Archiv für März 2010

0:4 in Kaiserslautern – höchste Saisonniederlage der Löwen

Mittwoch, 31. März 2010

betzenberg-1.jpgWieder einmal ein Montagsspiel für den TSV 1860. Der 1. FC Kaiserslautern kann davon jedoch schon ein Lied singen, schließlich muss er als Aufstiegskandidat derzeit fast ständig montags für das DSF antreten. Die Fans aus beiden Lagern, ohnehin freundschaftlich verbunden, „honorierten“ dies mit sehr lauten „Scheiß DSF“-Rufen, die dürfte jeder Fernsehzuschauer gehört haben.

leib-und-seele-transparent.jpgEbenso hörte man am Bildschirm sicher auch folgenden erstmalig bei einem Spiel vorgetragenen Gesang aus dem Löwenfanblock: „Mit Leib und Seele - aus voller Kehle - in den Farben weiß und blau/ ja das ist München’s große Liebe/ Stolz von Giesing/ Te-Es-Vau/ an der Grünwalder Straße daheim/ Sechzig München, muss es sein.“ Dabei handelt es sich, Experten werden es schon bemerkt haben, um den Refrain des Songs „Mit Leib und Seele“ der Münchner Band „Die Vorstadtkönige“, die neulich auch beim Concerto Leone im Feierwerk auftraten.

1860-ehrenrunde-in-lautern.jpgÜber das Spiel gibts nicht viel zu sagen, Ihr wisst es ja schon vom Live-Erlebnis im Stadion, am Bildschirm oder aus der Presse: Sechzig verlor auf dem Betzenberg 0:4 und erlitt die höchste Saisoniederlage. Die Pfälzer stehen hingegen kurz vor dem 2. Wiederaufstieg in die Bundesliga, und das witzigerweise mit Marco Kurz, der im Februar 2009 bei 1860 als Trainer entlassen wurde. Heute treten die Löwen mit Ewald Lienen auf der Stelle und man steht letztlich auch nicht besser da als zu der Zeit, als Marco Kurz gehen musste.

Alexander Ludwig verschoss in der 1. Halbzeit einen Elfmeter, nachdem Dominik Stahl gefoult wurde und eine blutige Wunde im Gesicht davontrug.

blue-pirates-murnau-kaiserslautern-290310.jpgIch fuhr mit den Blue Pirates Murnau im 19-Sitzer wieder nach Hause und war um 4 Uhr morgens am Stachus und um viertel nach 4 Uhr daheim. Die Mannschaft kam erst gegen 5 Uhr morgens mit dem Bus am Trainingsgelände wieder an, wie man den Zeitungen entnehmen konnte.

Weiter gehts am Ostersonntag um 13:30 Uhr in Fröttmaning gegen Energie Cottbus.

Löwenfans demonstrieren fürs Sechzgerstadion – und gegen OB Ude

Sonntag, 28. März 2010

Mit seiner Entscheidung, die Planungen des TSV 1860 für einen Umbau des Grünwalder Stadions abzulehnen, hat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude die Löwenfans in der vorletzten März-Woche mitten ins Herz getroffen.

keinen-cent-fur-150-jahre-tradition-spruchband-260310.jpgDienstag, der 23. März 2010 war daher definitiv ein schlechter Tag in der Geschichte des TSV 1860, die nunmehr ja genau 150 Jahre andauert. Am selben Abend gab es auch noch das Amateure-Nachholspiel im Sechzgerstadion gegen Aalen und mit dem 0:1 die erste Heimniederlage der U23 seit einem Jahr.

Am Rande dieses Spiels konnte man nur gelähmtes Entsetzen in den Gesichtern der Löwenfans ablesen. Zudem gab es immer wieder hasserfüllte Drohungen, die aber jeder Normalbürger hätte nachvollziehen können. Inzwischen ist die erste Sprachlosigkeit einer konstruktiven Bereitschaft zum Protest gewichen und dieser äußerte sich am vergangenen Wochenende wie folgt:

pro-pyeongchang-2018-spruchband-260310.jpgBeim Amateure-Heimspiel gegen den SC Freiburg II (1:1) hielten die Löwenfans in der Stehhalle des Sechzgerstadions drei Spruchbänder in die Höhe. „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ griff einen alten Spruch des Spartakusbundes nach dem ersten Weltkrieg auf und bezog sich darauf, dass OB Ude Sozialdemokrat ist. Der Spruch „3 Milliarden Euro für 3 Wochen im Winter 2018 – aber keinen Cent für 150 Jahre Tradition“ nahm ebenso Bezug auf Münchens Olympiabewerbung 2018 wie das beste Spruchband des Abends in Richtung Ude: „Wenn Du unseren Traum zerstörst, zerstören wir deinen – Pro Pyeongchang 2018!“

flashmob-1.jpgAm Samstag, 27. März gab es dann eine spontane Teilnahme von rund 300 Löwenfans an der angemeldeten Demonstration des World Wildlife Fund (WWF) auf dem Münchner Marienplatz im Rahmen der weltweiten Aktion „Earth Hour“. Um ein Zeichen für einen wirksameren Klimaschutz zu setzen, wurden die Münchner Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und die Verwaltung dazu aufgerufen, ab 20:30 Uhr für eine Stunde das Licht auszuschalten. Begleitet wurde die Aktion durch einen öffentlichen Lichterzug vom Sendlinger Tor zum Odeonsplatz.

Die 300 Löwenfans gesellten sich am Marienplatz dazu und demonstrierten mit mehreren Transparenten (wichtigste Aussagen: “Bevor die Lichter endgültig ausgehen - zurück ins Sechzger” und: “Für ein klimaneutrales Stadion”) sowie hunderten Wunderkerzen gegen den Beschluss der Stadtspitze um OB Ude.

flashmob-6.jpgWeitere Aktionen werden folgen, und zwar solange, bis die Stadtspitze den Beschluss, Sechzig nicht endlich doch das Sechzgerstadion umbauen zu lassen, zurückgenommen hat. In Intenet-Mailverteilern rufen Löwenfans bereits zu weiteren friedlichen Protestaktionen auf: “Bildet Banden - bildet Netzwerke! Das heute war das Pilotprojekt - wir starten jetzt richtig durch!”

2:1 gegen FSV Frankfurt – in gespenstischer Atmosphäre

Dienstag, 23. März 2010

nordkurve-mittelrang-und-unterrang.jpgGemäß des Urteils des DFB gegen 1860 wegen der Vorfälle vom Spiel gegen Ahlen (zwei Löwenfans liefen nach dem Spiel auf den Platz und es flogen Feuerzeuge aus der Nordkurve) durften am Sonntag, 21. März gegen den FSV Frankfurt nicht mehr als 13.000 Löwenfans (also ein bisserl mehr als die Jahreskarteninhaber) und die Gästefans in der Arena anwesend sein.

Auch Tageskarten durften nicht verkauft werden, nachdem der Verkauf von Tickets für dieses Spiel bereits am Tag des Urteilsspruchs eingestellt werden musste. Zusätzlich mussten sämtliche Inhaber von Stehplatz-Karten in den Mittelrang der Nordkurve umziehen, während die Jahreskarteninhaber, die normalerweise im Mittelrang der Nordkurve einen Sitzplatz haben, in die Gegengerade umgesiedelt wurden.

nordkurve-unterrang-1.jpgVor Ort ergab sich ein ungewohnt gespenstisches Bild, da der gesamte Unterrang in der Nordkurve komplett leer stand und dort nur die grauen Sitzschalen zu sehen waren, während die Fans im Mittelrang standen und von dort aus anfeuerten.

Natürlich war zu erwarten, dass die Löwenfans oben sogar lauter sein könnten, aber viele der aktiven Löwenfans waren noch ein bisserl müde vom Abend zuvor, als PRO1860 im Feierwerk das höchst gelungene „Concerto Leone“ veranstaltet hatte. Bands und Künstler aus der Löwenfanszene traten kostenlos auf, der Erlös der rund 650 verkauften Eintrittskarten abzüglich der Kosten ging an die Jugendabteilung des TSV 1860 München, der heuer sein 150-jähriges Bestehen feiert.

1860-munchen-graffiti-feierwerk.jpgDas Spiel lief am Sonntag zwar ein wenig an mir vorbei, aber das macht nix. Es lag zum einen daran, dass ich selbst bis halb 4 Uhr morgens im Feierwerk als Türsteher fungierte, zum anderen daran, dass die unterschiedlichsten Löwenfans mir Geschichten vom Vorabend erzählten, während ich mich mit ein paar Leuten an der Oberkante des Unterrrangs in der Nordkurve platzierte, wo man hinter einem blau-weißen Absperrband (sehr gut!) stehen durfte.

rakic-torjubel-210310.jpgNichtsdestotrotz bekam ich die zwei schönen Tore von Djordje Rakic und Alexander Ludwig mit. Das Gegentor fiel auf der Gegenseite und kurz danach war eh Abpfiff, also alles bestens. Die Löwen jetzt mit 41 Punkten auf Platz 7. Vielleicht ist sogar Platz 4 noch drin, denn inzwischen haben wir nur noch 4 Punkte Rückstand auf Fortuna Düsseldorf.

Das Spiel bei der Fortuna wurde nunmehr übrigens terminiert. Es findet am Sonntag, 18. April um 13:30 Uhr in der Düsseldorfer „Villa Kunterbunt“ (so nennen die Düsseldorfer ihre Arena wegen der bunten Sitzschalen) statt. Bei den Löwen gehts jetzt aber erstmal weiter am kommenden Montag, 29. März um 20:15 Uhr (live in DSF) auf dem Betzenberg in Kaiserslautern.


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