1:3 am Millerntor – den Löwen gehts nass nei

einlauf-der-mannschaften.jpgAuswärtsfahrten nach Sankt Pauli gelten bei den Löwenfans immer als sehr beliebt – hat der Hamburger Stadtteil mit der Reeperbahn doch einen hohen Vergnügungs-und Freizeitwert. Nachts um 3 Uhr ist da auf den Straßen mehr los als bei uns nachmittag um halb 4, also will fast jeder Löwe dorthin, wenn die Löwen in Sankt Pauli spielen.

Diesmal war der Termin ein ungünstiger, ausgerechnet am letzten Wiesntag wollte der Terminplan Münchens Große Liebe in Hamburg aufkreuzen sehen, einige Löwenfans ließen sich davon nicht irritieren und entschieden sich dafür, den letzten Tag des Oktoberfestes 2009 lieber in München und speziell wahrscheinlich im Hackerzelt zu verbringen.

Rund 110 Leute schlossen sich jedoch meiner Reisegruppe an und fuhren in zwei Zügen (rund 80 Leute am Samstag und 30 Leute am Sonntag) mit normalen ICE der Deutschen Bahn nach Hamburg. Für 20 der 80 Nachtschwärmer hatte ich auch Hotelbetten organisiert. 30 Euro für eine Übernachtung mit Frühstück, da kann man nicht meckern. Ich war u.a. im In-Italiener „Pecino“ in der Hein-Hoyer-Straße, dann im „Blauen Peter“ und in der „Barbarabar“. Mal was anderes beim  Weggehen.

Am Sonntag stand ich dann ab 11:30 Uhr vor dem Gästeblock und wartete auf die langsam aus allen Richtungen eintrudelnden Löwenfans.axelmichi-oeller-millerntor-2.jpg Rund 1.500 Sechzger wollten sich die mögliche Wende zum Guten nicht entgehen lassen. Die Löwenfans hatten die „Giasing“-Blockfahne angemeldet. Auf der Gegenseite machte die Südtribüne der St.Pauli-Ultras eine Schwenkfahnen-Choreo, die zwar stark an Parteitage in Nordkorea erinnerte, aber mit Fußball nur bedingt etwas zu tun hatte.

frank-peukermax-am-millerntor.jpgIch traf einige Ex-Löwen-Spieler im Gästeblock, so unter anderem Michi Öller mit Freundin Kati und auch Frank Peuker, der aber fast ständig bei Auswärtsspielen der Löwen dabei ist. Er trainiert jetzt den Bezirksligisten TSV Jetzendorf, da hat er nunmehr natürlich weniger Zeit für die Fahrten quer durch Deutschland. Das Hamburger Wetter zeigte sich absolut unausgeglichen und schmuddelig. Fünf Minuten praller Sonnenschein wechselten sich ständig ab mit 3-minütigen Regenschauern. Ich war irgendwann total durchnässt und die Sonne schaffte es nicht mehr, die nassen Klamotten am Körper aufzuwärmen.

regen-am-millerntor.jpgDie Löwen begannen ohne Benny Lauth in der Startaufstellung famos, holten gefühlte zehn Eckbälle heraus, verwerteten aber keine der Großchancen in der Anfangsphase. Und so kam, wie es immer kommen muss: Der FC St. Pauli kam irgendwann zum 1:0-Führungstreffer. Nach dem 2:0 Mitte der 2. Halbzeit stand ich nur noch hinter dem Gästeblock und betrieb Trauerarbeit bei den frustrierten Löwenfans. Kurz vor Spielende schaute ich wieder zu und sah, wie die “Ultras Sankt Pauli” auf der Südtribüne ein Transparent entrollten, auf dem zu lesen war: „Ab jetzt gewinnen immer wir“.

mlapa-tor-am-millerntor.jpgIn der 89. Minute gelang dem eingewechselten Peniel Mlapa sein erstes Zweitligator, als er den Ball im Gewühl vor dem Tor über die Linie stocherte, aber leider schafften es die Löwen nicht mehr, die “Ultras Sankt Pauli” Lügen zu strafen, der Ausgleichstreffer war kein Thema mehr, praktisch im Gegenzug fiel das 3:1 und das Spiel wurde abgepfiffen. Die Löwenfans im Gästeblock waren sauer auf die Spieler und sangen höhnisch: „Ha Ho Höre, Sechzig Amateure“. Völlig zurecht, denn die U23 eilt von Sieg zu Sieg und agiert dabei wesentlich dynamischer und erfolgreicher als die Profis.

Wir mussten noch bis 20 Uhr abends auf unsere Rückfahrt mit einem Nachtzug warten, weil die Bahn keine 110 Plätze für uns in früheren Zügen hatte. Ich war noch mit alten St-Pauli-Freunden bei einem In-Koreaner in der Hein-Hoyer-Straße und deckte mich anschließend auf dem Kiez mit Proviant für die Rückfahrt ein. Um 5:30 Uhr am Montagmorgen betraten wir wieder Münchner Boden. Die Wiesn ist vorbei. Und die Zeiten für den TSV 1860 und seine erste Mannschaft werden stürmischer. Wie das Wetter am Millerntor.

2 Kommentare zu „1:3 am Millerntor – den Löwen gehts nass nei“

  1. Anne sagt:

    “Und die Zeiten für den TSV 1860 und seine erste Mannschaft werden stürmischer. Wie das Wetter am Millerntor.”

    Nur dass sich bei uns Sonnenschein und Regenschauer nicht abwechseln ;-)

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