Am Samstag, 24. Oktober hatten die Spielplan-Macher für die Löwen-Profis das Spiel im Frankfurter Volksbank-Stadion vorgesehen. Der FSV Frankfurt, der letzte Saison seine Spiele in der großen Commerzbank-Arena austrug, konnte in dieser Spielzeit gottseidank an seinen umgebauten Heimatstandort zurückkehren. Ein Vorbild für 1860?
Ich fuhr mit rund 30 Leuten aus dem Umfeld des 1860-Fanclubs „Blue Pirates Murnau“ (die Buam aus dem Oberland fahren einfach genauso gern Zug wie ich) mit dem ICE um 8:55 Uhr nach Frankfurt, Ankunft 12:03 Uhr. Auf dem Bahnsteig klopfte mir plötzlich 1860-Vizepräsident Franz Maget von hinten auf die Schulter, er war mit seinem Sohn im selben Zug angereist.
Mit der U-Bahn-Linie 7 gings zum Bahnhof „Eissporthalle“, von wo ein 5-minütiger Fußweg zum Gästeblockeingang am Bornheimer Hang führte. Die Löwenfans von der „Cosa Nostra“ hatten rund 4000 Einweghandschuhe ins Stadion mitgebracht (mussten natürlich vorher angemeldet werden), sodass die rund 2000 Löwenfans jeweils zwei blaue oder zwei weiße Handschuhe in die Höhe reckten.
Als ich gerade hinter dem Block mit den Ordner über den Einlass eines renitenten Löwenfans diskutieren musste, wurde im Gästeblock plötzlich eine blaue Rauchbombe gezündet. Wie ich später im Internet sah, beeinträchtigte diese aber nicht das Spiel, sondern nur den Geruchssinn der anwesenden Löwenfans. Trotzdem wird der TSV 1860 dafür wohl wieder eine Geldstrafe vom DFB bekommen.
Eine Geldstrafe sollten auch die Spieler des TSV 1860 langsam mal aufgebrummt bekommen, für das, was sie den Fans Woche für Woche zumuten, so schimpfte einer der zahlreichen Löwenfans nach dem 0:3-Rückstand in meine Richtung. Hatte ich letzte Woche hier noch gemutmaßt, wir könnten eine Siegesserie starten, sind die Löwen nun schon wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Die zwei Löwen-Tore zum Ende des Spiels durch Peniel Mlapa (bereits sein 3. Treffer im 3. Spiel nacheinander) und Stefan Aigner blieben nur Ergebniskosmetik und kamen zu spät.
Nach dem Spiel rotteten sich die aktiven Fans zusammen und wollten der Mannschaft auch am Bus die Meinung sagen, doch der Ordnungsdienst des FSV Frankfurt und die Polizei schirmten die Löwentruppe geschickt ab. Immerhin kamen die drei Spieler Torben Hoffmann, José Holebas und Alexander Ludwig an den Zaun, um sich von den Löwenfans beschimpfen zu lassen. Der Rest der Truppe zog es vor, sich in die Kabine zu verzupfen.
Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die Spieler endlich eine Einheit werden und ihre Laufwege besser kennenlernen, sonst spielen die Löwen heuer knallhart gegen den Abstieg. Und das hatten wir uns durch den Wechsel der sportlichen Leitung doch alle anders erhofft.
Am Mittwoch wäre im Pokalspiel gegen Schalke (19 Uhr, Arena in Fröttmaning) eine gute Gelegenheit, um die Löwenfans zu versöhnen. Die Marketingabteilung der Löwen hat für dieses Spiel ein witziges Werbeplakat herausgebracht: Neben einem Bild des 1860-Torwarts Gabor Kiraly steht der Slogan „Unser Neuer ist besser“. Jeder kann sich selbst ausrechnen, auf welchen Nationalspieler beim FC Schalke 04 dies gemünzt ist. Laut RTL-Moderator Günter Jauch soll Neuer jetzt in der Winterpause zum FCB wechseln. Gut, dass diese Info noch rechtzeitig vor dem Pokalspiel der Schalker beim TSV 1860 bekannt wurde….