Löwenfans demonstrieren fürs Sechzgerstadion – und gegen OB Ude

Mit seiner Entscheidung, die Planungen des TSV 1860 für einen Umbau des Grünwalder Stadions abzulehnen, hat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude die Löwenfans in der vorletzten März-Woche mitten ins Herz getroffen.

keinen-cent-fur-150-jahre-tradition-spruchband-260310.jpgDienstag, der 23. März 2010 war daher definitiv ein schlechter Tag in der Geschichte des TSV 1860, die nunmehr ja genau 150 Jahre andauert. Am selben Abend gab es auch noch das Amateure-Nachholspiel im Sechzgerstadion gegen Aalen und mit dem 0:1 die erste Heimniederlage der U23 seit einem Jahr.

Am Rande dieses Spiels konnte man nur gelähmtes Entsetzen in den Gesichtern der Löwenfans ablesen. Zudem gab es immer wieder hasserfüllte Drohungen, die aber jeder Normalbürger hätte nachvollziehen können. Inzwischen ist die erste Sprachlosigkeit einer konstruktiven Bereitschaft zum Protest gewichen und dieser äußerte sich am vergangenen Wochenende wie folgt:

pro-pyeongchang-2018-spruchband-260310.jpgBeim Amateure-Heimspiel gegen den SC Freiburg II (1:1) hielten die Löwenfans in der Stehhalle des Sechzgerstadions drei Spruchbänder in die Höhe. „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ griff einen alten Spruch des Spartakusbundes nach dem ersten Weltkrieg auf und bezog sich darauf, dass OB Ude Sozialdemokrat ist. Der Spruch „3 Milliarden Euro für 3 Wochen im Winter 2018 – aber keinen Cent für 150 Jahre Tradition“ nahm ebenso Bezug auf Münchens Olympiabewerbung 2018 wie das beste Spruchband des Abends in Richtung Ude: „Wenn Du unseren Traum zerstörst, zerstören wir deinen – Pro Pyeongchang 2018!“

flashmob-1.jpgAm Samstag, 27. März gab es dann eine spontane Teilnahme von rund 300 Löwenfans an der angemeldeten Demonstration des World Wildlife Fund (WWF) auf dem Münchner Marienplatz im Rahmen der weltweiten Aktion „Earth Hour“. Um ein Zeichen für einen wirksameren Klimaschutz zu setzen, wurden die Münchner Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und die Verwaltung dazu aufgerufen, ab 20:30 Uhr für eine Stunde das Licht auszuschalten. Begleitet wurde die Aktion durch einen öffentlichen Lichterzug vom Sendlinger Tor zum Odeonsplatz.

Die 300 Löwenfans gesellten sich am Marienplatz dazu und demonstrierten mit mehreren Transparenten (wichtigste Aussagen: “Bevor die Lichter endgültig ausgehen – zurück ins Sechzger” und: “Für ein klimaneutrales Stadion”) sowie hunderten Wunderkerzen gegen den Beschluss der Stadtspitze um OB Ude.

flashmob-6.jpgWeitere Aktionen werden folgen, und zwar solange, bis die Stadtspitze den Beschluss, Sechzig nicht endlich doch das Sechzgerstadion umbauen zu lassen, zurückgenommen hat. In Intenet-Mailverteilern rufen Löwenfans bereits zu weiteren friedlichen Protestaktionen auf: “Bildet Banden – bildet Netzwerke! Das heute war das Pilotprojekt – wir starten jetzt richtig durch!”

3 Kommentare zu „Löwenfans demonstrieren fürs Sechzgerstadion – und gegen OB Ude“

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