0:1 gegen Lautern – wenigstens lieber Besuch aus Linz
Montag, 2. November 2009
Jeder der 24.000 Zuschauer in der Arena hat am Sonntag gesehen, welch debakulöse Vorstellung die Löwen-Profis auf den Rasen “zauberten“, es war so bitter, so beschämend! Dafür stand das Spiel für mich an diesem Allerheiligentag 2009 von Beginn an nicht im Mittelpunkt des Geschehens, zu tief saßen noch der Frust über das sang-und klanglose Ausscheiden aus dem DFB-Pokal und das Ende der Träume, irgendwann mal zum Pokalfinale nach Berlin fahren zu dürfen.
Und es gab noch weitere Gründe. Eine meiner Lieblings-Rapbands, „Texta“ aus Linz, waren am Wochenende in München, weil sie am Samstagabend auf der JUICE-Jam im Backstage auf der Bühne („Legends Stage“) standen. Mindestens drei der fünf Bandmitglieder sind absolute Fußballfans und gehen in Linz zum drittklassigen FC Blau-Weiß Linz, dem Nachfolgeverein von VÖEST Linz.
Und so kamen Huckey, Laima und DJ Dan dann mit dem Taxi ins Stadion, leider erst zehn Minuten nach dem Anpfiff, Künstler sind eben keine Frühaufsteher. In der zweiten Halbzeit stellten wir uns direkt in den Block 130 der Nordkurve und Huckey, der 43 jahre alte Frontmann der Linzer Rap-Legenden, versuchte mich mit seiner ganzen Fußball-Lebenserfahrung immer wieder aufzubauen.
Aber wie allen anderen leidgeprüften Löwenfans war mir von Anfang an klar, dass dieser Fußballnachmittag böse enden würde und so kam es auch. Die Fans gingen auf die Barrikaden, sangen schon ab der 30. Minute „wir ham die Schnauze voll“ und verweigerten teilweise die Anfeuerung des Teams. Eines Teams, das gar kein Team ist, sondern aus teilweise gnadenlos überforderten Einzelspielern besteht.
Wir versuchten uns von der beschämenden Vorstellung abzulenken und hatten auch so unseren Spaß, Löwenfan Manuela Brehm aus Höslwang im Chiemgau präsentierte die neuesten Skimoden, wir entdeckten, dass die drei Stürmer alle ähnliche Spitznamen (Benny, Kenny und Penny) haben und Martin Roithmeier aus Schierling “freute” sich schon sarkastisch auf die nächsten Auswärtsfahrten. Tatsächlich stehen nun mit zwei Auswärtsspielen in Folge in Cottbus (08.11.) und Bielefeld (20.11.) zwei absolut schwere Brocken auf dem Programm. Schier unbezwingbare Gegner für die derzeit bei 1860 beschäftigten Fußball-Profis.
Heuer gibt es noch zwei Spiele der Löwen in der Fröttmaninger Arena: Am Sonntag, 29.11. gegen Fortuna Düsseldorf und am Samstag, 12.12. gegen den FC Augsburg. Dank der traditionell zahlreich vertretenen Auswärtsfans aus Schwaben sollten wir zumindest gegen Augsburg mal wieder über 30.000 Zuschauer haben. Für lange Zeit zum letzten Mal?
Wenigstens haben die aktiven Löwenfans die Zeichen der Zeit erkannt und demonstrierten zum wiederholten Mal mit Spruchbändern für eine Rückkehr des TSV 1860 ins Sechzgerstadion.
„Alle Wege führen nach Giesing“, das Transparent, das beim letzten Pflichtspiel der Löwen-Profis im 60er gehisst wurde, kam wieder zum Vorschein. Und ein Spruchband mit der Aufschrift „Ja zum Sechzger – Ja zum Ausbau“ wurde ebenfalls hochgehalten. Das Transparent “Mietnomaden” hing das ganze Spiel am Mittelrang in der Arena-Nordkurve.

