0:2 in Aachen- ein Katastrophenkick an einem Katastrophentag

Erster Wiesn-Sonntag und ich muss beruflich nach Aachen, ein Traum. Wenigstens bekam ich von Monika Büch, der Chefsekretärin des TSV 1860, einen Lufthansa-Flug gebucht, sodass ich kurz nach 10 Uhr in Köln-Bonn landete. Beim Rausgehen aus dem Flughafengebäude wurde vor mir plötzlich eine Tür geöffnet. Als ich mich noch fragte, für wen es eine solche Bevorzugung gibt, kam mir plötzlich der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering entgegen. Der politische Vielflieger hatte ja neulich eine Bruch-Landung unverletzt überlebt, diesmal hatte er aber anscheinend ein Abheben nach Berlin vor dem geistigen Auge, als er mir begegnete, denn: gesagt hat er nix ;-)

tivoli-neu-markus-drees.jpgMit dem Zug gings weiter nach Aachen. Dort traf ich zufällig Claudius Mayer von der TZ, der zuletzt 1981 in Aachen gewesen war (damals verloren die Löwen 0:2) und auch diesmal nicht sehr optimistisch war. Gemeinsam gings im Taxi zum Stadion. Dort haben sie noch so ihre Probleme mit dem neuen Tivoli-Stadion, denn kaum eines der gelben Ordner-Manschgerl kennt sich aus, weiß beispielsweise, wo der Medien-Eingang ist und so weiter. Das beste war, dass einer meinte, wir müssten mit dem Taxi ins Parkhaus. Ja, da gehören Taxis in der Regel hin, um ihren Besitzern viel Geld zu verdienen…

aachen-1860-lowenblock.jpgDie Inspizierung des neuen Tivoli-Stadions aus Gästefansicht ergab auch gleich Unerfreuliches, denn für die Gästefans wurde ein Tunnel vom Gästeparkplatz in den Gästeblock hinein gebaut. Das mag für die Massen tauglich und sicherheitstechnisch wertvoll sein. Aber wenn man direkt vorm Gästeblock steht, kommt man nicht rein, sondern muss erst 500 Meer Umweg gehen, so etwas hasse ich ja wie die Pest.

Vielleicht merkt man an meiner Wortwahl, dass ich immer noch ziemlich geladen bin, wenn ich an den vergangenen Sonntag zurück denke….denn der Katastrophen-Tag ging weiter.

aachen-1860-haupttribune.jpgAls ich eine Viertelstunde vorm Anpfiff dachte, alles passt, hieß es plötzlich, die vier zugelassenen Schwenkfahnen der Cosa Nostra und der Giasinga Buam würden nicht eingelassen, weil sie keinen Fahnenpass hätten. Sie brauchten aber auch keinen. Wozu mailen wir Fanbeauftragte denn mehrmals vor Spielen, wenn dann vor Ort keiner Bescheid weiß??? Ein immer wiederkehrendes Ärgernis mit Ordnern…. Man muss dazu sagen, dass ein aus der Region Niederrhein stammender Löwenfan mit seiner Schwenkfahne problemlos eingelassen wurde. Die Aachener Ordner messen also auch noch mit zweierlei Maß…

aachen-1860-spielszene.jpgÜber das Spiel verliere ich kein Wort. Ich kann doch nicht schlecht über meine  Arbeitskollegen aus der Abteilung Fußball reden. Nette Löwenfans nahmen mich nach dem Spiel in ihrem Auto zum Aachener Hauptbahnhof mit, da ich noch etwas vorhatte. Mein Rückflug von Köln nach München war für 21:05 Uhr gebucht und so wollte ich noch schnell das Bundesligaspiel Leverkusen-Bremen anschauen.

old-giasingerprinz-eisenherz.jpgIm Zug von Aachen nach Köln traf ich die netten Löwenfans „Prinz Eisenherz“ und „Old-Giasinger“, die zu jedem Spiel mit dem Zug anreisen. Die beiden sind echt sehr treue Löwen. In Köln machten wir noch schnell ein Foto für den Löwenblog…

Ich fuhr weiter nach Leverkusen. Natürlich in einem für die Region und Tageszeit typischerweise völlig überfüllten Regio-Zug. Ich hatte extra eineinhalb Wochen vor dem Spiel meinem Leverkusener Fanbeauftragten-Kollegen gemailt, um eine Freikarte zu erbitten, er meinte jedoch, ich käme problemlos mit meinem silberfarbenen DFL-Ausweis ins Stadion rein.

Nach 20 Minuten Fußmarsch vom S-Bahnhof Leverkusen-Mitte zur neuen BayArena (ich war zuletzt 1995 dort, als das Stadion noch nach Ulrich Haberland benannt war…) kam ich auf der Seite des Gästeblocks an. Dort ließen mich die Ordner nicht rein. Ich hatte nicht die aktuellste Handynummer meines Leverkusener Kollegen. Als ich ihn endlich erreichte, meinte er, ich müsste noch eineinhalbmal ums Stadion laufen. Das war mir dann zuviel Stress, zumal ich nach ursprünglicher Planung eh früher gehen musste, um die Anschlusszüge zum Flughafen zu schaffen. Ich zog mit sehr dickem Hals und unverrichteter Dinge wieder ab.

Am Mittwoch gehts weiter mit dem DFB-Pokal-Spiel gegen Hertha BSC Berlin (Anpfiff: 19 Uhr in der Arena in Fröttmaning). Im 1860-Fanraum werde ich die letzten Gelder für die St. Pauli-Zugfahrt kassieren und Tickets fürs Auswärtsspiel am Millerntor (am letzten Wiesn-Tag…) zum Verkauf anbieten.

1 Kommentar zu „0:2 in Aachen- ein Katastrophenkick an einem Katastrophentag“

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