeit fiel zwar noch der Ausgleich durch den City-Stürmer Bojinov, doch dies tat der guten Stimmung keinen Abbruch, Sechzig war dem Sieg viel näher als Manchester City. Der Club war 2008 von Scheich Mansour bin Zayed aus Abu Dhabi für 185 Millionen Euro gekauft worden. Die TZ witzelte kurz nach der Bekanntgabe des Testspiels, dass für beide Vereine Geld keine Rolle spiele.
Für Man City, weil sie im Geld schwimmen und für Sechzig, weil wir seit Jahren keins mehr haben. Roque Santacruz und Robinho kamen beide übrigens nicht zum Einsatz, der Ex-Rote Roque war aber im Stadion und wurde von Löwenfans beschimpft.
Für uns ging es gegen 21 Uhr zu Fuß zurück zur Bushaltestelle in Rottach-Egern, zufälligerweise wieder in Begleitung der zwei Man City-Allesfahrer, die wir vor dem Spiel kennengelernt hatten. In Tegernsee bestiegen wir den letzten Zug des Tages nach München um 22:27 Uhr, sodass wir gegen halb 12 Uhr nachts wieder in München waren. Müde, aber glücklich, ein schönes Spiel gegen einen tollen Gegner in einer tollen Gegend gesehen zu haben. Sechzig sollte öfter gegen europäische Spitzenteams in reizvoller Landschaft kicken…
Dieser Beitrag wurde vor am Montag, 13. Juli 2009 um 17:22 Uhr veröffentlicht und unter Allgemeines, Auswärts gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.

