Archiv für April 2010

1:1 gegen Ulm – Mühsam ernährt sich das U23-Eichhörnchen

Sonntag, 11. April 2010

ama-lion-stander-vor-stawi.jpgAm 26. Spieltag der Regionalliga Süd gab es leider Terminprobleme im Sechzgerstadion. Nachdem das Zweitligaspiel 1860-Bielefeld in Fröttmaning ausgerechnet auf den geplanten Termin des Heimspiels der 1860-Amateure gegen Ulm gelegt wurde, musste dieses Spiel verlegt werden. Da am Samstag aber die 2. Mannschaft des roten Lokalrivalen gegen die Amateure von Borussia Dortmund das Grünwalder Stadion belegten und der Sonntag aus irgendwelchen Gründen auch nicht als Ausweichtermin zur Verfügung stand, musste das Ulm-Spiel auf Donnerstag verlegt werden.

Nachdem ich an diesem Donnerstag viel zu tun hatte, kam ich erst fünf Minuten vor Spielbeginn am Stadion an. Mit mir stiegen am Wettersteinplatz die 30 Ulmer Jungspunde aus, die mit dem Zug angereist waren und unter Polizeischutz in die Höhle der Löwen gebracht wurden.

schwablwinkler-rentnerblock.jpgIch hielt mich dann entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten ausnahmsweise die gesamte erste Halbzeit auf der Südseite des Stadions auf. Meinen Ama-Lion, die Stadionzeitung der Amateure, kaufte ich diesmal bei dem Verkaufsständer vor der Stadionwirtschaft. Auf dem Titelbild diesmal Holger Knartz, der 2008 aus Pirmasens zur A-Jugend des TSV 1860 wechselte und seitdem behutsam aufgebaut wird. Zu meiner völligen Überraschung traf ich am Marathontor bei der Stawi dann auch die zwei ehemaligen Löwen-Spieler Manni Schwabl und Bernhard Winkler (jetzt Co-Trainer), die ich eher auf der Tribüne vermutet hätte als unten am Zaun bei den Fans. Volksnähe wird bei 1860 eben noch groß geschrieben.

hubert-pollmann-rentnerblock-080410.jpgIm Rentnerblock traf ich dann auch den Münchner Filmregisseur Hubert Pöllmann, der aber keinem breiteren Publikum bekannt sein dürfte, weil er echt schräge Filme dreht, die ein bisserl an Werke von Regisseur Herbert Achternbusch erinnern. Der 56-Jährige ist im Do-It-Yourself-Verfahren Filmschaffender geworden, nachdem ihn seine Laufbahnen als Finanzbeamter und Hauptschullehrer gelangweilt haben.

manga-torjubel.jpgDie „kleinen“ Löwen gerieten kurz nach der Halbzeit 0:1 in Rückstand, die 100 Ulmer Fans bejubelten den Treffer nur halbwegs lautstark, irgendwie hatten die Schwaben alle viel Respekt vor dem ach so gefährlichen Löwen-Anhang. Gottseidank gelang David Manga in der 61. Minute der verdiente Ausgleich: Sandro Kaiser hatte in die Tiefe auf Tarik Camdal gepasst, der lief halbrechts Richtung Tor, passte dann vom rechten Torraumeck quer durch den Strafraum auf Manga am zweiten Pfosten, der aus neun Metern flach ins rechte untere Eck zum 1:1 traf.

Nach dem Spiel mussten wieder die Sicherheitsvorkehrungen der Münchner Polizeidirektion 23 umgesetzt werden. Die Löwenfans durften sich in der Grünwalder Straße nur auf der östlichen Straßenseite aufhalten, bis der Ulmer Fanbus abgefahren ist. International ist es eher üblich, den Gästefans eine Blocksperre zu geben, bis alle Heimfans abgezogen sind, aber bei der Münchner Polizei gehen die Uhren eben anders.

basti-weber-gg-ulm.jpgIch traf nach dem Spiel nochmal unseren Veranstaltungsleiter Sebastian Weber, der mit dem Ablauf der Veranstaltung ebenso zufrieden war wie die Polizei. Nur der eine Punkt ist leider ein bisserl zu wenig im Kampf um den Klassenerhalt. Das 1860-Eichhörnchen ernährt sich derzeit etwas mühsam. Die letzten vier Heimspiele der U23 sind aber immer einen Besuch wert:

Freitag, 23. April, 18:60 Uhr: TSV 1860 II-Greuther Fürth II
Freitag, 7. Mai, 18:60 Uhr: TSV 1860 II-Karlsruher SC II
Sonntag, 16. Mai, 14 Uhr: TSV 1860 II-Eintracht Bamberg
Samstag, 29. Mai, 14 Uhr: TSV 1860 II-SSV Reutlingen

1:2 gegen Cottbus – ein irgendwie komischer Ostersonntag

Mittwoch, 7. April 2010

Am Sonntag, 4. April war der FC Energie Cottbus in Fröttmaning zu Gast. Das klingt komisch, weil der TSV 1860 dort ja seit geraumer Zeit auch nur noch Mieter ist.

arena-abgenickt.jpgÜber die gesamte Zeit des Spiels hing am Mittelrang der Nordkurve ein Transparent mit der Aufschrift „Wer Sechzig keine Zukunft gibt, tötet 150 Jahre Münchner Tradition“. Ein zum Beginn der 2. Halbzeit nur zeitweise hochgehaltenenes Spruchband brachte die Stimmung unter den Löwenfans in der Nordkurve noch besser auf den Punkt: „Arena abgenickt, GWS (gemeint war das Grünwalder Stadion) abgeschmettert – Ude, Du bist kein Löwe!!!“

ude-du-bist-kein-lowe.jpgDas Spiel begann mit einem frühen Gegentor der Lausitzer durch Nils Petersen. Der Name klingt zwar skandinavisch, es handelt sich jedoch nicht um einen norwegischen oder schwedischen Legionär, sondern um einen 21-Jährigen deutschen Jungstürmer, der in Wernigerode geboren ist und sogar schon einmal in der deutschen U21-Nationalmannschaft zum Einsatz kam.

Unser Oldie Sascha Rösler zeigte den jungen Spielern dann aber, wo der Hammer hängt und drosch einen schönen Freistoß zum 1:1-Ausgleich in der 35. Minute in die Maschen des von Ex-Haching-Torwart Gerhard Tremmel gehüteten Gästetores. Leider lösten sich die Hoffnungen der Löwenfans, dass das Spiel dadurch gewendet worden sei, in Luft auf, denn nur vier Minuten später erhöhte Stanislav Angelov in der 39. Minute auf 2:1 für Cottbus.

einlauf-040410.jpgIn der 2. Halbzeit wechselte Ewald Lienen dann Torben Hoffmann für den verletzten Mathieu Béda (46.), Benny Lauth für Peniel Mlapa (60.), und Charilaos Pappas für Djordje Rakic (71.) ein, doch der ersehnte Ausgleich fiel nicht mehr. Im Gegenteil, die Löwen spielten in Halbzeit Zwei leider noch schlechter als im 1. Abschnitt. Was die Löwenfans aber nicht sonderlich misslich stimmte. Zu sehr wissen die verbliebenen 17.800 Zuschauer, welche Stunde geschlagen hat und dass eine Lösung der Stadionfrage nicht mehr lange auf sich warten lassen kann, bevor es den TSV 1860 finanziell in der Luft zerreißt.

dusseldorf-1860-180410.jpgBei den Löwen-Profis geht es weiter am Freitag ab 18 Uhr mit dem fünftletzten Saisonspiel gegen Arminia Bielefeld in der Allianz Arena. Ein Wochenende danach findet das Auswärtsspiel in Düsseldorf statt. Für unsere gemeinsame Zugfahrt (Abfahrt am Samstag in München um 13:40 Uhr, Ankunft in München am Sonntagabend um 22:15 Uhr) mit Übernachtung in Düsseldorf suchen wir noch ein paar Mitfahrer, die ihren Platz bitte am Freitag im Fanraum der Arena bezahlen. Zugfahrt und Übernachtung kosten zusammen 100 Euro. Ein Stehplatzticket kostet nochmal zusätzlich 12 Euro.


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