Archiv für Oktober 2009

Pokal-Aus gegen Schalke – 1860 auf dem Boden der Tatsachen

Freitag, 30. Oktober 2009

old-school-munchen-2.jpgWas viele Experten befürchtet hatten, wurde wahr: Der TSV 1860 hatte im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FC Schalke 04 nicht den Hauch einer Chance und unterlag sang-und klanglos mit 0:3.

Aus der Traum von 1,5 Millionen Euro zusätzlicher Einnahme und einer möglichen Teilnahme am DFB-Pokalfinale in Berlin.

Wenigstens die Fans hatten sich ins Zeug gelegt: 28.500 Zuschauer bedeuteten einen neuen Pokal-Zuschauer-Rekord bei den Löwen, die zuletzt am 8. November 1989 (einen Tag vor dem Fall der Berliner Mauer) beim 1:2 gegen Werden Bremen über 28.000 Zuschauer (damals im Sechzgerstadion) hatten.

fanraum1.jpgDie Cosa Nostra hatte am Mittwoch eine schöne Choreografie in der Arena-Nordkurve mit dem Spruchband „Old School München“ und einer 1860-Fahne inmitten vieler weißer und blauer Papptafeln vorbereitet. Nach dem Spiel herrschte ebenfalls Rekordandrang im Fanraum.

Am Sonntag um 13:30 Uhr gehts weiter mit dem nächsten Arena-Spiel gegen die Freunde vom 1. FC Kaiserslautern. Im Fanraum ist dann die letzte Möglichkeit, die Zugfahrt und die Eintrittskarten nach Cottbus zu bezahlen.

2:3 am Bornheimer Hang - bei den Löwen gehts wieder abwärts

Montag, 26. Oktober 2009

handschuh-choreo-frankfurt.jpgAm Samstag, 24. Oktober hatten die Spielplan-Macher für die Löwen-Profis das Spiel im Frankfurter Volksbank-Stadion vorgesehen. Der FSV Frankfurt, der letzte Saison seine Spiele in der großen Commerzbank-Arena austrug, konnte in dieser Spielzeit gottseidank an seinen umgebauten Heimatstandort zurückkehren. Ein Vorbild für 1860?

Ich fuhr mit rund 30 Leuten aus dem Umfeld des 1860-Fanclubs „Blue Pirates Murnau“ (die Buam aus dem Oberland fahren einfach genauso gern Zug wie ich) mit dem ICE um 8:55 Uhr nach Frankfurt, Ankunft 12:03 Uhr. Auf dem Bahnsteig klopfte mir plötzlich 1860-Vizepräsident Franz Maget von hinten auf die Schulter, er war mit seinem Sohn im selben Zug angereist.

handschuh-choreo-1.jpgMit der U-Bahn-Linie 7 gings zum Bahnhof „Eissporthalle“, von wo ein 5-minütiger Fußweg zum Gästeblockeingang am Bornheimer Hang führte. Die Löwenfans von der „Cosa Nostra“ hatten rund 4000 Einweghandschuhe ins Stadion mitgebracht (mussten natürlich vorher angemeldet werden), sodass die rund 2000 Löwenfans jeweils zwei blaue oder zwei weiße Handschuhe in die Höhe reckten.

Als ich gerade hinter dem Block mit den Ordner über den Einlass eines renitenten Löwenfans diskutieren musste, wurde im Gästeblock plötzlich eine blaue Rauchbombe gezündet. Wie ich später im Internet sah, beeinträchtigte diese aber nicht das Spiel, sondern nur den Geruchssinn der anwesenden Löwenfans. Trotzdem wird der TSV 1860 dafür wohl wieder eine Geldstrafe vom DFB bekommen.

spielszene-2-hz.jpgEine Geldstrafe sollten auch die Spieler des TSV 1860 langsam mal aufgebrummt bekommen, für das, was sie den Fans Woche für Woche zumuten, so schimpfte einer der zahlreichen Löwenfans nach dem 0:3-Rückstand in meine Richtung. Hatte ich letzte Woche hier noch gemutmaßt, wir könnten eine Siegesserie starten, sind die Löwen nun schon wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Die zwei Löwen-Tore zum Ende des Spiels durch Peniel Mlapa (bereits sein 3. Treffer im 3. Spiel nacheinander) und Stefan Aigner blieben nur Ergebniskosmetik und kamen zu spät.

lowenfans-wollen-zum-1860-bus.jpgNach dem Spiel rotteten sich die aktiven Fans zusammen und wollten der Mannschaft auch am Bus die Meinung sagen, doch der Ordnungsdienst des FSV Frankfurt und die Polizei schirmten die Löwentruppe geschickt ab. Immerhin kamen die drei Spieler Torben Hoffmann, José Holebas und Alexander Ludwig an den Zaun, um sich von den Löwenfans beschimpfen zu lassen. Der Rest der Truppe zog es vor, sich in die Kabine zu verzupfen.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die Spieler endlich eine Einheit werden und ihre Laufwege besser kennenlernen, sonst spielen die Löwen heuer knallhart gegen den Abstieg. Und das hatten wir uns durch den Wechsel der sportlichen Leitung doch alle anders erhofft.

schalke-pokalplakat.jpgAm Mittwoch wäre im Pokalspiel gegen Schalke (19 Uhr, Arena in Fröttmaning) eine gute Gelegenheit, um die Löwenfans zu versöhnen. Die Marketingabteilung der Löwen hat für dieses Spiel ein witziges Werbeplakat herausgebracht: Neben einem Bild des 1860-Torwarts Gabor Kiraly steht der Slogan „Unser Neuer ist besser“. Jeder kann sich selbst ausrechnen, auf welchen Nationalspieler beim FC Schalke 04 dies gemünzt ist. Laut RTL-Moderator Günter Jauch soll Neuer jetzt in der Winterpause zum FCB wechseln. Gut, dass diese Info noch rechtzeitig vor dem Pokalspiel der Schalker beim TSV 1860 bekannt wurde….

Nur 1:1 gegen Pfullendorf – Der „Fahnentag“ hat trotzdem Spaß gemacht

Sonntag, 25. Oktober 2009

1860-ii-pfullendorf-flyer.jpgIn den vergangenen drei Jahren haben die unermüdlichen Löwenfans jeweils am Saisonende dafür gesorgt, dass ein Spiel der U23 im altehrwürdigen Sechzgerstadion vor vollen Rängen stattfand. In dieser Saison soll alles anders werden, ab nun kümmmert sich der TSV 1860 selbst darum, die Ränge auch bei der 2. Mannschaft zu füllen. Der neue Organisationsleiter der 1860-Amateure, Sebastian Weber, hatte angekündigt, dass mehrere Heimspiele der U23 so beworben werden sollen, dass insgesamt der Zuschauerschnitt angehoben werden kann.

pfullendorf-choreo.jpgDen Auftakt machten heuer die Ticketaktionen gegen Kassel und den 1. FC Nürnberg II. Nun gings weiter mit der Aktion „Farbe bekennen – Zeichen setzen“ beim Heimspiel am 23. Oktober gegen Pfullendorf. Die ursprüngliche Idee war es, alle 80 Münchner Stadträte einzuladen, damit sie wissen, wofür sie am 11.11. abstimmen sollen. An diesem Tag sollte die endgültige Absegnung des Erhalts des Sechzgerstadions im Stadtrat stattfinden. Da diese Entscheidung nun laut 1860-Vizepräsident Franz Maget nur noch eine Formsache ist und von OB Christian Ude in den Dezember verschoben wurde, kam auch fast kein einziger Stadtrat (einer soll dagewesen sein) ins Stadion, aber dies tat dem Rest des Geschehens keinen Abbruch.

raus-aus-der-arena-doppelhalter.jpgDenn die Fans hatten den Aufruf des Vereins zum Anlass genommen, eine weitere Demonstration für den Erhalt ihres Sechzgerstadions auf die Beine zu stellen. Ein Fahnentag wurde organisiert. Jeder Löwenfan sollte so viel Fahnen mitbringen, wie es geht. Heutzutage und auch am Freitag wird zwar von der Polizei reglementiert (gott hab sie selig, die alten Zeiten…), was man an Fahnen mitbringen darf, aber wen interessierts, wenn der Einlass für die Fahnen (16:30 Uhr) vor dem Zeitpunkt (17:15 Uhr) liegt, an dem ich 12 (!) Tagesfahnenpässe für Fahnen über 1,50 Meter Stocklänge ausgehändigt bekomme?

vergangenheit-zukunft-gegenwart-spruchbander-2.jpgDas Spiel geriet fast zur Nebensache. Ohnehin war die Stimmung in der Stehhalle sehr laut, da auch die sonst nicht ganz so zahlreich bei den Amateuren anwesenden jungen Leute der Cosa Nostra kräftig mit anfeuerten. Zum Spielbeginn wurden die Transparente der Aktion XXX.Tausend („Ein Verein – eine Heimat“) in der Stehhalle hochgezogen. Nach rund zehn Minuten entrollten die Mitglieder der Gruppierung „Münchner Freiheit“ ihre mitgebrachten und ebenfalls angemeldeten Tapeten mit folgender Aufschrift: „Vergangenheit: Ort des größten Triumphs. Gegenwart: meistbespieltes Stadion Deutschlands. Zukunft: Einzige Lösung – Grünwalder Stadion“.

jungwirth-freistos.jpgDie Löwen holten einen 0:1-Rückstand auf und schafften zwar noch das 1:1 durch Julian Leist, nicht mehr jedoch den 2:1-Siegtreffer. Erwähnenswert finde ich noch, dass ich mit den letzten Gästen erst um 0:50 Uhr die Stadionwirtschaft verließ. Angesichts vieler interessanter Gespräche rund um die Stadionfrage bei 1860 vergaß ich fast, dass ich am nächsten Tag früh aufstehen musste, um mit dem Zug zum Auswärtsspiel der Profis beim FSV Frankfurt zu fahren.


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