Archiv für September 2009

“Scheiß Paderborn – wir haben gute Laune”

Montag, 28. September 2009

schalstand-froettmaning.jpg“Endlich mal wieder zu Null“ – so lautete der sarkastische Kommentar eines Fans nach dem Spiel. 0:0 gegen Paderborn, ein fürchterliches Ergebnis. Die Euphorie nach dem Pokalsieg gegen Hertha ist damit wieder verflogen.

Ich musste mit der U-Bahn in die Arena fahren, weil mein Fahrer diesmal keine Lust auf die Arena hatte. Am Fröttmaninger U-Bahnhof sah ich den Fanartikelstand mit den Schals, alles keine offiziellen Produkte des TSV 1860, und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb sind zwei, drei ganz schöne Motive dabei.

21.500 Zuschauer fanden sich im weiten Rund ein, eine beachtliche Zahl angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen der Mannschaft und der Tatsache, dass die Wiesn und die Bundestagswahl den TSV 1860 eher Zuschauer kosten als sie ihm zuzuführen. Aber auch enttäuschend nach dem Pokalsieg gegen Hertha BSC. Es lag dann wohl auch ein bisserl am Gegner. Paderborn, oder wie viele Fans diese Stadt nennen, „Paderboring“, ist halt ein Sinnbild des grauen Zweitliga-Alltags, den die Löwen seit fünf Jahren ihren Anhängern zumuten.

wiesn-choreo-2.JPGVor dem Spiel hatte die “Cosa Nostra” ihre traditionelle Wiesn-Choreo vorbereitet, kurz vor dem Anpfiff wurde das gemalte Transparent dann in der Nordkurve ausgebreitet: „So g´foit ma des“ sollte das Motto für den Wiesn-Besuch nach dem Spiel lauten. Die Jungs konnten nicht ahnen, dass die Mannschaft ihnen keinen Anlass bieten würde, diesen Spruch auch wirklich zu tätigen…

femi-smith-270909.jpgIn der ersten Halbzeit konnte ich keine einzige Torchance auf beiden Seiten entdecken. In der Pause musste ich ausnahmsweise auf die Business-Tribüne, um Birgit Zacher von Hacker-Pschorr zu treffen. Dabei begegneten mir dann auch viele andere interessante Menschen, unter anderem IMG-Mitarbeiter Olufemi Smith, der vor einem Jahr in der Pro7-Sendung „Schlag den Raab“ 2,5 Millionen Euro gewann, aber trotzdem noch bei 1860 arbeitet. Er trug wie alle IMG-Angestellten ein Trachtenhemd und Lederhosen. Und das als gebürtiger Hamburger ;-)

franz-maget-arena-270909.jpgFranz Maget, der Vizepräsident des TSV 1860 und Mitglied des Bundesvorstandes der SPD, saß alleine in seinem Stuhl und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Auf meine Frage, wo er den Wahlabend verbringe, teilte er mir mit, dass er um 17 Uhr nach Berlin fliegen müsse.

sese-arena-270909.jpgDie zweite Halbzeit verbrachte ich mit meinem Freund Sebastian „C.C.Diamond“ Baier, der extra wegen der Wiesn aus Stockholm eingeflogen war, im Block 104. Wenigstens zwei Aufreger hatten die Minuten 76 und 90 zu bieten: Zunächst lief der eingewechselte Stefan Aigner auf den Paderborner Torwart zu, um ihn wegen des Zeitspielens zu ernahmen. Es kam zu einer kurzen Rempelei an der Strafraumgrenze. Der Schiedsrichter erkannte eine Tätlichkeit und zückte sofort die Rote Karte gegen Aigner. Der Hass der Zuschauer hielt sich in Grenzen. Leider auch der der Löwen-Truppe auf dem Feld.

Als die Stadionuhr von 89:59 auf 90:00 umsprang, stand plötzlich der ebenfalls eingewechselte Peniel Mlapa allein vor dem gegnerischen Tor und warf sich artistisch in die Luft. Leider prallte sein Seitfallzieher gegen die Latte und nicht ins Tor, sondern zurück ins Spielfeld. Das wars, wieder kein Sieg gegen Paderborn.

Ich ließ den Tag trotzdem mit einem Freund auf der Wiesn ausklingen, wo mich schon bald die SMS mit der ersten Hochrechnung der Bundestagswahl erreichte. Ich musste an 1860-Vizepräsident Franz Maget denken, für den es ein doppelt schwarzer Sonntag geworden ist. In München und in Berlin.

1860 im DFB-Pokal gegen Schalke 04!

Sonntag, 27. September 2009

dfb-pokal.jpg

Gerade erst hat der TSV 1860 mit Hertha BSC einen klangvollen Namen aus dem Pokal-Wettbewerb geworfen, nun bekommen es die Löwen mit dem nächsten Altmeister (letzte Deutsche Meisterschaft 1958) zu tun:

Der FC Schalke 04 wird am Dienstag, 27. oder Mittwoch, 28. Oktober in der Fröttmaninger Arena das nächste Opfer der hungrigen Löwen sein.

Die ZDF-Losfee Celia Okoyino da Mbabi (Europameisterin im Frauenfußball mit Deutschland), meinte vor der Auslosung noch: “Ich hoffe, ich kann alle befriedigen!” Sie hat es geschafft, möchte ich sagen. Sechzig spielt in München, Bayern auswärts, alles bestens gemacht, Celia!

Hier alle Lose, die die Losfee für das Achtelfinale im diesjährigen DFB-Pokal gezogen hat (die Auslosung begann übrigens um 0:50 Uhr und endete um kurz vor 1 Uhr nachts…):

1860-Schalke. Fürth-VfB Stuttgart. Osnabrück-Dortmund. Trier-Köln. Bremen-Kaiserslautern. Augsburg-Duisburg. Hoffenheim-Koblenz. Frankfurt-Bayern.

Überragende Stimmung beim Pokalsieg gegen Hertha – trotz nur 17.000 Zuschauern…

Donnerstag, 24. September 2009

nordkurve-von-links.jpg…oder genau deshalb? Was in den den letzten Jahren schon des öfteren zu beobachten war, bestätigte sich auch beim Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin am Mittwochabend in der Fröttmaninger Arena: Im Pokal kommen zwar weniger Löwenfans zum Spiel, aber die machen einen Lärm, als wäre die Hütte ausverkauft!

Rund 600 Hertha-Fans hatten sich am Mittwoch ebenfalls in der Arena eingefunden, auch von den Gästen aus Berlin dürften einige vor dem Spiel auf der Wiesn gewesen sein, denn es herrschte auf beiden Seiten eine sehr gute Stimmung, wobei die Nordkurve natürlich um Längen lauter und stimmungsvoller war als der Gästeblock im Süden.

hertha-pokal-postkarte.jpgDie Löwen führten sehr früh durch ein Eigentor nach Eckball 1:0 und bauten die Führung am Beginn der 2. Halbzeit durch Kenny Cooper auf 2:0 aus.

War es Zufall oder weise Voraussicht, dass 1860 für das Hertha-Spiel Flyer und Plakate produzieren ließ und ausgerechnet der Torschütze zum 2:0 drauf abgebildet war? Den Ausspruch „Ich bin kein Berliner“ von Ex-US-Präsident John F. Kennedy (bei einer Rede in Berlin anno 1963, also zwei Jahre nach dem Bau der Mauer) legten unsere Marketing-Experten dem US-Amerikaner im Team der Löwen in den Mund. Und siehe da, dieses Doping half, Cooper traf endlich mal wieder.

eckball-gg-hertha.jpgLeider kam dann ab der 70. Minute ein Bruch ins Spiel der Löwen. Berlin glich binnen weniger Minuten zum 2:2 aus und es kam zur Verlängerung. In der Overtime war die Hertha dann dem 3:2-Treffer näher als die schwächelnden Löwen. Man musste Schlimmstes befürchten. Gottseidank avancierte Gabor Kiraly schon in dieser Phase bei einigen Torchancen der Gäste zum Retter der Löwen, aber es kam noch besser:

Im Elfmeterschießen trat zunächst der endlich wieder von Beginn an aufgestellte Ober-Löwe Torben Hoffmann an. Er verwandelte souverän. Dann legte sich der Herthaner Gojko Kacar den Ball zurecht. Gabor Kiraly parierte seinen Schuss. Alexander Ludwig war der nächste Löwe, drosch das Leder stramm unter die Latte. Der nächste Berliner, ausgerechnet Ex-Löwe Christoph Janker, schoss den Ball über die Latte, es stand 2:0. Mit dem 4. Treffer im Elferschießen erhöhte Radi Felhi dann auf den für die Berliner uneinholbaren Stand von 4:1, somit war das Spiel beendet.

alle-auf-kiraly-2.jpgDie Löwen-Spieler stürzten sich zunächst auf den Siegtorschützen aus Tunesien, dann aber sofort alle auf den Helden des Abends, den ungarischen National-Torwart Gabor Kiraly. Ausgerechnet ein Ex-Herthaner zog den Berlinern also den Zahn. Der Pokal hat nachwievor seine eigenen Gesetze. Auch und gerade beim TSV 1860 München…


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