Nur 1:1 gegen Pfullendorf – Der „Fahnentag“ hat trotzdem Spaß gemacht

1860-ii-pfullendorf-flyer.jpgIn den vergangenen drei Jahren haben die unermüdlichen Löwenfans jeweils am Saisonende dafür gesorgt, dass ein Spiel der U23 im altehrwürdigen Sechzgerstadion vor vollen Rängen stattfand. In dieser Saison soll alles anders werden, ab nun kümmmert sich der TSV 1860 selbst darum, die Ränge auch bei der 2. Mannschaft zu füllen. Der neue Organisationsleiter der 1860-Amateure, Sebastian Weber, hatte angekündigt, dass mehrere Heimspiele der U23 so beworben werden sollen, dass insgesamt der Zuschauerschnitt angehoben werden kann.

pfullendorf-choreo.jpgDen Auftakt machten heuer die Ticketaktionen gegen Kassel und den 1. FC Nürnberg II. Nun gings weiter mit der Aktion „Farbe bekennen – Zeichen setzen“ beim Heimspiel am 23. Oktober gegen Pfullendorf. Die ursprüngliche Idee war es, alle 80 Münchner Stadträte einzuladen, damit sie wissen, wofür sie am 11.11. abstimmen sollen. An diesem Tag sollte die endgültige Absegnung des Erhalts des Sechzgerstadions im Stadtrat stattfinden. Da diese Entscheidung nun laut 1860-Vizepräsident Franz Maget nur noch eine Formsache ist und von OB Christian Ude in den Dezember verschoben wurde, kam auch fast kein einziger Stadtrat (einer soll dagewesen sein) ins Stadion, aber dies tat dem Rest des Geschehens keinen Abbruch.

raus-aus-der-arena-doppelhalter.jpgDenn die Fans hatten den Aufruf des Vereins zum Anlass genommen, eine weitere Demonstration für den Erhalt ihres Sechzgerstadions auf die Beine zu stellen. Ein Fahnentag wurde organisiert. Jeder Löwenfan sollte so viel Fahnen mitbringen, wie es geht. Heutzutage und auch am Freitag wird zwar von der Polizei reglementiert (gott hab sie selig, die alten Zeiten…), was man an Fahnen mitbringen darf, aber wen interessierts, wenn der Einlass für die Fahnen (16:30 Uhr) vor dem Zeitpunkt (17:15 Uhr) liegt, an dem ich 12 (!) Tagesfahnenpässe für Fahnen über 1,50 Meter Stocklänge ausgehändigt bekomme?

vergangenheit-zukunft-gegenwart-spruchbander-2.jpgDas Spiel geriet fast zur Nebensache. Ohnehin war die Stimmung in der Stehhalle sehr laut, da auch die sonst nicht ganz so zahlreich bei den Amateuren anwesenden jungen Leute der Cosa Nostra kräftig mit anfeuerten. Zum Spielbeginn wurden die Transparente der Aktion XXX.Tausend („Ein Verein – eine Heimat“) in der Stehhalle hochgezogen. Nach rund zehn Minuten entrollten die Mitglieder der Gruppierung „Münchner Freiheit“ ihre mitgebrachten und ebenfalls angemeldeten Tapeten mit folgender Aufschrift: „Vergangenheit: Ort des größten Triumphs. Gegenwart: meistbespieltes Stadion Deutschlands. Zukunft: Einzige Lösung – Grünwalder Stadion“.

jungwirth-freistos.jpgDie Löwen holten einen 0:1-Rückstand auf und schafften zwar noch das 1:1 durch Julian Leist, nicht mehr jedoch den 2:1-Siegtreffer. Erwähnenswert finde ich noch, dass ich mit den letzten Gästen erst um 0:50 Uhr die Stadionwirtschaft verließ. Angesichts vieler interessanter Gespräche rund um die Stadionfrage bei 1860 vergaß ich fast, dass ich am nächsten Tag früh aufstehen musste, um mit dem Zug zum Auswärtsspiel der Profis beim FSV Frankfurt zu fahren.

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