Am Freitag, 7. Mai kam es zum drittletzten Heimspiel der 1860-Amateure auf Giesings Höhen in dieser Spielzeit. Um 18 Uhr 60 wurde die Partie gegen den Karlsruher SC II angepfiffen. Ich kam ein bisschen zu spät ins Stadion, da ich vorher noch ein paar Besucher durch meine Ausstellung im Puerto Giesing führte. Dort sind ja noch mindestens bis zum 20 Mai rund 80 Exponate aus 150 Jahren TSV 1860 München ausgestellt.
Die erste Halbzeit lief grausam ab, wir lagen nach einer halben Stunde bereits mit 0:2 im Rückstand. Gut, absteigen kann die Mannschaft des scheidenden Trainer Dieter Märkle nicht mehr, aber ein paar Erfolgserlebnissse wollen wir Fans im Gegensatz zu den Profis bei der 2. Mannschaft heuer schon noch mitnehmen. Immerhin hatte Manuel Schäffler in der 52. Minute per Foulelfmeter auf 1:2 verkürzt. Doch nachdem es in der 85. Minute immer noch 1:2 stand, war jedem klar, dass die Löwen nicht mehr siegen werden. Zu viele Chancen wurden vergeben.Etwas überraschend fiel dann doch noch der Ausgleich. Eine Freistoßflanke von David Manga von rechts verlängerte Tarik Camdal an den zweiten Pfosten, wo der eingewechselte Dimitry Imbongo goldrichtig stand und den Ball aus vier Metern zum 2:2 über die Torlinie beförderte.
In der Nachspielzeit erzielte ausgerechnet der Ex-Karlsruher Matthias Fetsch den Siegtreffer für die Löwen. Nach einem ausgezeichneten Freistoß von Manga konnte KSC-Torwart Kornetzky den Ball nur mit Hilfe der Latte parieren, Fetsch setzte entschlossen nach, drückte den Abpraller aus kürzester Distanz zum 3:2 über die Linie. Direkt danach pfiff der Schiedsrichter ab. Durch den Last-Minute-Erfolg erhöhten die Löwen ihre Serie auf drei Siege in Folge.
Matthias Fetsch stieg nach Spielende noch auf den Zaun, um die Jubelschreie der Löwenfans zu koordinieren. Die Stehhalle tobte und freute sich, dass die Löwen das 0:2 noch in einen 3:2-Sieg umbiegen konnten. Solche Siege sind die schönsten.
Nach dem Spiel begab ich mich in die Katakomben der altehrwürdigen Haupttribüne des Sechzgerstadions, um meinen Karlsruher Fanbeauftragten-Kollegen Burkhard Reich zu treffen, der zugleich auch Teamchef der KSC-Amateure ist. Er war von 1991 bis 1999 selbst Spieler bei den Badenern und absolvierte in dieser Zeit 200 Bundesligaspiele sowie 14 Zweitligaspiele für den KSC, zuvor kickte er beim BFC Dynamo Berlin. 1994 erreichte er mit dem KSC das Halbfinale im UEFA-Pokal, wo die Badener nach zwei Unentschieden nur aufgrund der Auswärtstorregel gegen Casino Salzburg ausschieden. Er teilte mir mit, dass er ab nächste Saison wohl nicht mehr die Funktion des Fanbeauftragen ausfüllen werde, da er sich voll und ganz auf die Position des Amateure-Teamchefs konzentrieren wolle.
Anschließend begab ich mich zu den Fans im Stadionwirtschafts-Biergarten, der bei schönem Wetter einfach auf der Freifläche vor der Tür stattfindet. Angeblich haben die Fans der Bayern-Amateure dort neulich sogar gegrillt. Wir machen demnächst dafür eine Lichterkette ums Stadion, um dem TSV 1860 zum 150. Geburtstag den Weg heim nach Giesing zu leuchten. Am Montag, 17. Mai ab 17 Uhr werden die Kneipen rund ums Stadion bevölkert, ab 21 Uhr werden die Lichter entzündet. Auch die Löwenbomber-Ausstellung im Puerto Giesing wird dann ausnahmsweise länger am Abend geöffnet sein.