3:1 gegen Duisburg – starten wir jetzt eine Siegesserie?
Sonntag, 18. Oktober 2009
Nach zuletzt drei sieglosen Liga-Spielen während der Wiesn waren die Erwartungen für das Spiel gegen Duisburg schon sehr niedrig, Kritiker rechneten mit dem Schlimmsten. Und einige meinten schon, die Stadionfrage könnte sich durch einen Abstieg von selbst lösen.
Nur 19.200 Zuschauer hatten den Weg nach Fröttmaning gefunden. Unter ihnen auch Otto Steiner, der ehemalige 1860-Präsidentschaftskandidat, mitten im Block 130 der Nordkurve. Vor dem Spiel gabs das altbekannte Anti-Rassismus-Transparent mit dem Spruch „Zeigt Rassismus die Rote Karte“ der Löwenfans gegen Rechts auf dem Rasen und während des Spiels hing die Fahne „Gemeinsam gegen Rassismus“ am Mitelrang über der Nordkurve.
Schon nach fünf Minuten ging Sechzig in Führung, und zwar durch einen flach und stramm geschossenen Freistoß von José Holebas. Die Mauer der Duisburger stand äußerst schlecht. Ein Auftakt nach Maß, endlich mal.
Ewald Lienen hatte diesmal ein glückliches Händchen bei der Aufstellung und brachte erstmals die jungen Spieler Emanuel Biancucchi (der 21-jährige Argentinier bekommt einfach keine Spielberechtigung für die U23) und Peniel Mlapa (18, aus Togo stammender Spieler, der seit ewigen Zeiten in Unterföhrung wohnt und dort früher für meinen Heimatverein kickte, bevor er 1999 als 8-Jähriger zum TSV 1860 wechselte).
In der zweiten Halbzeit gabs dann seinen großen Auftritt: Nach Traumpass von Kapitän Benny Lauth zog Mlapa trocken ab und traf genau ins linke obere Kreuzeck zum 2:0 für die Löwen. Die anderen Spieler freuten sich mit ihm, als wäre es sein erster Treffer gewesen, dabei hatte er ja neulich schon in Sankt Pauli den Anschlusstreffer erzielt und steht nunmehr schon mit 2 Treffern in der Torschützenliste der Löwen.
In der Nordkurve sagte nach dem 2:0 ein Löwenfan aus Landshut zu mir: „Jetzt starten wir eine Siegesserie und steigen auf!“ So ist das bei Sechzig: Hopp oder topp, dazwischen gibts nichts…
Nach dem obligatorischen Zittern um die Löwen, als Duisburg durch Sören Larsen das 2:1 gelang, durfte sich dann auch Benny Lauth in die Torjäger-Liste eintragen: Nach wunderschöner Vorarbeit von Aleksandar Ignjovski, der den Duisburger Torhüter Tom Starke umkurvte und dabei den Ball fast liegenließ, drückte Lauth das Leder über die Linie. Es war sein 4. Saisontreffer.
Nach dem Spiel herrschte eine fröhliche und ausgelassene Stimmung im Fanraum. Ex-1860-Jugendspieler Jörg Müller-Gesser, mit dem ich diesmal in der Arena war, entdeckte nicht nur seinen Bruder Ralph, dessen Abiturzeugnis bei uns an der Wand hängt, sondern auch sich selbst auf einem Foto wieder. Als er 1992 aus der A-Jugend von 1860 nach Starnberg wechselte und mit Starnberg in der Saison 1992/93 beide Spiele gegen 1860 gewann, glänzte er einmal sogar als Torschütze. Nachdem er seine Karriere beendete, ist er jetzt Lehrer auf dem Thomas-Mann-Gymnasium in Obersendling und gewann zuletzt mit den „Atomic Allstars“ den Freizeitkickerpokal der Abendzeitung.
Für die Löwen gehts nächsten Samstag beim FSV Frankfurt weiter. Als wir dort letztes Jahr 3:0 (allerdings damals in der Commerzbank-Arena) siegten, hießen die Torschützen Fabian Johnson, Timo Gebhart und Lars Bender. Wäre schön, wenn die Löwen erneut drei Tore schießen. Es werden diesmal aber definitiv andere Torschützen sein…







