4:0-Sieg im leeren Stadion – wir sahen von oben zu
Nachdem am 11. September das vernichtende Urteil des DFB verkündet wurde, dass der TSV 1860 wegen der Böllerwürfe durch Fans beim Spiel in Weiden 10.000 Euro Geldstrafe bezahlen und ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten musste, stand nun also am Donnerstag, 17. September 2009 das erste „Geisterspiel“ der Vereinsgeschichte an.
Einige Fans wollten sich nicht ganz damit abfinden, dass sie nicht reindürfen und kamen trotzdem zum Stadion, um ganz nah bei ihren Löwen zu sein. Insgesamt blieb es in ganz Giesing an diesem Abend jedoch ruhig.
Ich hatte das Glück, dass ich am Freitag zuvor mit meinem Freund Ladi Pirker Gast auf der Vernissage in einer Galerie in einem Haus direkt hinter der Ostkurve war. Sechs Tage vor dem Spiel lud uns der Galerist ein, bei diesem Spiel seine Gäste zu sein, was wir dann natürlich gerne wahrnahmen. Der befreundete Löwen-Fan Ralph Drechsel schloss sich uns an.
Der Aufstieg zu der Galerie im 5. Stock war beschwerlich, aber er lohnte sich: Wir hatten eine phänomenale Aussicht auf das Stadion und konnten sogar das Tor auf der Ostkurven-Seite zur Gänze sehen. Auf jeden Fall hingen in der 1. Halbzeit zwar die beiden Schilder „1860“ und „Gäste“ auf der Anzeigetafel, die Tor-Anzahl-Tafeln fehlten allerdings anfangs noch.
Die Löwen in den ungewohnten grün-schwarzen Auswärtstrikots. In der 1. Halbzeit passierte nicht viel. Nach dem 0:0 begaben wir uns zum Kühlschrank in der Küche der Galerie, um uns ein Kaltschalengetränk zu genehmigen und ein wenig mit dem Hausherrn zu plaudern.
In der 2. Halbzeit überschlugen sich die Ereignisse. Erst ein Foulelfmeter für Sechzig, den David Manga souverän verwandelte – 1:0. Dann die dicke Ausgleichschance der Darmstädter. Ralph Drechsel bangte um die Löwen, ich war mir sicher, dass wir irgendwann nachlegen würden. In der 66. Minute das 2:0 für 1860 durch Stefan Aigner, der Blondschopf war von oben mit am besten zu erkennen. Witzig die Szene, als sich nach dem 2:0 drei Löwen-Spieler vor der leeren Stehhalle aufstellten und die Welle inszenierten. Wer außer Aigner dabei war: schwer zu erkennen.
In der 83. und 87. Minute erhöhten die Löwen durch Benny Schwarz und ein Darmstädter Eigentor (Nico Hammann hatte einen Spieler der Gäste angeschossen, von dort prallte der Ball ins Netz) auf 4:0. Fast schon das traditionsgemäße Resultat der Löwen-Amateure, denn in dieser Höhe siegte die U23 im Jahr 2009 bereits in Nürnberg, Fürth und Weiden.
Nach Spielende trugen wir uns noch ins Gästebuch der Galerie ein, anschließend begab ich mich nach unten auf die Straße, wo aber nachwievor alles ruhig blieb. Im Haus neben uns hatten sich ebenfalls im 5. Stock Darmstädter Fans eingenistet. Respekt für soviel Ideenreichtum bei einem Auswärtsspiel unter der Woche…
Mit 14 Punkten rangieren die kleinen Löwen nunmehr auf Platz 3 und schleichen sich weiter an die Tabellenspitze heran. Weiter gehts bei der U23 am kommenden Sonntag, 27.09. um 14 Uhr in Ulm. Also fast zeitgleich zum Spiel der Profis gegen Paderborn. Für ein Auswärtsspiel in Ulm fast schon das übliche Prozedere. Schöne neue Fußballwelt…
Dieser Beitrag wurde vor am Freitag, 18. September 2009 um 14:58 Uhr veröffentlicht und unter Allgemeines, Dahoam, Nachwuchs gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.


19. September 2009 um 07:49 Uhr
Die Bilder sind klein und unscheinbar. Aber wenn man sie genau anschaut, spürt man exakt, weshalb Fußballstadien in Städte (und Stadtteile) hineingehören. Und nicht irgendwohin. Merci schon allein dafür!
5. Januar 2012 um 10:01 Uhr
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9. Januar 2012 um 12:34 Uhr
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1. Februar 2012 um 18:32 Uhr
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2. Februar 2012 um 10:05 Uhr
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