3:1 gegen Fürth – aber Lovin erlitt einen Kreuzbandriss
Montag, 14. September 2009
Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen standen Miki Stevic, Ewald Lienen und die Mannschaft am letzten Samstag gegen Fürth (Anpfiff 13 Uhr) unter Druck. Nachdem in der Vorbereitung die überwiegend internationalen Gegner teilweise dominiert wurden, war die anfängliche Euphorie durch das 1:3 gegen Karlsruhe und das 0:0 in Ahlen fast schon verflogen.
Die Löwen starteten gegen Fürth auch furios, mussten aber leider früh im Spiel einen ganz schweren Rückschlag hinnehmen: Flo Lovin, der Rumäne, der in der vergangenen Saison noch mit Steaua Bukarest in der Champions League angetreten war, ging in einen Zweikampf mit Fürths Youssef Mokhtari, und hielt sich danach den Knöchel. Da er minutenlang nicht aufstehen konnte und vom Arzt sowie Gabor Kiraly vom Feld getragen werden musste, war für jeden in der Arena zu sehen, dass etwas schlimmeres passiert sein musste.
Nach dem Spiel bestätigte sich die Befürchtung;: Innenband- und Kreuzbandriss im Knie. Der von Lienen und Stevic zum wichtigsten Spieler deklarierte Lovin fällt somit für den Rest der Vorrunde aus. Nach diesem Vorfall kam ein Bruch ins Spiel der Löwen, für den Rest der 1. Halbzeit ging gar nichts mehr bei 1860.
Nach der Pause gelang José Holebas im Anschluss an eine Ecke von Alexander Ludwig, der endlich auf seiner Wunschposition zentral hinter den Spitzen spielen durfte, das 1:0. Benny Lauth erhöhte mit seinem 3. Saisontor per Hackentrick (rückwärts zum Fürther Torwart stehend) auf 2:0. Nach dem ärgerlichen Anschlusstreffer kurz vorm Spielende gerieten die Löwen aber nicht ins Schwimmen. Aleks Ignjovski wurde im Strafraum gefoult und Ludwig drosch das Leder aus 11 Metern zum 3:1-Endstand in die Maschen.
Auf jeden Fall wars ein ganz wichtiger Sieg der Löwen. Mit 7 Punkten kletterte 1860 von Platz 13 auf Rang 8. Der Abstand auf Platz 3 (Kaiserslautern) verringerte sich zwar nicht, da auch die beiden Spitzenteams St. Pauli und Union Berlin am Sonntag siegten, aber die Löwen bleiben dran.
Wie der Ausfall von Lovin verkraftet werden soll, ist erstmal fraglich. Aleks Ignjovski steht Gewehr bei Fuß, der 18-jährige Serbe hat ja bereits Spielpraxis. Für Lovin wurde am Samstag Mathieu Béda eingewechselt, der seine Sache gut machte und wohl sein bestes Spiel für Sechzig absolvierte.
Nach dem Spiel schaute K+K-Türsteher André Meier, ein waschechter Münchner und Löwenfan seit frühester Kindheit, im Fanraum der Arena vorbei. Er spendierte 10 Euro für das Phrasenschwein, mit dessen Inhalt wir irgendwann die Deckenverkleidung des Fanraums finanzieren wollen.
Bleibt zu hoffen, dass sich der Aufschwung am kommenden Sonntag (20.09., 13:30 Uhr) im neuen Tivoli-Stadion in Aachen fortsetzt. Die Aachener sind gar nicht gut drauf, verloren in Oberhausen 0:1 und haben in dieser Saison erst einen Sieg auf dem Konto (zuhause 3:1 gegen FSV Frankfurt).
Am Mittwoch, 23. September (Anpfiff 19 Uhr) kommt die ebenfalls derzeit schwächelnde Hertha aus Berlin im DFB-Pokal nach München. Es wäre schön, wenn der Sieg gegen Fürth noch ein paar Zuschauer in die Fröttmaninger Arena treibt, um die Löwen in die nächste Runde zu brüllen.


Ausgerechnet an dem Ort, in dem die Löwen in den 80er-Jahren ihre bittersten Niederlagen in der Bayernliga-Zeit hinnehmen mussten (zweimal wurde daraufhin ein Trainer gefeuert: 1986 Wenzel Halama, 1987 Fahrudin Jusufi), nahmen die Löwen endgültig Kurs in Richtung Aufstieg in die 3. Liga.
Wie so oft, wenn das Auswärtsspiel in Bayern liegt, fuhren wir mit rund 80 bis 100 Fans im Regionalzug an den Zielort. Diesmal mussten wir auf der Strecke Landshut-Regensburg zwar Schienenersatzverkehr zwischen Landshut und Eggmühl hinnehmen, aber dies tat der guten Laune keinen Abbruch. Auch die Anwesenheit der acht mitgereisten, grün gewandeten und behelmten Beamten der Bahnpolizei störte keinen Fan, im Gegenteil, wir hatten sogar Spaß mit ihnen. In Weiden angekommen wurde ich netterweise von meinem Weidener Fanbeauftragten-Kollegen im Auto zum Stadion am Wasserwerk mitgenommen.
Die Löwenfans waren sehr zahlreich vor Ort, rund 300 Fans bevölkerten den langgezogenen Gästeblock auf der Gegengerade. In der ersten Halbzeit tat sich fast nichts, nur Torwart Michael Hofmann, der diesmal im Löwen-Tor stand, hatte was zu tun. 0:0 hieß es zur Pause. In der 2. Halbzeit überschlugen sich dann jedoch die Ereignisse:
- In der 73. Minute fiel das 3:0 durch Mathias Fetsch.
Was bleibt, ist ein Sieg, über den man sich wegen einiger weniger Unverbesserlicher noch nicht so recht freuen kann. Aber in der Tabelle ist er unheimlich wertvoll und vielleicht führt dies auch dazu, dass die U23 im nächsten Heimspiel gegen Darmstadt 98 (Donnerstag, 17.09., 18:30 Uhr) noch mehr Zuschauer hat als sonst. Verdient hätte sie es.
Ewald Lienen wollte das Länderspielwochenende unbedingt für ein Testspiel nutzen, und so kam es kurzfristig zur Ansetzung des Spiels beim österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck am vergangegen Freitag. Nachdem wir 1995 am alten Tivoli 0:2 gegen den damaligen FC Tirol verloren hatten und 2002 im neuen Tivoli-Stadion gegen Arsenal London 1:3 unterlagen, gabs nun also nach sieben weiteren Jahren den nächsten Löwen-Auftritt in der Landeshauptstadt Tirols.
So fuhren wir am Tegernsee und Achensee entlang ins Inntal (mit einem kleinen Abstecher zum Sylvensteinsee) und kamen gegen 14 Uhr am Berg Isel an, um die dortige Schisprungschanze und das Berg Isel-Stadion zu begutachten. Doch 8,50 Euro für die Besichtigung eines leeren Stadions waren uns zuviel. Auch die 3,40 Euro für den Parkplatz hätten wir uns sparen können, denn dort oben parkt jeder, wo er will.
Anschließend fuhren wir runter in die Innenstadt und parkten in der Garage der Rathaus-Galerien. Das Goldene Dachl, DAS Wahrzeichen der Stadt wurde von uns schnell aufgesucht und vielfach fotografiert. Für diesen Blog habe ich trotzdem lieber eine Postkarte eingescannt, weil die Lichtverhältnisse darauf besser sind, als wir sie vorfanden. Ich genehmigte mir eine Sachertorte nach Art des Hauses im „Café Katzung“ direkt vor dem Goldenen Dachl.
Interessant, dass die Flugzeuge direkt über die Innenstadt donnern. Der Innsbrucker Flughafen gilt als einer der zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt, auch, weil mögliche Thermiken zwischen den steilen Bergwänden im Inntal für schwer kalkulierbare Luftverhältnisse sorgen.
Das Spiel war leider nicht so schön. Sechzig geriet nach 16 Minuten durch schwere Abwehrfehler von Torben Hoffmann und Mate Ghvinianidze 0:1 in Rückstand. Die Aussicht auf die Tiroler Berge und die startenden und landenden Flugzeuge erleicherte das Dasein. Nachdem die erste Halbzeit aus Löwen-Sicht eine einzige Katastrophe war, ging es in der zweiten Halbzeit wenigstens kurzzeitig aufwärts, als Emanuel Biancucchi und Ilhan Mansiz eingewechselt wurden. Benny Lauth holte in der 78. Minute einen Elfmeter heraus, den Torben Hoffmann verwandelte.