Archiv für die Kategorie „Allgemeines“

3:0 gegen Braunschweig – dafür muss man sich doch nicht schämen…

Montag, 12. Dezember 2011

Am Freitag, 9. Dezember 2011 fand das letzte “Heim”-Spiel des Jahres für die Löwen-Profis statt, in Fröttmaning war Eintracht Braunschweig der Gegner. Es handelte sich um den ersten Spieltag der Rückrunde, nachdem 1860 am 1. Spieltag mit einer 1:3-Niederlage in Braunschweig in diese Zweitligasaison gestartet war.

16.400 Zuschauer verloren sich in der WM-Arena von 2006, darunter rund 900 Fans des Aufsteigers aus Niedersachsen. Die Löwen präsentierten sich nicht gerade als spielbestimmende Mannschaft, der Gegner hatte weitaus mehr Torchancen und doch stand es nach 32 Minuten 1:0 für Sechzig!

Kevin Volland passte den Ball scharf in die Mitte, Benjamin Lauth am Torraum kam einen Schritt zu spät, aber der hinter ihm lauernde Stefan Aigner knallte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie zum 1:0.

Nach 58 Minuten dann das 2:0 für die Löwen: Bei einer erneuten Kontersituation hatte Bierofka auf die linke Seite in den Lauf von Rakic gepasst. Der 26-Jährige eilte alleine auf Davari zu und lupfte den Ball von der Strafraumgrenze über den herauslaufenden Keeper zum 2:0 in die Maschen.

Zu guter Letzt durfte dann auch Benny Lauth seine Torflaute beenden: In der 65. Minute kam Rakic fast an der Grundlinie des linken Torraumecks zum Flanken, Lauth in der Mitte brachte die Fußspitze ans Leder, das den Weg über den rechten Innenpfosten zum 3:0 ins Tor fand.

Großer Jubel in der Nordkurve, großer Jubel aber auch bei meinem guten Freund Mario Arenas, der das Spiel diesmal aus Block 104 beobachten konnte. Mario, der auch Fan von Real Madrid ist und am Samstag eine 1:3-Niederlage im “Clásico” gegen den FC Barcelona verdauen musste, war durchaus erfreut über die Tatsache, dass Sechzig trotz eines klaren Chancen- und Eckenplus für Braunschweig das Match souverän für sich entschied.

Etwas kritischer waren da wie gewohnt die beiden Reporter der Abendzeitung, Marco Plein und Filippo Cataldo. Plein zeichnete später auch für die Schlagzeile verantwortlich, dass die Löwen sich für den Sieg “schämen”.  Wenn man bedenkt, wie oft 1860 schon die bessere Mannschaft war, die drei Punkte aber verlor, und sich dafür nichts kaufen konnte, muss ich sagen: Ich schäme mich nicht – Ich bin zufrieden!

Weiter gehts mit dem letzten Spiel des Jahres am Samstag, 17. Dezember um 13 Uhr beim Karlsruher SC. Für bis zu 550 Löwenfans setzt die Deutsche Bahn einen Entlastungszug ein, Abfahrt ist am Samstag um 6:23 Uhr am Münchner Hauptbahnhof (Gleis 16). Als Fahrkarte benötigt man das Schönes-Wochenende-Ticket, das 39,- Euro kostet und für jeweils 5 Personen gilt, sodass alle Löwenfans für weniger als 8,- Euro hin und zurück mitfahren können.

2:2 in Aachen – Löwen schrammten knapp am Sieg vorbei

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Alemannia Aachen, ein Verein mit ähnlichen Probleme wie die Münchner Löwen: Man hat sich mit einem Stadionbau finanziell komplett übernommen. Der einzige Vorteil, den die Alemannia hat: Sie bezahlt etwas ab, was am Schluss wohl ihr eigener Besitz ist. Zum bereits dritten Mal traten die Löwen im neuen Aachener Tivoli an. Nachdem es bislang ein 0:2 und ein 1:2 gab, sollte der erste Sieg gelingen.

Die “Giasinga Buam” sorgten vor Spielbeginn für positives Aufsehen: Sie umgingen sehr kreativ das Materialverbot (nur Schals und Trikots waren im Gästeblock erlaubt, keine Fahnen), in dem sie mit dem 1860-Wappen und dem Schriftzug “TSV 1860 München” bedruckte Stofftücher verteilten und so sogar eine Choreografie zustande brachten. Hut ab, Chapeau!

Die Löwen spielten in der 1. Halbzeit druckvoll und in der 41. Minute war es Stefan Buck, der nach einem Freistoß von Daniel Bierofka per Kopf ins gegnerische Netz das 1:0 erzielte.  Lange dauerte die Freude über die 1860-Führung jedoch nicht. Der Aachner Radu setzte am ersten Pfosten aus zehn Metern zum Fallrückzieher gegen Schindler an und traf genau ins linke untere Eck zum 1:1 (43. Minute). Das war auch der Halbzeitstand in einer unterhaltsamen Partie.

In der 76. Minute sorgte der kurz zuvor eingewechselte Stefan Aigner für das 2:1, indem er den Ball mit dem Kopf mitnahm, sich gegen Achenbach durchsetzte, und das Leder aus sechs Metern rechts unter dem Aachener Torwart Waterman ins Netz spitzelte. Danach lief er auf den Block zu und jubelte vor den 500 mitgereiseten Löwenfans. Der Sieg war zum Greifen nah.

Doch nicht nur die Experten neben mir, Ex-Löwen-Spieler Frank Peuker und 1860-Nachwuchsleistungszentrums-Boss Jürgen Jung, ahnten, dass es schwer sein würde, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Auch ich war mir nicht sicher, ob es reichen würde. Wenige Minuten später war es Gewissheit: Die Löwen hatten wieder mal einen Sieg verschenkt:

Im Kopfballduell hatte sich der Aachener Benjamin Auer gegen Necat Aygün per Ellenbogencheck durchgesetzt, der Ball kam anschließend auf die linke Seite der Alemannen, die flache Hereingabe von Uludag drückte Sibum am zweiten Pfosten aus drei Metern zum 2:2 über die Linie (83. Minute). Aygün musste danach behandelt werden, sah sogar noch die Gelbe Karte, weil er sich bei Schiedsrichter Frank Willenborg beschwerte. Zwar versuchten die Alemannen in der Schlussphase nochmals nachzusetzen, doch die Sechzger standen sicher. So blieb es bei der Punkteteilung.

Wir hatten Eile, zum Bahnhof zu kommen, der Shuttle-Bus fährt mindestens 25 Minuten durch die gesamte Aachener Stadt, bis er am Bahnhof ankommt und so verpassten wir den avisierten 15:50 Uhr-Zug und mussten den Zug um 16:18 Uhr nehmen. Wenigstens blieb Zeit, für die Rückfahrt Nahrung einzukaufen, denn beim Umstieg in Köln-Deutz gibt es keine Gelegenheit dazu. Kurz nach 22 Uhr kamen wir wieder in München an.

2:1 gegen Frankfurt – Sechzig plötzlich rätselhaft gut

Montag, 28. November 2011

Viele Löwenfans hatten vorhergesagt,  dass der TSV 1860 München ausgerechnet gegen den haushohen Favoriten und Tabellenführer Eintracht Frankfurt (15 Spiele in Folge ungeschlagen) gewinnen würde… und weil die Anhänger die Profimannschaft ihres Vereins ganz gut einschätzen können, kam es auch so: Sechzig schlug die Eintracht mit 2:1 und stürzte den Spitzenreiter von der Spitze.

Schon 12 Sekunden nach dem Anpfiff traf Djordje Rakic zum ersten Mal ins Schwarze. Der Serbe, der zuletzt auch schon in Ingolstadt das Tor des Tages erzielt hatte, stellte damit so früh wie möglich die Weichen auf Sieg.
Trotzdem mussten die Löwenfans bis Mitte der 2. Halbzeit warten, ehe Kevin Volland das 2:0 nachlegte. Auf jeden Fall rannte der 19-jährige Allgäuer danach zu Zeugwart Wolfgang Fendt, der ihm in der Halbzeitpause geraten hatte, ein frisches Trikot anzuziehen, und brachte diesen zu Fall.
Kurz vor dem Ende hatten zwar dann auch die rund 4.500 Eintracht-Fans in der Südkurve Grund zum Jubeln, als Theofanis Gekas der 1:2-Anschlusstreffer gelang, doch mehr war nicht mehr drin, für die wie so oft zu spät auftrumpfenden Hessen.
Nach 16 Spielen haben die Löwen nunmehr 8 Siege, ein Unentschieden und 7 Niederlagen auf dem Konto, durch einige unnötige Punktverluste wurde eine bessere Position für die Rückrunde leider schon vergeben. Dass Sechzig aber ausgerechnet jetzt, da der Druck weg ist, immer besser wird, dürfte hoffentlich nichts damit zu tun haben,  dass Benny Lauth diesmal wegen steifem Nacken nicht eingesetzt werden konnte. Die Stürmer Rakic und Volland machten ihre Sache gut und erzielten auch die beiden 1860-Tore an diesem Samstagnachmittag.

Mit mir freuten sich in der Nordkurve der Arena in Fröttmaning über den Sieg auch vier Fans des FC Blau-Weiß Linz. Die Blau-Weißen waren heuer rund 13 Jahre nach der Gründung endlich in die 2. Liga aufgestiegen und etablieren sich gerade im Unterhaus des österreichischen Fußballs neben dem Lokalrivalen LASK Linz, der von Ex-1860-Coach Walter Schachner betreut wird.

Als Delegationsleiter der Linzer Reisegruppe (die Männer waren am Vorabend beim 3:1-Sieg ihres Clubs bei Austria Lustenau in Vorarlberg dabei) fungierte Roland Hochstöger, der noch vor der Wende 1989 in Ostberlin Philosophie studierte. Roli war ganz entsetzt, als aus der Nordkurve, in der wir standen, plötzlich der Ruf “Frankfurter Zigeuner” erschallte. Als älterer 1860-Sympathisant kennt er auch noch die Zeiten, in denen die 1860-Fanszene nicht solch chauvinistische Gesänge zu bieten hatte.


Das Hacker-Pschorr Löwen-Blog - Hacker-Pschorr Bräu GmbH läuft mit WordPress
Entries (RSS) und Comments (RSS).