Bitteres 1:3 - Die Arena wird einfach keine Löwen-Festung
Um Zuschauer für das im DSF live übertragene Spiel der Löwen gegen den Karlsruher SC zu werben, hatte 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers in der “Löwen-News” (die immer schon ein paar Tage vor dem Spiel erscheint) geschrieben: „In entspannter Seitenlage auf dem Sofa vor dem Fernseher liegend hat es noch niemand geschafft, an einer Festung mitzubauen.“
Sein Aufruf blieb nicht ungehört, fast 10.000 Zuschauer kauften sich an den Tageskassen noch Tickets und schraubten somit die Zuschauerzahl nach 19.000 im Vorverkauf abgesetzten Eintrittskarten noch auf unglaubliche 30.800 Zuschauer. Das sommerliche Wetter und der 2:0-Sieg im ersten Arena-Spiel der Saison gegen Koblenz trugen ihren Teil zu dieser Kulisse bei.
Die Stimmung war gut und als Kenny Cooper in der 18. Minute mit einem langsam aussehenden Rechtsschuss sein 2. Saisontor und damit das 1:0 erzielte, dachten alle, dies sei die halbe Miete. Doch alle anwesenden Löwen, sowohl Fans als auch Spieler hatten die Rechnung ohne den KSC gemacht: Im Gegenzug traf Christian Timm zum 1:1. Ernüchterung im weiten Rund, nur die rund 2.500 KSC-Fans jubelten.
Da ich den Fanraum diesmal wegen anderer Verpflichtungen nach dem Spielende nicht offenhalten konnte, sperrte ich in der Halbzeit auf und konnte endlich mal DSF-Reporter Christian Ortlepp, meinen alten Freund (obwohl er Wildmoser-Spezl ist) im Fanraum begrüßen. Er entdeckte natürlich sofort die Bilder, auf denen er an den Wänden des 1860-Fanraums verewigt ist. Und das Phrasenschwein dürfte er selbst in den Senderäumen des DSF noch nie gesehen haben…
Als ich gerade wieder meinen Platz (diesmal im Block 126) eingenommen hatte, stand es plötzlich 1:2. Gaetan Krebs lief Radi Felhi auf und davon und schoss unbedrängt an Gabor Kiraly vorbei das Leder ins Netz. Nachdem in der 72. Minute noch Sebastian Langkamp das 3. Tor für den KSC erzielte, war uns allen klar, dass dieser Abend nicht mehr erfolgreich enden würde. Ich musste noch auf die Esplanade und genehmigte mir deshalb anschließend ausnahmsweise ein Bierchen in der Business Lounge. Alle anwesenden Funktionäre waren niedergeschlagen, denn damit hatte nach dem „Betriebsunfall“ in Rostock keiner gerechnet, zumal Karlsruhe auch seit 1960 nicht mehr bei den Löwen gewonnen hatte.
So wird die Allianz Arena keine für Gegner uneinnehmbare Löwen-Festung, wie Manfred Stoffers es vor dem Spiel gefordert hatte. Schade. Am nächsten Tag war ich jedoch sehr froh, dass das nächste Spiel schon am Freitag, 28. August auf dem Programm steht. So haben die Löwen die Chance, sich schnell zu rehabilitieren. In Ahlen in Westfalen soll endlich der nächste Dreier her. Rein statistisch gesehen sollte dies kein Problem sein, die Ahlener sind bislang das einzige Team ohne einen Punkt in der Liga. Aber auf Statistiken sollte man bei 1860 nie vertrauen.
Dieser Beitrag wurde vor am Mittwoch, 26. August 2009 um 16:28 Uhr veröffentlicht und unter Allgemeines, Dahoam gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.

