2:2 gegen Oberhausen – irgendwie wars ganz unterhaltsam
Montag, 26. April 2010
Als ich gegen 11:45 Uhr den Presseraum der Arena betrat, bekam ich gleich das erste Highlight des Tages zu sehen: Stadionsprecher Stefan Schneider hatte eine bunt karierte Stoffhose an. Und das, obwohl er nicht gerade als golfspielender Porsche-Fahrer bekannt ist.
Kurz nachdem ich dann gegen 12 Uhr den 1860-Fanraum in der Arena öffnete, kam mein Oberhausener Fanbeauftragten-Kollege Oliver Gerth vorbei, der an diesem Tag wie so oft von vielen oberflächlichen Menschen, vor allem von Bediensteten der Arena GmbH und der Münchner Polizei, als vermeintlicher Hooligan geoutet wurde. Und das, weil er tätowierte Unterarme hat….
Ich schaute mir das Spiel in der 1. Halbzeit ausnahmsweise vom Mittelrang in der Nordkurve aus an und erlebte so die beiden Tore der Löwen zur 2:0-Führung mit. Erstens: Benny Lauth traf per Foulelfmeter nach elf Minuten. Zweitens: Peniel Mlapa zog mit dem Vollspann ab und drosch das Leder aus rund 12 Metern halbhoch ins lange Eck. Ein wunderschöner Treffer.
Leider gab es noch vor der Halbzeit den Ausgleichstreffer von RWO zu bestaunen. Zum 4. Mal hatten die Löwen heuer einen 2:0-Vorsprung vergeigt. Unglaublich.
In der Halbzeit begab ich mich in den Süden, um zum Einen die neue Fahne der Schweizer Löwen zu fotografieren und zum Anderen meinen Oberhausener Kollegen in seinem Block zu besuchen. Dort verharrte ich die 2. Halbzeit. Intreressant, wie die Jungs vom Niederhein über Moritz Stoppelkamp, den Aufsteiger der Saison in RWO-Reihen sprechen. Einerseits scheint er ein großes Talent mit tollen Anlagen zu sein, andererseits auch nicht gerade der hellste Kopf. Wahrscheinlich wird Miki Stevic ihn eh nicht holen.
Nach dem Spiel öffnete ich wie gewohnt nochmal den Fanraum, was so illustren Besuch wie Andi Petri (1. Vorstand von PRO1860), C.C. Diamond (Ex-Echorausch) und 1860-Fanrat Basti Morsack zur Folge hatte.
Besonders spannendes gibts von der Nachspielzeit im Fanraum nicht zu erzählen . Dafür war das Spiel diesmal wieder mal sehr unterhaltsam. Wenn auch leider nicht drei Punkte für die Löwen heraussprangen.
Weiter gehts nächsten Sonntag (2. Mai, 17:30 Uhr) in Augsburg und dann steht das letzte Saison-Spiel in der Allianz Arena am Sonntag, 9. Mai um 15 Uhr gegen Union Berlin auf dem Programm.


Die längste Theke der Welt ist immer eine Reise wert, so dachten viele Löwenfans und deshalb fanden sich rund 2000 auch an einem Sonntagmittag in der für uns neuen Esprit-Arena in Düsseldorf ein. Die Fortuna-Fans nennen ihre Arena ja „Villa Kunterbunt“ (nach dem Haus, in dem Pippi Langstrumpf lebte), wegen der vielen bunten Plastiksitze, die zwischen die grauen Sitzschalen gemischt wurden und ein für deutsche Stadien ungewöhnliches Bild abgeben.
Es gab einige organisierte Bus-und Zugfahrten nach Düsseldorf. Ich hatte eine Zugfahrt für 135 Löwenfans geplant und durchgeführt. Wir kamen am Samstagabend in Düsseldorf an, checkten in unser Hostel ein und schon um 22 Uhr trafen sich fast alle in der Stadt anwesenden Löwenfans am „Auberge“. Dabei handelt es sich um ein Lokal, das direkt an einer Kreuzung in der Altstadt liegt, und zwar in der Bolker Straße.
Nachdem wir am Sonntag das Haus von Pippi Langstrumpf betreten hatten, stand es auch schon 1:0 für die Gastgeber. Langeneke hieß der Torschütze. Gabor Kiraly hielt einige Schüsse und verhinderte so einen höheren Rückstand zur Pause. In der zweiten Halbzeit spielten die Löwen besser, aber es kam nichts Zählbares zustande.
Irgendwann gabs das angemeldete Spruchband eines Löwenfans, das exorbitant lang und mit großen Buchstaben gemalt war. Darauf stand: „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten – Für Dienstnummern beim USK“. Kurz vor dem Abpfiff gabs noch das 2:0 für die Fortuna durch einen Foulelfmeter. Erneut traf Langeneke. Anschließend schaute 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers im Gästeblock vorbei und unterhielt sich lange mit einigen Löwenfans.
Wir fuhren zurück zum Bahnhof, wo wir noch eine Stunde Zeit hatten, um uns zu stärken und um 17:21 Uhr unser Zug zurück in die Heimat ging. Um 22:15 Uhr erreichten wir wieder Münchner Boden. Ich war sehr glücklich über den gelungenen Verlauf meiner Zugfahrt. Es gab keinen einzigen Aufkleber an Fensterscheiben und Zugwänden, was wenige Fangruppen von sich behaupten können.
Am Freitag, 9. April kam es in Fröttmaning zum Aufeinandertreffen zweier Traditionsvereine: TSV 1860 und Arminia Bielefeld. Im Jahr 1977 gab es die legendärsten Schlachten der beiden Clubs gegeneinander. Damals trafen die Löwen als 2. der 2. Liga Süd auf die Ostwestfalen als 2. der 2. Liga Nord in der Relegation zur 1. Liga. Das erste Spiel auf der Alm verloren die Löwen 0:4, da war alles eigentlich schon gelaufen. Nicht mehr alle Löwenfans, die ein Ticket für das Rückspiel hatten, wollten dies auch in Anspruch nehmen.
Diesmal stand für beide Teams weit weniger auf dem Spiel. Sechzig hat den Aufstieg schon seit Wochen abgehakt und Bielefeld musste neulich wegen Verstößen gegen die Lizenzauflagen den Abzug von vier Punkten hinnehmen. Um es kurz zu machen: Sechzig schlug Bielefeld diesmal in einem ausnahmsweise guten Spiel mit 3:1 durch Tore von Peniel Mlapa, Stefan Aigner und Djordje Rakic.
Doch das erfreulichste und am meisten unerwartete war, dass sogar die Arminia Bielefeld-Fans uns Unterstützung gaben im Kampf gegen die völlig überteuerte Allianz Arena: Einige von ihnen trugen kurz nach dem Anpfiff plötzlich T-Shirts mit den einzelnen Buchstaben des Slogans „RAUS AUS DER ARENA“.
Und unten am Zaun der Nordkurve war das Transparent mit der Aufschirft „NOlympia“ zu sehen, zu dem es auch eine eigene Homepage gibt:
Und ich sage es ganz offen: Mir als Löwenfan ist ein umgebautes Sechzgerstadion auf Giesings Höhen wichtiger als zwei Wochen Olympische Spiele. Weil es nachhaltiger ist.