Kenny und Benny – das neue Traum-Duo der Löwen

lowenherz-choreo-von-rechts.jpgZum ersten Mal seit 2004 mussten die Löwen zum Start der 2. Liga mal nicht auswärts ran. Auch wenn viele Löwenfans sagen, Spiele in Fröttmaning seien Auswärtsspiele der Löwen…

Da ich mich jedoch auch weigere, Spiele in Fröttmaning als „Heim-spiele“ zu titulieren, wollen wir einfach gleich ins Geschehen einsteigen, um nicht in Randnotizen zu versinken.

Das Wetter war prächtig, die Kulisse wie erwartet kleiner als in der Vorsaison zum Auftakt (der sportliche Niedergang hat doch viele Löwenfans davon abgehalten, sich wieder eine Jahreskarte zu holen) und die Nordkurve hatte wie so oft eine Choreographie vorbereitet.

lowenherz-choreo-2.jpg„Den Löwen tief im Herzen tragen und den Traum vom Aufstieg wagen“ hatte die Cosa Nostra getextet, dazu wurden tausende weiße und blaue Papptafeln und eine blaue Fahne mit dem 1860-Wappen in Herzform hochgehalten, ein stimmungsvoller Einstieg in die ersten 90 Minuten dieser Zweitliga-Saison.

17 Minuten später gab es den ersten Paukenschlag an diesem Nachmittag: Der erst unter der Woche aus Dallas/Texas eingeflogene US-Nationalstürmer Kenny Cooper, der in 90 MLS-Spielen 40 Tore und in 9 Länderspielen 4 Tore erzeilte, schraubte seinen langen Körper in die Luft und wuchtete die Kugel nach einer Flanke von Florin Lovin an die Latte des Tors im Süden.

1-0-cooper-kopfball-2.jpgVon dort sprang der Ball nach unten und wieder raus aus dem Tor. Der Schiedsrichter entschied sofort auf Tor, aber beruhigend war es schon, dass alle 26.000 in der Arena anwesenden Menschen wenige Sekunden später auf der Anzeigetafel sehen konnten, wie der Ball eindeutig die Linie überquert hatte.

Der erste Videobeweis in der Arena, dieses umstrittene Instrument der Entscheidungsfindung ist nun also durch die Hintertür eingeführt worden…

In der ersten Halbzeit hatte auch Sandro Kaiser nach schönem Kombinationssspiel noch die Chance auf das 2:0, leider strich sein Ball knapp am linken Pfosten des Koblenzer Tores vorbei.

cooper-auswechslung.jpgIn der zweiten Halbzeit gab es kurz vor der 60. Minute einen Aufreger, als der Schiedsrichter die Einwechslung von Pappas für Kaiser hinauszögerte. Als Charilaos Pappas wenige Sekunden auf dem Feld war, wollte er mit der Hacke auf die rechte Strafraumseite verlängern, ein Koblenzer fälschte den Ball aber genau in die Mitte ab, wo Benny Lauth mutterseelenallein vor Yelldell ans Leder kam und aus zehn Metern zum 2:0 traf.

Als Cooper, der unter der Woche noch wegen Müdigkeit durch den Jetlag ein Training ausfallen lassen durfte, ausgewechselt wurde, hallten laute „Cooper, Cooper“-Rufe durch die Arena. Nicht so ungewöhnlich bei den Löwen, wo Neuzugänge schnell ins Herz geschlossen werden, wenn sie im ersten Spiel einschlagen wie eine Bombe und meistens von der Presse „Löwen-Bomber“ getauft werden…

cortinawinklerleopold-arena-090809.jpgAuch Pat Cortina, der Trainer des EHC München, EHC-Manager Christian Winkler (ein alter Löwe) und Sky-Reporter Michael Leopold wurden im Block 104 gesichtet. Schön, dass man solch hochkarätige Eishockey-Experten auch bei den Löwen trifft…

Ich ließ gemeinsam mit Löwenfans den schönen Nachmittag noch im Fanraum ausklingen. Diesmal war er besonders stark frequentiert, daran kann man ablesen, dass die Sehnsucht nach Löwen, die Spaß machen, wieder sehr groß ist und die Sünden und Fehler der Vergangenheit bald vergessen sein werden.

fanraum-090809.jpgNach dem Spiel ließ sich Ewald Lienen wieder mit Notizzettel in der Hand von den Fans feiern. Hoffentlich sehen wir ähnliche Szenen auch beim ersten richtigen Auswärtsspiel der Saison in Rostock (Samstag, 15. August, 13 Uhr). Ich fahre mit 50 Löwenfans im Zug über Hamburg an die Ostsee und werde nächste Woche an dieser Stelle von unserem Trip berichten.

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