Berlin ist immer eine Reise wert – auch für einen Punkt aus Köpenick

Unter den Löwenfans gibt es eine Wertigkeitstabelle der einzelnen Auswärtsspiele. Union Berlin ist in dieser Spielzeit ganz klarer Spitzenreiter, was die Attraktivität der Auswärtsspiele der Löwen angeht. Ein sogenanntes „Pflichtspiel“. Denn gegen Union Berlin hatten die Löwen noch kein einziges Punktspiel und nur ganz wenige Löwenfans waren mal bei einem anderen Spiel im Stadion „Alte Försterei“ vor Ort dabei.

weltzeituhr-2.jpgEigentlich hatte ich mir immer gedacht, dass ich das gesamte Wochenende in Berlin verbringen würde, wenn wir mit Sechzig endich bei Union Berlin spielen, aber der Spielplan der Regionalliga machte mir einen Strich durch die Rechnung und so schloss ich mich der Reisegruppe der „Blue Pirates Murnau“ an, die mit dem ICE zunächst zum Spiel der 1860-Amateure in Kassel am Samstag fahren wollte. Die witterungsbedingte Absage dieses Spiels brachte unsere Reiseplanung wiederum ins Wanken, denn wir hatten mit unserem Gruppen-Fahrschein “Zugbindung” und mussten so eigentlich fünfeinhalb Stunden in Kassel auf den nächsten Zug warten. Letztlich stiegen wir in Göttingen aus und enterten einen ICE, für den wir eigentlich kein Ticket, aber gezahlt hatten.

gedachtniskirche-201209.jpgNach meiner Ankunft am neuen Berliner Hauptbahnhof fuhr ich mit dem Münchner Filmemacher Hubert Pöllmann sofort zum Brandenburger Tor und zum Reichstag. Bei klirrender Kälte reihten wir uns in die Warteschlage zur Reichstagskuppel ein. Drin war es ebenso saukalt wie draußen, da es sich nicht um eine hermetisch abgedichtete Halbkugel handelt.

Anschließend trafen wir uns noch mit PRO1860-Vorstand Andreas Petri und seinen Freunden zum Abendessen bei einem Inder in Charlottenburg und fuhren gegen Mitternacht in unser gebuchtes Hotel neben dem Wilmersdorfer Friedhof.

stefanbirgit-currywurstessen.jpgAm Sonntag traf ich mich um 10 Uhr mit Stefan Schneider und Birgit Zacher am Bahnhof Zoo. Wegen der Kälte entschieden wir uns, mit der Buslinie 100 durch die Innenstadt zu fahren, weil man so auch die wichtigsten Sehenswürdigekiten vor die Linse bekommt. Ich wollte unbedingt zur Weltzeituhr am Alexanderplatz, die ich 1982 als 12-Jähriger zum ersten Mal gesehen hatte. Für mich ist die Weltzeituhr, gerade neben der Silhouette des Fernsehturmes mit der Discokugel oben drauf immer noch eine sehr futuristische Attraktion.

Danch gab es einen kleinen Currywurst-Wettstreit zwischen Stefan Schneider und  Birgit Zacher. Während Schneider, der zuvor noch nie im Osten Berlins war, am Alexanderplatz händeringend einen Currywurst-Imbiss suchte und fand, kannte Birgit Zacher einen guten Laden im Bahnhof Friedrichstraße. Besonders die pikante Soße gab den Ausschlag dafür, dass Birgit Zacher den Wettstreit gewann.

union-1860-spielszene.jpgDann gings mit der S-Bahn hinaus nach Köpenick, wo man nach wenigen hundert Metern das Stadion „Alte Försterei“ erreicht. Eine sehr stimmungsvolle Kulisse erwartete uns. Zwar waren nur gut 15.000 Zuschauer (darunter 1.700 Löwenfans) da, doch die machten einen Lärm, als ginge es um den Europapokaltitel. Auf schnee-bedecktem Rasen bestimmten die Löwen in der 1. Halbzeit trotz 0:1-Rückstand das Spiel und kamen noch vor der Pause durch Charilaos Pappas zum verdienten 1:1-Ausgleich.

In der 2. Halbzeit ließen sich die Sechzger zwar ein bisserl in die Defensive drängen, doch hatten wir in der Schlussminute auch das Glück auf unserer Seite, als der Schuss eines Union-Spielers nur an den Innenpfosten prallte. Nach dem Abpfiff gab es noch ein kleines Gerangel, als einige Union-Spieler auf Sascha Rösler losgingen, und Miki Stevic ihn schützen wollte. Dies tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Alle freuten sich, die 90 Minuten in der Eiseskälte durchgestanden zu haben. Unser Rückfahrt-ICE fuhr gegen 17 Uhr am Berliner Hauptbahnhof nach München los.

hettich-im-tumult.jpgJetzt gilt es, erstmal die kurze Winterpause und die weihnachtliche Ruhe zu genießen sowie zu regenerieren, bevor es schon am 17. Januar 2010 in Koblenz wieder weitergeht.

4 Kommentare zu „Berlin ist immer eine Reise wert – auch für einen Punkt aus Köpenick“

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