Archiv für September 2010

2:1-Sieg in Augsburg – Ein Prosit der Gemütlichkeit

Montag, 27. September 2010

01_partybus-parkplatz.jpgViele hochnäsige Aussagen von Augsburger Fans und Funktionären haben das Feuer zwischen dem FC Augsburg und dem TSV 1860 in den letzten Jahren angeheizt. Zuletzt äußerte sich FCA-Manager Andreas Rettig despektierlich über die Transferpolitik der Löwen, weil 1860 die Zusage von Savio Nsereko erhielt, obwohl der FCA mitgeboten hatte. Ich entschied mich erst in der Woche vor dem „Derby“, mit dem Partybus von PRO1860 nach Augsburg mitzufahren. Ein Vorteil der Anreise mit dem Bus ist ja, dass man direkt hinter dem Gästeblock bequem aussteigen kann und nach dem Spiel auch nicht lange durchs Spalier der neumodischen Augsburger Fußballfans laufen muss.

02_partybus-innen.jpgWir hatten eine reizende Barfrau und eine nicht minder hübsche DJ-Frau, die den rund 70 Löwenfans im Bus die Wartezeit bis zur Ankunft angenehm verkürzten. Da unser Busfahrer vom Sechzgerstadion aus die Route über den Autobahnring nahm und an diesem Tag dichter Verkehr auf der Augsburger Autobahn herrschte, kamen wir erst rund fünf Minuten vor dem Anpfiff an der Impuls-Arena an. Gut so, denn je weniger Zeit man in Augsburg verbringt, desto besser ist es fürs eigene Gemüt.

03_haupttribune-augsburg.jpgDie Löwen spielten gut nach vorne und schnell war zu sehen, dass an diesem Sonntag der erste 1860-Sieg in der neuen Augsburger Arena gelingen könnte. Nach einem schweren Foul von Sinkala an Moritz Leitner muste der Jung-Star des TSV 1860 verletzt raus, für ihn kam Flo Lovin. Doch die Sechziger schlugen auf ihre Art zurück. Daniel Bierofka hatte einen Eckball von der rechten Seite mit links an den zweiten Pfosten geflankt, Stefan Aigner kam aus neun Metern zum Kopfball, Ex-Löwe Simon Jentzsch wehrte auf die Seite ab. Erneut war Aigner zur Stelle und drosch das Leder im Nachschuss aus sechs Metern zur Führung in die Maschen.

05_bell-tor-in-augsburg.jpgKurz nach der Halbzeit fiel der Ausgleich für den FCA, zu diesem Zeitpunkt stand ich noch hinter dem Block. Doch die Löwen ließen sich auch davon nicht beirren und spielten weiter schön nach vorne. In der 71. Minute gab es Eckball für 1860, getreten von Benny Lauth. Innenverteidiger Stefan Bell hechtete in die Flanke, wuchtete das Leder aus sechs Metern per Flugkopfball am verdutzten Jentzsch vorbei unter die Latte. Es war das erste Tor der Mainzer Leihgabe für die Löwen.

04_usk-filmt-in-augsburg.jpgGrenzenloser Jubel im Löwenblock. 1860 rettete den Sieg über die Zeit. Mehr als 3000 Löwenfans waren sehr glücklich, nach vielen Pleiten gegen den FCA in den letzten Jahren konnten dem neureich auftretenden Erzrivalen endlich die Grenzen aufgezeigt werden. Wir fuhren mit dem Partybus wieder nach Hause und nach der Ankunft ging es in Windeseile mit dem Fahrrad auf die Wiesn. Dort traf ich im Hackerzelt gemeinsam mit Andreas Petri von PRO1860 und Hubert Pöllmann fast die gesamte Mannschaft des TSV 1860. Als besonders gesprächsfreudig zeigten sich Torschütze Stefan Bell und der Ex-Augsburger Stefan Buck, die beide mit ihren Toren die letzten beiden 2:1-Auswärtssiege sicherten.

05_andi-petridjordje-rakic-wiesn.jpgDjordje Rakic war auf der Empore des Hackerzeltes wie in den vergangenen Spielen der Turm in der Schlacht. Als die Spieler sich ins Weinzelt verzogen, ließ ich den Abend auf dem Oktoberfest noch im Teufelsrad ausklingen, wo sich immer lustige Szenen abspielen.

Wenn wir immer in Augsburg gewinnen, können wir gerne noch ein paar Mal hinfahren. Wenn nicht, kann ich in Zukunft gerne auf Augsburg verzichten. Denn je weniger Zeit man in Augsburg verbringt, desto besser ist es fürs eigene Gemüt. Ein Prosit der Gemüt-lichkeit.

5:2 gegen die Club-Amateure – Oans, zwoa, drei, g´wunna!

Mittwoch, 22. September 2010

01_1860-ii-fcn-ii-21092010.jpgBereits um 17 Uhr, also zwei Stunden vor dem Anpfiff, rief mich mein Nürnberger Kollege Jürgen Bergmann an, er war bereits auf Parkplatzsuche hinter dem Sechzgerstadion. Gegen 18 Uhr traf ich dann selbst am schönsten Stadion der Welt ein. Nach dem Kauf der aktuellen Klebebildchen fürs Sammelalbum und des Ama-Lion, der Amateure-Stadionzeitung, begab02_ama-lion-210910-s1.jpg ich mich mit meinem Radl zur Haupttribüne, um Jürgen Bergmann zu „betreuen“. Er hatte ausnahmsweise mal seine Frau dabei, was bei den stressigen Bundesligaspielen des FCN (nächstes Auswärtsspiel am Wochenende in Frankfurt) nicht möglich ist.

Auf der Haupttribüne traf ich auch Dennis Grassow, der von 1989 bis 1991 für den TSV 1860 in der Bayernliga spielte und jetzt Co-Trainer der SpVgg Weiden (Trainer Günter Güttler) ist. Am 2. Oktober spielen die kleinen Löwen ja in Weiden.

Während des Spiels setzte ich mich zu meinem alten Freund Chris Jung, der am Fuße des Flutlichtmasten im Block F1 Platz genommen hatte. Wir waren positiv überrascht, dass die Tore fortan fielen wie die reifen Früchte vom Baum. In der 906_lowenbomber-titelseite-240890.jpg. Minute köpfte Kevin Volland nach Flanke von Marcel Kappelmaier den Ball aus nächster Tornähe ins Netz des Tores vor der Ostkurve ein.In Minute 30 flankte Tarik Camdal auf Gökhan Gümüssu, der ebenfalls nur noch einköpfen musste. Nur acht Minuten später ertönte schon wieder die Tormelodie “Hey, was geht ab, wir feiern die ganze Nacht”. Ein Freistoß fand den Weg in den Sechzehner und der Ball den Weg ins Tor. Ob nun durch einen Nürnberger oder Christopher Schindler, das konnte bis zum Schluss nicht ganz geklärt werden. Egal, zur Halbzeit hieß es 3:0.

Ich unterhielt mich weiter angeregt mit Chris Jung, mit dem ich Anfang der 90er-Jahre, als ich noch keinen Computer und keinen Drucker hatte (er schon), gemeinsam die Fanzeitung „Der Löwenbomber“ herausbrachte.

03_u23-sammelalbum-2010-2011-s23.jpgDadurch fiel uns nur am Rande auf, dass die Club-Amateure bis zu 64. Minute auf 2:3 verkürzt hatten. Der Sieg schien kurzzeitig in Gefahr, doch in der 70. Minute wurden wir erlöst. Der Nürnberger Keeper verstolperte den Ball im Strafraum und Holger Knartz war zur Stelle. Frech kämpfte er dem Torwart den Ball ab und schob in einem Kraftakt den Ball aus einem eigentlich unmöglichen Winkel ins Netz. Anschließend setzte Kevin Volland mit seinem zweiten Doppelpack innerhalb von vier Tagen den Schlusspunkt. Einen langen Ball über die linke Seite ersprintete sich Markus Ziereis, dieser legte von halblinks quer auf Knartz, welcher mit dem Ball in den Strafraum eindrang. Dann ein Pass auf Volland, der aus sechs Metern ins kurze Eck zum 5:2-Endstand traf.

05_u23-sammelalbum-s-32.jpgWas will man mehr, als spannenden Offensivfußball der in zahlreichen Toren endet, einmalige Stimmung und das alles im schönsten Stadion der Welt? Es gibt eigentlich keinen Grund mehr, nicht zu den Spielen in der Heimat der Löwen zu kommen.

Das nächste Heimspiel steigt leider erst am Freitag, 15. Oktober gegen den SV Wehen-Wiesbaden II, da 1860 jetzt zwei Auswärtsspiele in Folge hat und danach Länderspielpause ist.

04_u23-sammelalbum-2010-2011-s17.jpgAuf jeden Fall lohnt sich der Erwerb der Klebebildchen bei jedem Heimspiel. Das Sammelalbum (Erlöse zugunsten der Nachwuchsarbeit) gibts für U23-Jahreskarteninhaber kostenlos dazu, für alle anderen gegen eine kleine Spende. Die Spieler schlüpften für die Fotos in die Rollen von Fans, die z.B. am Kiosk Bier kaufen, agierten als Ordner beim Einlass und posierten auch beim Schwenken einer Fahne in der Stehhalle. Ein Liebhaberstück nicht nur für Sammler. Für jeden Löwenfan ein absolutes Muss.

2:1-Sieg in Düsseldorf – die Löwen auf dem aufsteigenden Ast

Montag, 20. September 2010

Nach zwei Niederlagen in den ersten drei Spielen und mit einem weiterem Auswärtsspiel vor der Brust war die Stimmung vor dem Auswärtsspiel in Düsseldorf nicht die beste bei den Löwen.

Wegen des in München eröffneten Oktoberfestes hatten wir im Vorverkauf auch weniger als 300 Tickets für das 01_jurgen-fortuna-trikot.jpgSpiel in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen verkauft. Die Münchner Löwenfans wollten lieber auf die Wiesn, als nach Düsseldorf zu fahren.

Ich reiste mit dem ICE um 6:28 Uhr an und kam gegen 12:15 Uhr an der ESPRIT-Arena in Düsseldorf an. In der Straßenbahn traf ich Jürgen, einen Düsseldorfer Fortuna-Fan. Durch das Gespräch kam heraus, dass er der Nachbar eines mir seit 20 Jahren bekannten Löwenfans, der ursprünglich aus Remscheid kommt, ist. So klein ist die Welt.

02_im-lowenblock.jpgIm Löwenblock hatten sich dann insgesamt rund 500 Löwenfans eingefunden. Schnell war zu sehen, dass die Fortuna auf dem Rasen nur noch ein Schatten ihrer selbst, also der Mannschaft vom letzten Jahr, die als Aufsteiger mit 59 Punkten auf Platz 4 landete, ist.

Trotzdem ging Düsseldorf kurz vor der Halbzeit 1:0 in Führung. Torschütze war ausgerechnet der bei 1860 in der Kritik stehende rumänische Löwen-Spieler Florin Lovin. Sein sehenswerter Kopfball ins Kreuzeck beflügelte natürlich die Phantasie der Fans, die von “gekauftem Tor” und “Wettmafia” sprachen.

03_spielszene-2.jpgKurz nach der Halbzeit kam dann überraschend die Wende im Spiel: Innerhalb von vier Minuten drehte 1860 das Spiel von 0:1 auf 2:1. Zuerst war es Djrodje Rakic, der nach Bierofka-Freistoß im 5-Meter-Raum unbedrängt per Kopf zum Ausgleich einnetzte, dann kam, erneut nach Bierofka-Hereingabe, Stefan Buck an den Ball und überwand den Keeper der Fortuna.

04_die-welle.jpgBei diesem Resultat blieb es dann auch. Gabor Kiraly musste kurz vor dem Abpfiff noch waghalsig vor dem eingewechselten Ungarn Sandor Torghelle klären, er hielt den Sieg jedoch fest.

Wir gingen zu Fuß zurück zur Straßenbahn, die in Düsseldorf wesentlich näher liegt als die U-Bahn-Haltestelle Fröttmaning an der Allianz Arena. Am Mittwoch müss ma wieder naus nach Fröttmaning, vor die Tore der Stadt. Um 17:30 Uhr ist Anpfiff gegen Aue.


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