1:1 gegen HSV in Tirol – Löwen werden immer stärker
Mittwoch, 28. Juli 2010
Nur drei Tage nach dem Achtungserfolg gegen Borussia Dortmund auf Giesings Höhen stand für die Löwen der nächste Härtetest auf dem Programm. In Schwaz im Tiroler Inntal kam es zum Aufeinandertreffen mt dem Hamburger SV. Das Spiel wurde auch in Sport1 live übertragen, aber es war natürlich eine Ehrensache, die Löwen vor Ort zu unterstützen.
Und so fuhr ich mit Hubert Pöllmann, dem Münchner Filmregisseur und Leiter eines Drehbuchseminars, gegen 15 Uhr in Giesing los. Über Tegernsee und Achensee führte uns der Weg in die malerische Tiroler Bergwelt, deren Anblick aber auch an diesem Tag wieder von dichten Wolken getrübt wurde. Wenigstens war der Blick ins Inntal und ins Zillertal frei. Gegen 17:30 Uhr erreichten wir den Spielort, wo sich überraschenderweise mehr als zweieinhalb Stunden vor dem Anpfiff schon etliche Löwen-und HSV-Fans vor dem Stadiontor eingefunden hatten. Wir gingen noch
ein paar Schritte in die Schwazer Innenstadt, um eine leckere Holzofenpizza zu uns zu nehmen. Gleich nach dem Betreten des Stadions traf ich meinen Fanbeauftragtenkollegen vom HSV, Mike Lorenz, den ich aufgrund des Klassenunterschiedes zwischen Sechzig und dem HSV normalerweise nur auf Tagungen sehe. Fast gleichzeitig betrat Antonia aus Tirol (www.wikipedia.org/wiki/Antonia_aus_Tirol), der musikalische Stargast des Tages, das Schwazer Sportzentrum. Sofort fotografierte ich meinen Kollegen aus Hamburg mit dem Schlagersternchen. Das Sportfoto der Woche. Im Endeffekt waren wir Löwenfans vor Ort in der Minderzahl gegenüber den HSV-Fans, obwohl es ja nur ein Katzensprung von München nach Schwaz ist. Dies lag jedoch daran, dass insgesamt 300 HSV-Fans ihre Rothosen ins traditionell jedes Jahr im Ötztal stattfindende Trainingslager begleiteten und anscheinend auch alle bei dem Spiel anwesend waren.
Die 50 Löwenfans machten sich trotzdem bemerkbar, spätestens zu Beginn der 2. Halbzeit, als ein kleines Rauchtöpfchen gezündet wurde. Die Mannschaft ließ sich davon inspirieren und zeigte in Halbzeit 2 auch mehr Feuer als im ersten Abschnitt. Nach rund 75 Minuten gelang ausgerchnet Moritz Leitner, dem österreichischen Jungtalent in Reihen des TSV 1860, nach schöner Vorarbeit von Benny Lauth der Ausgleichstreffer. Dem Ex-HSVer Lauth wäre kurz vor Spielende dann fast sogar der 2:1-Siegtreffer gelungen, leider traf er aber nur das Lattenkreuz.
Nichtsdestotrotz konnten die 50 Löwenfans sehr zufrieden den Heimweg antreten, denn schließlich haben wir mit Gabor Kiraly und Philipp Tschauner im Tor, Savio Nsereko, Alexander Ludwig und Benny Lauth in der Offfensive, sowie im Mittelfeld mit Stefan Aigner, Daniel Bierofka und Florin Lovin ausgezeichnete Spieler, das wussten wir nur bei einigen schon letztes Jahr. Dieses Jahr kommen jedoch mit den jungen Spielern besonders hungrige Nachwuchstalente hinzu, die auf Anhieb den Sprung in den Zweitliga-Kader schaffen könnten wie Christopher Schindler, Moritz Leitner, Kevin Volland, Daniel Hofstetter und Markus Ziereis.
Zudem haben Kai Bülow aus Rostock sowie der Ex-Löwe und im Probetraining befindliche Necat Aygün mehr Sicherheit in die 1860-Innenverteidigung gebracht. Aber wirklich sehen kann man dies erst, wenn der Ligabetrieb losgegangen ist. Am 14. August steht das DFB-Pokalspiel im ostwestfälischen Städtchen Verl auf dem Programm, am Montag, 23. August starten die Löwen dann in Bochum in die 7. Saison seit dem Abstieg aus der 1. Bundesliga.


Um 9 Uhr ging es im Sechzgerstadion schon mit dem Aufbau der Chorero los, danach musste ich aufs Trainingsgelände, weil dort bei der sogenannten „Giesinger Fan-Party“ ein paar Info-Stände der verschiedenen Fanorganisationen aufgebaut waren. Um 12:30 Uhr startete dann der große „Löwen-Marsch“ und nahezu alle 2000 Löwenfans, die das Gelände bevölkerten, machten sich auf der stadtauswärts gesperrten Grünwalder Straße zu Fuß auf zum Stadion.
Dafür staunte ich nicht schlecht, als ich zum Anpfiff um 15:30 Uhr die Choreografie der Löwenfans in der Stehhalle und Westkurve sah. Ich hatte mich extra in den Gästeblock in der Ostkurve begeben, um alles genau sehen zu können. In der Stehhalle wurde eine große Blockfahne aufgezogen, auf der ehemalige Sieger aus allen Sportarten des TSV 1860 zu sehen waren: Marina Kiehl, die Olympiasiegerin in der Ski-Abfahrt der Damen 1988 oder Gewichtheber Josef Straßberger, der 1928 in Amsterdam olympisches Gold im Schwergewicht holte.
In der Westkurve waren das ehemalige Vereinslogo des „Turnvereins München“ und das jetzige 1860-Logo in zwei großen Blockfahnen abgebildet. Sensationell, was die Choreo-Leute der Löwenfans diesmal auf die Beine gestellt hatten, mein voller Respekt!
Das Spiel war dann nur noch Nebensache, trotzdem schlugen die Löwen sich gegen Borussia Dortmund wacker und bekamen in der 2. Halbzeit einen Elfmeter geschenkt, den Alexander Ludwig gegen Roman Weidenfeller verwandelte.