1:2 in Innsbruck – bei den Löwen gehts immer noch nicht aufwärts
Ewald Lienen wollte das Länderspielwochenende unbedingt für ein Testspiel nutzen, und so kam es kurzfristig zur Ansetzung des Spiels beim österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck am vergangegen Freitag. Nachdem wir 1995 am alten Tivoli 0:2 gegen den damaligen FC Tirol verloren hatten und 2002 im neuen Tivoli-Stadion gegen Arsenal London 1:3 unterlagen, gabs nun also nach sieben weiteren Jahren den nächsten Löwen-Auftritt in der Landeshauptstadt Tirols.
Ich entschloss mich, gemeinsam mit PRO1860-Vorstand Andreas Petri einen Tagesausflug in die Tiroler Berge zu machen, an dessen Ende der Besuch des Spiels stehen sollte, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Hoch auf den Bergen türmten sich dichte Wolken auf und hin und wieder regnete es auch.
So fuhren wir am Tegernsee und Achensee entlang ins Inntal (mit einem kleinen Abstecher zum Sylvensteinsee) und kamen gegen 14 Uhr am Berg Isel an, um die dortige Schisprungschanze und das Berg Isel-Stadion zu begutachten. Doch 8,50 Euro für die Besichtigung eines leeren Stadions waren uns zuviel. Auch die 3,40 Euro für den Parkplatz hätten wir uns sparen können, denn dort oben parkt jeder, wo er will.
Immerhin rissen die Wolken langsam auf und wir konnten die Aussicht auf Innsbruck wenigstens ein bisschen genießen. Die Denkmäler für den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer (Anführer der Tiroler Bauern-Truppen gegen die napoleonisch-bayrischen Truppen, verraten, in Gefangeschaft geraten und im Februar 1810 hingerichtet), sowie die Kaiser Karl I. (KARLI?) und Franz Joseph neben dem Berg Isel-Stadion kannte ich vorher noch nicht.
Anschließend fuhren wir runter in die Innenstadt und parkten in der Garage der Rathaus-Galerien. Das Goldene Dachl, DAS Wahrzeichen der Stadt wurde von uns schnell aufgesucht und vielfach fotografiert. Für diesen Blog habe ich trotzdem lieber eine Postkarte eingescannt, weil die Lichtverhältnisse darauf besser sind, als wir sie vorfanden. Ich genehmigte mir eine Sachertorte nach Art des Hauses im „Café Katzung“ direkt vor dem Goldenen Dachl.
Interessant, dass die Flugzeuge direkt über die Innenstadt donnern. Der Innsbrucker Flughafen gilt als einer der zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt, auch, weil mögliche Thermiken zwischen den steilen Bergwänden im Inntal für schwer kalkulierbare Luftverhältnisse sorgen.
Um 18 Uhr, eine halbe Stunde vor dem Anpfiff, trafen wir im neuen Tivoli hinter dem Olympia-Eisstadion ein. Rund 100 Löwenfans zahlten ebenfalls 8,- Euro Eintritt für den Gästeblock und bekamen dafür eine der schönsten Eintrittskarten seit langem. Ein Innsbrucker Spieler (Fabiano) und Torben Hoffmann waren jeweils im aktuellen Trikot darauf abgebildet, Hut ab, vor soviel Service am Fan!
Das Spiel war leider nicht so schön. Sechzig geriet nach 16 Minuten durch schwere Abwehrfehler von Torben Hoffmann und Mate Ghvinianidze 0:1 in Rückstand. Die Aussicht auf die Tiroler Berge und die startenden und landenden Flugzeuge erleicherte das Dasein. Nachdem die erste Halbzeit aus Löwen-Sicht eine einzige Katastrophe war, ging es in der zweiten Halbzeit wenigstens kurzzeitig aufwärts, als Emanuel Biancucchi und Ilhan Mansiz eingewechselt wurden. Benny Lauth holte in der 78. Minute einen Elfmeter heraus, den Torben Hoffmann verwandelte.
Doch fünf Minuten vor dem Abpfiff schoss Wacker Innsbruck das 2:1. Bedröppelt schlichen die 100 Löwenfans zu ihren Autos. Wenigstens waren wir trotz des Dauerregens am Abend trocken geblieben. Wie 1860 allerdings in den nächsten Spielen die Wende zum Guten schaffen will, dafür haben wir auch in Innsbruck keine leise Hoffnung schöpfen können.
Dieser Beitrag wurde vor am Sonntag, 6. September 2009 um 14:42 Uhr veröffentlicht und unter Allgemeines, Auswärts gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.


13. Januar 2012 um 01:43 Uhr
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