4:2 gegen Worms – Amateur-Löwen jetzt Tabellenzweiter
Montag, 23. August 2010
Zumindest für einen Tag übernahm die Löwen-U23 durch den 4:2-Erfolg über Wormatia Worms die Tabellenführung. Gökhan Gümüssu (17.), David Manga mit einem Doppelschlag (39. und 57.) und Dimitry Imbongo Boele (62.) trafen für Sechzig.
Trainer Bernhard Winkler musste verletzungsbedingt gegen Wormatia Worms auf Kapitän Roland Sternisko (Anriss des Syndesmosebandes) und Augustin Hamidouche (Teilruptur des Außenbandes) verzichten. Damir Kurtovic fehlte zum letzten Mal wegen einer Sperre aus der Vorsaison. Aus dem Profi-Kader waren Tarik Camdal, Christopher Schindler und Necat Aygün dabei.
In der 17. Minute vergab zunächst Gökhan Gümüssu auf Zuspiel von Kushtrim Lushtaku, als er den Ball am Elfmeterpunkt nicht unter Kontrolle brachte. 30 Sekunden später hatte er die nächste Gelegenheit. Erneut konnte sich Lushtaku auf der rechten Seite durchsetzen. Mit viel Übersicht spielte er den Ball an Schindler in der Mitte vorbei an den langen Pfosten, wo Gümüssu mutterseelenallein den Ball annehmen konnte und aus elf Metern zum 1:0 ins rechte untere Eck traf (17.).
In der 39. Minute nahm Manga ein gegnerisches Geschenk dankend an. An der Strafraumgrenze wurde Manga angeschossen, schaltete schneller als sein Gegenspieler, setzte dem Richtung Tor abprallenden Ball nach und traf aus zwölf Metern flach ins kurze Eck zum 2:0. Völlig überraschend gelang Worms wenig später der Anschlusstreffer.
Der erste gelungene Angriff nach der Pause führte gleich zum 3:1. Gümüssu hatte schön auf den gestarteten Manga gepasst, der lief halblinks alleine auf Knödler zu, der Torhüter brachte zwar noch die Hand an den 13-Meter-Schuss, trotzdem landete der Ball im langen Eck (57.). Fünf Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Wormatia. Wieder hatte Gümüssu aus dem Zentrum steil nach vorne gespielt, Imbongo Boele lief seinem Gegenspieler davon, traf aus 15 Metern unhaltbar ins linke untere Eck
zum 4:1 (62.). Worms gelang zwar noch der 2:4-Anschlusstreffer, doch mehr war für die schwachen Gäste an diesem Abend nicht drin.
Julian Ratei gab nach dem Abpfiff noch den Vorsänger für die Stehhalle. Inzwischen sind die Löwen auf Platz der 2 der Regionalliga Süd abgerutscht, weil Hoffenheim II gegen Memmingen 6:0 gewann. Memmingen ist auch der nächste Gegner der Löwen-Amateure. Am Freitag, 27. August um 19:30 Uhr steht das Auswärtsspiel im Allgäu auf dem Programm.


Die Verler Verantwortlichen hatten sich wieder mal ins Zeug gelegt und sogar kleine Spiel-Wimpel produziert, wenngleich es am Spieltag nur noch zwei der Dinger zu kaufen gab. Für Löwenfans zu wenig. Insgesamt rund 450 Sechzger-Anhänger hatten sich bei schönem Wetter im idyllischen Stadion an der Poststraße eingefunden. Der Ground ist vom Bahnhof aus in fünf Minuten Fußweg zu erreichen. Wieder was dazugelernt, denn beim letzten Mal wurde ich von einem Fanbus bis vor den Gästeblockeingang kutschiert. Das Spiel lief dann auch alles andere als erfreulich und anders als 2007 ab: In der neunten Minute gingen die Hausherren mit 1:0 in Führung. Sechzig spielte „viel zu pomadig“, wie einige Löwenfans in meiner Nähe schimpften. Mit dem deprimierenden 0:1-Rückstand ging es dann auch in die Pause.
In dieser gab es ein Halbzeitspiel auf dem Rasen, zu dem ich mit ein paar Löwenfans in den Mittelkreis gebeten wurde. Drei Löwenfans traten gegen drei Verler Fans an. Alle sechs mussten jeweils im Kampf gegen die Uhr zehnmal im Kreis um einen kleinen Pylon laufen, und sollten danach eine kurze Strecke geradeaus rennen. Zwei der drei Löwenfans haute es sauber auf die Schnauze. Sieht leichter aus, als man denkt. Wenigstens wurden die Löwenfans für ihren Einsatz und dafür, dass sie sich zum Deppen gemacht hatten, belohnt. Der zeitbeste Löwe bekam ein aktuelles 1860-Trikot geschenkt, der Zweite einen Ball und der Dritte ein Käppi.
Kurz nach der Halbzeit traf ich den neuen 1860-Geschäftsführer Robert Niemann im Gästeblock, er unterhielt sich mit einigen Löwenfans. Zu diesem Zeitpunkt musste man ein Ausscheiden der Löwen befürchten, die Sorge um die knapp 250.000 Euro Antrittsprämie für Runde 2 des Wettbewerbs und den Imageverlust sah man ihm deutlich an. Trainer Reiner Maurer hatte in der Zwischenzeit jedoch reagiert und für Aleks Ignjovski, der in der Vorbereitung kaum spielen konnte, den 17 Jahre alten offensivstarken Moritz Leitner (gebürtiger Münchner mit österreichischem
Pass) ins Spiel gebracht. In der 69. Minute war es dann soweit: Nach schöner Vorarbeit von Leitner verlängerte Stefan Aigner den Ball mit dem Kopf ins gegnerische Tor, der Ausgleich, endlich. Ein paar Minuten später war erneut Stefan Aigner zur Stelle. Er erhöhte wiederum per Kopf auf 2:1. Riesiger Jubel bei den Spielern und den mitgereisten Fans.
Ein Löwenfan scheint überzeugt zu sein, dass die Pokal-Trophäe im Jahr 2011 nach 1942 und 1964 endlich mal wieder an 1860 München verliehen wird. Er malte einen Doppelhalter, den ich kurz vor Ende des Spiels fotografierte.
Wegen anhaltendem Dauerregen musste der Saisonauftakt der 1860-Amateure am Freitag, 6. August abgesagt und auf Sonntag, 8. August verschoben werden. Die Amateure von Eintracht Frankfurt, die bereits am Donnerstag angereist waren, verlängerten ihren Aufenthalt in München einfach übers ganze Wochenende. Am Sonntag um 13 Uhr wurde dann zu ungewöhnlicher Uhrzeit in München-Giesing angepfiffen.
Auf der 6er-Position wie gewohnt Christopher Schindler (20), der die gesamte Vorbereitung bei den Profis absolvieren durfte und nun doch bei den Amateuren eingesetzt wird. Neben dem erwähnten Nikola Trkulja kam im rechten Mittelfeld Blondschopf Marius Willsch (19, letze Saison noch A-Jugend) zum Einsatz und links wirbelte wie gewohnt David Manga (21), Publikumsliebling der Amateure-Fans.
Ergänzend sei noch erwähnt, dass natürlich Björn Bussmann (19), die Nummer 3 bei den Profis, das Tor bewachte.
In der 60. Minute dann plötzlich Aufregung im Strafraum der Gäste, Dimitry Imbongo-Boele wurde gefolt. David Manga trat zum fälligen Strafstoß an und verwandelte nach einem Anlauf, der den Ex-Löwen im Tor der Eintracht, Andi Rössl, verwirren sollte, sehr sicher zum 1:0. Dabei blieb es dann auch. Ein verdienter Sieg der jungen Löwen, die nach einiger Zeit doch noch zu einer Ehrenrunde vor die Stehhalle trabten. Nicht dabei am Zaun: Tobias Strobl, der angeblich heute an die Spielvereinigung Unterhaching ausgeliehen werden sollte. Wie am Montag nach dem Spiel der Abendzeitung zu entnehmen war, platzt dieses Leihgschäft jedoch, was den Löwenfans und Trainer Bernhard Winkler gar nicht so unrecht sein dürfte. Schließlich gehört der 20-Jährige zu den Leistungsträgern bei den Amateuren.Weiter gehts für die U23 der Münchner Löwen am kommenden Montag bei der zweiten Mannschaft des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang, Anpfiff um 18 Uhr.