Archiv für Februar 2012

1:0 bei Union Berlin – Löwen auf Aufstiegskurs

Montag, 27. Februar 2012

Nachdem ich bereits im Jahr 2010 im „Puerto Giesing“ in München eine Foto-Ausstellung mit 60 Bildern aus der Geschichte des TSV 1860 München veranstaltete, gab es jetzt anlässlich des Auswärtsspiels der Löwen bei Union Berlin mit einer Auswahl dieser Bilder eine zweite, kleinere Vernissage in Berlin:

Auf Vermittlung von Löwenfan Marko Bertone, der aus Ost-Berlin stammt und dessen Herz natürlich auch noch an Union hängt, bot ein Mitarbeiter der „Eisernen Botschaft“ in Köpenick, in der Union-Fanszene als „Kibitzer“ oder „Kibi“ bekannt, an, rund 20 Bilder in einem Nebenraum der Botschaft auszustellen.

Und so kam es am Freitag, 24. Februar rund eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff des 1860-Spiels an der Alten Försterei mitten in Köpenick zu einer kleinen Führung durch meine Ausstellung. Mit dabei: Rund zehn Löwenfans und einige interessierte Unioner, die sich über die Motive begeistert zeigten. Für den Transport der Bilder nach Berlin geht ein Dank an Herbert Schröger (Löwenfans gegen Rechts).

Anschließend wurde ich von einem weiteren Union-Fan mit seinem Auto zum Gästeblock rübergefahren. Dort lief der Einlass der Löwenfans reibungslos. Im Gästeblock waren mindestens 900 bis 1000 Löwenanhänger, die alle Hoffnung im Kampf um den Aufstieg geschöpft hatten. Während der 90 Minuten regnete es unaufhörlich.

Als ich schon nicht mehr damit gerechnet hatte, dass wir wie letzte Saison ein spätes Tor schießen, gelang Stefan Aigner vor unserer Kurve der 1:0-Siegtreffer. Er lief auf den Löwenblock zu und ließ sich dort feiern.

Ein Löwenfan zündete nach dem Tor einen Bengalo, der einen Ordnereinsatz nach sich zog.  Gabor Kiraly stieg bei den anschließenden Jubelfeiern auf den Zaun. Fanfotograf Peter Urban hielt auch diese Szene mit einem schönen Bild fest. Ich begab mich mit einigen Freunden aus München zu meinem Hostel in Berlin-Kreuzberg und zog mit den Jungs noch um die Häuser, um den Sieg zu feiern.

Die Löwen erreichten mit nunmehr 41 Punkten aus 22 Spielen das beste Zwischenresultat seit dem Abstieg aus der Ersten Liga im Jahr 2004. Die Konkurrenten gewinnen nun nicht mehr jedes Spiel und so holt 1860 einen Punkt Rückstand nach dem anderen auf. Ganz klar: Der Aufstieg ist jetzt nicht mehr unrealistisch und zum Greifen nah. Nächster Beweistermin: Montag, 5. März, 20:15 Uhr in der Allianz Arena gegen den FC Sankt Pauli.

2:1 gegen Düsseldorf – der TSV ist wieder da

Donnerstag, 23. Februar 2012

Ausgerechnet am Karnevalssonntag musste die Fortuna aus Düsseldorf im Jahr 2012 bei den Münchner Löwen antreten. Zwar war die Erleichterung erstmal groß, dass es kein Spiel am Rosenmontag wurde, aber am letzten Wochenende der Karnevalssaison ist es für die Düsseldorfer Fans immer blöd, irgendwo hin fahren zu müssen.

Mein Fortuna-Kollege Jörg Emgenbroich kam schon einen Tag vor dem Spiel nach München. Gemeinsam schauten wir uns in einer Kneipe das Bundesliga-Live-Spiel des Samstagabends an, die Bayern mussten in Freiburg ran. Für mich war es nicht so unerfreulich, dass die Roten kein Tor schossen und sich mit einem 0:0 beim Tabellenletzten begnügen mussten.

Als wir später beim Essen zusammensaßen, bekam Jörg plötzlich die Info aus seiner Fanszene, dass Düsseldorfer Ultras ein paar Stunden zuvor in der Münchner Innenstadt von Löwenfans niedergeprügelt wurden und  dass ein Fortuna-Fan im Koma liege. Der Jochbeinbruch eines Düsseldorfer Ultras verschärfte die Sicherheitslage für dieses Spiel natürlich weiterhin. Für mich sehr bedauerlich, weil ich immer Sympathien für die Fortuna hatte und haben werde und damit leben muss, dass halt die Hools und Ultras der beiden Clubs sich untereinander nicht mögen.

Am Sonntag wollten dann Düsseldorfer Ultras in der Münchner Innenstadt “Rache” nehmen, wurden aber von der Münchner Polizei in Schach gehalten. Auch in der Allianz Arena kam es zu keinen weiteren körperlichen Auseinandersetzungen, was angesichts des Vorfalls vom Abend zuvor dann doch sehr erfreulich war.

Das Spiel hatte dieses Klima der Gewalt nicht verdient, denn es war über 90 Minten eine spannende Partie und hatte, was die Spannung an der Tabellenspitze der 2. Liga angeht, auch den richtigen Sieger gefunden…

Sechzig ging sehr früh durch Stefan Aigner 1:0 in Führung, musste aber kurz vor der Halbzeit den Ausgleich durch Maximilian Beister hinnehmen. Als sich bereits jeder der 21.400 Zuschauer (darunter genau 2.060 Düsseldorfer Fans) mit dem Remis abgefunden hatten, gelang dem Glatzkopf der Löwen,. Necat (gesprochen Nedschat) Aygün per Kopf der vielumjubelte Siegtreffer für die Blauen.

Neuzugang Maximilian Nicu (29), ein aus Prien am Chiemsee  stammender Deutsch-Rumäne, der zuletzt einige Jahre in der Bundesliga verbracht hatte und vor ein paar Jahren bei der Hertha in Berlin für Furore sorgte, hatte den Ball wunderschön auf den Kopf von Aygün gechippt.

Insgesamt war das Spiel aus Sicht des TSV 1860 München ein sehr stimmungsvolles Erlebnis, schließlich animierte die Leistung der Löwen auf dem Platz auch die Gegengerade mal wieder, die Truppe mit den altbewährten “Sechzig, Sechzig”-Rufen anzufeuern. Gänsehaut pur.

Für die Löwen gehts weiter am Freitag, 24. Februar mit dem Auswärtsspiel in Berlin-Köpenick gegen den 1. FC Union Berlin. Die nächste Gelegenheit, Punkte auf die fünf Mannschaften an der Spitze gutzumachen. Wenn es so weitergeht, kann der TSV nochmal in das Rennen um Platz 3 eingreifen. Bliebt zu hoffen, dass es nochmal spannend wird im Kampf um den Aufstieg in die Erste Liga.

Die Fortuna ist unterdessen durch die Niederlage bei Sechzig von Platz 1 auf Platz 4 abgerutscht. So schnell kann es gehen.

2:0 gegen Cottbus – Löwen siegen bei 15 Grad Minus

Donnerstag, 9. Februar 2012

Ausgerechnet an dem Wochenende, an dem Deutschland von einer Kältewelle durch ein winterliches Hoch über Russland heimgesucht wurde, mussten die Löwen an einem Montagabend gegen Energie (ja, mehr! ;-) ) Cottbus ran. Der Grund wie jedes Jahr: Am 1. Februar-Wochenende findet die Sicherheitskonferenz in der Münchner Innenstadt statt und die Polizei benötigt für die Absicherung des Tagungshotels am Promenadeplatz und rund 2500 Gegendemonstranten so viel Einsatzkräfte, dass ein Wochenend-Fußball-Spiel nicht möglich zu sein scheint.

Ich begab mich mit meinem Freund Tobias “Teekanne” Kopp vor dem Spiel in den von den Fanräten und mir frisch renovierten Fanraum, um mich nicht in der Kälte aufhalten zu müssen. Hunderte Löwenfans folgten diesem Beispiel und schauten sich die neuen Bilder und Fahnen an, die wir am Samstag zuvor im Fanraum aufgehängt hatten. Der Fanraum wird nunmehr im Unterschied zu den letzten Jahren von den Fanräten statt von mir betrieben, damit ich mich auch mehr um andere Dinge vor Spielbeginn kümmern kann.

Die Löwen gingen in der 35. Minute durch einen Kopfball von Benny Lauth mit 1:0 in Führung. Kurz danach vergab Lauth die große Chance, sofort auf 2:0 zu erhöhen. So blieb es eine Zitterpartie. Kein Wunder, bei minus 15 Grad Celsius. In der Halbzeit wärmte ich mich im Business-Bereich auf. Dort gab es Tiramisu und Apfelstrudel mit warmer Vanille-Soße.

In der zweiten Halbzeit wurden die Temperaturen immer frostiger und angesichts des Spielstandes stand auch immer noch die Möglichkeit im Raum, dass der Tag kein Guter werden könne. Doch in der 90. Minute erlöste Benny Lauth mit einem Kontertor die Löwenfans und die Cottbusser rollten bedröppelt ihre Fahnen ein.

Die Nordkurve machte während des ganzen Spiels gute Stimmung, feuerte die Löwen trotz der Kälte unermüdlich an. Die Giasinga Buam hatten zehn Spruchbänder angemeldet. Darunter auch dieses: “HI2 kann gerne auf Kuschelkurs gehen – doch dass es nur um Macht geht, hat jeder gesehen!”

Das nächste Spiel der Löwen am kommenden Freitag in Aue musste am Donnerstag, 9. Februar abgesagt werden. Damit gehts jetzt erstmal mit dem wegweisenden Spiel gegen den Tabellenführer Fortuna Düsseldorf am Sonntag, 19. Februar um 13:30 Uhr in Fröttmaning weiter. Wann das Spiel in Aue nachgeholt wird, steht noch nicht fest.


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