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0:2 in Fürth – aber die Jugendbusfahrt war ein voller Erfolg

Montag, 26. September 2011

Am 9. Spieltag kam es in Fürth zum Gipfeltreffen der Münchner Löwen mit dem Tabellenführer SpVgg Greuther Fürth. Die wegen ihres Vereinswappens “Kleeblättler” genannten Mittelfranken hatten einen noch besseren Saisonstart als der TSV 1860 erwischt und standen nach 8 Spieltagen mit 19 Punkten auf Platz 1 der 2. Liga. Sechzig rangierte mit 15 Punkten auf Platz 6.

Schon in den Tagen vor dem Spiel war festzustellen, dass es diesmal wieder ein volleres Haus als zuletzt üblich im Fürther Ronhof geben würde, das gesamte Ticketkontingent der Löwen ging weg wie die warmen Semmeln und in Fürth gabs einen Tag vor dem Spiel auch nur noch 350 Eintrittskarten zu kaufen, am Spieltag wurde dann schließlich auch “ausverkauft” (14.200 Zuschauer) vermeldet.

Zum 2. Mal veranstaltete der Fanrat in Zusammenarbeit mit mir einen Jugendbus für 12 bis 16 Jahre alte Löwenfans. 35 gut gelaunte Kids hatten wir im Bus dabei. In Fürth kamen wir eine gute Stunde  vor dem Spiel an.

Die Giasinga Buam waren mit dem Zug angereist und hatten extra für den Fußmarsch durch Fürth ein Banner angefertigt, wie man auf dem nebenstehenden Foto von Phillip Rapp erkennen kann. Leider war es wegen der Wiesn nicht möglich, einen Entlastungszug für die rund 500 bis 600 Löwenfans zu bekommen, sodass diese in einen regulären Regionalzug gepfercht wurden.

Vor dem Stadion kaufte ich mir noch schnell eine Pizza an dem berühmten Pizzastand hinter der Gästekurve, danach gings rein in das sechseckige Stadion, das heutzutage nach einem Gummibärchen-Hersteller “Trolli-Arena” heißt.

Kurz vor Spielbeginn gabs gewaltigen Rauch im Stehplatzblock der Löwen, ich vermute, dass es diesmal jedoch nicht sofort eine Geldstrafe geben wird, sondern dass der DFB wieder mal 2 bis 3 Vorfälle abwartet, bevor eine Gesamtstrafe gebildet wird.

Nach 13 Minuten entschied der bis dato unbekannte Schiedsrichter namens “Christian Bandurski” das Spiel. Ein Blick ins Kicker-Sonderheft ergab zwar, dass der gute Mann bereits seit 2007 Zweitliga-Spiele pfeift, aber uns ist er bislang noch nie begegnet.

Jedenfalls gab er nach einem gelbwürdigen Foul von Kai Bülow zur Überraschung aller 14.200 Zuschauer eine rote Karte. Danach kamen die Löwen nicht mehr ins Spiel. In der 27. Minute wars dann soweit, Christopher Nöthe erzielte lässig das 1:0, nachdem sich zuvor Sararer gegen Halfar durchsetzte und in den Torraum gepasst hatte.

In der 2. Halbzeit gelang den Löwen nur ein einziger Torschuss, die Fürther hatten mehrere Chancen zu erhöhen, beließen es aber beim 2:0 durch Bernd Nehrig in der 54. Minute.

Nach dem Spiel machten wir noch ein paar Erinnerungsbilder für die Teilnehmer der Jugendbusfahrt. Die Kids zeigten sich trotz der Niederlage begeistert von dem Erlebnis. Gegen 18:30 Uhr, also eine Viertelstunde vor der Mannschaft, kamen wir am Trainingsgelände des TSV 1860 München an.

1:3 in Düsseldorf – trotzdem viel Spaß in der Altstadt

Montag, 22. August 2011

Am Freitag, 19. August 2011 stand das Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Nachdem die Fortuna im Jahr 2009 nach langen Jahren in die 2. Liga zurückgekehrt war, hatten die Löwen dort einmal 0:2 verloren und einmal 2:1 gewonnen. was fehlte, war also ein Unentschieden.

Ich reiste alleine per Zug an. Um 16 Uhr kam ich am Düsseldorfer Hauptbahnhof an, nach einem kleinen Imbiss fuhr ich mit der U78 zur Esprit Arena, wo mich mein Düsseldorfer Kollege Jörg Emgenbroich am Stadioneingang abholte. Der Stadioneingang liegt dort direkt neben der Haltestelle der U-Bahn. Warum das in München-Fröttmaning nicht machbar war, weiß kein Mensch. Überall in Düsseldorf zu sehen: Die normalerweise recht einfallsreichen Spielplakate, die diesmal einen etwas schwächeren Slogan trugen.

Bei einem kurzen Rundgang durch den Innenraum des Stadions durfte ich die Voodoopuppe im Fortuna-Block fotografieren. Diese wird je nach Gegner mit dem jeweiligen Vereinslogo verziert. Schließlich platzierten Jörg und ich uns vor dem Gästeblock.

Schon in den ersten zehn Minuten war zu sehen, wohin der Hase heute läuft, Fortuna hatte drei gute Chancen, kam aber noch zu keinem Torerfolg. In der 29. Minute verursachte der ehemalige Bielefelder Arne Feick einen Foulelfmeter, den Ex-Löwe Sascha Rösler sicher zum 1:0 verwandelte. Einige Becher flogen daraufhin aus dem Löwenblock, ich habe 5 Euro Gewinn gemacht. Den Rest überließ ich den Düsseldorfer Balljungen.

In Halbzeit 2 fiel nach wenigen Sekunden die Entschiedung, als “Lumpi” Lambertz mit einem Rechtsschuss das 2:0 erzielte. Der neue Düsseldorfer Jungstar Maximilian Beister erhöhte dann nach 72 Minuten sogar auf 3:0, ehe Benny Lauth in der 85. Minute per Foulelfmeter den Ehrentreffer für die Löwen rausholte.

Die 1.070 Löwenfans waren enttäuscht und zogen recht schnell ab. Ich begab mich mit Jörg und dem Düsseldorfer Sicherheitsbeauftragten Sven Mühlenbeck in die Büros der beiden, von wo aus man einen guten Blick ins weite Rund hat. Würde ich mir in der Allianz Arena auch wünschen.

Im Business Bereich traf ich schließlich noch Karsten Wettberg, den “König von Giesing”, der mit den Löwen im Jahr 1991, also vor 20 Jahren, in die 2. Liga aufgestiegen war, sowie Svend Friderici, den allzeit gut gebräunten Ober-Edelfan des TSV 1860.

Ab 22 Uhr feierte ich mit Jörg und seinen Freunden in der Düsseldorfer Altstadt Jörgs 33. Geburtstag nach. Vor dem “Uerige” spielte nach 23 Uhr eine Live-Brass-Band Hits von Shakira, Robbie Williams und anderen auf der Straße nach und ich war wehmütig, weil man in München nach 23 Uhr auf den Straßen ja noch nicht mal mehr laut sprechen darf, ohne gleich von Türstehern blöd angequatscht zu werden.

Mein Zug zurück ging am nächsten Morgen um 5:13 Uhr, München erreichte ich nach einer Mütze Schlaf im Zug um 10:30 Uhr wieder. Also erneut genau 24 Stunden, nachdem ich München verlassen hatte.

Das nächste Spiel der Löwen-Profis: Am Sonntag, 28. August um 13:30 Uhr in der Allianz Arena.

24 Stunden mit dem Zug unterwegs – für einen 5:0-Sieg in Cottbus

Montag, 8. August 2011

Der Spielplan und die Ansetzung an einem Samstag um 13 Uhr machten sie möglich: die längste Auswärtsfahrt mit dem Zug für ein einzelnes Spiel innerhalb Deutschlands, an die ich mich erinnern kann.

Das Problem bei Cottbus samstags um 13 Uhr ist nicht nur, dass man am selben Tag nicht hinkommt mit Zügen ab 5 Uhr morgens. Das zweite Problem war diesmal auch, dass am Abend vorher ein Heimspiel der U23 (0:1 gegen Eintracht Frankfurt II) im Sechzgerstadion stattfand.

Ich unterhielt mich nach dem Spiel noch lange in der Stadionwirtschaft mit meinen beiden Frankfurter Kollegen Marion “Donna” Becker und Andi “Pferd” Hornung. Um 0:30 Uhr fuhr ich mit dem Fahrrad den Giesinger Berg hinunter ins Löwenbomberstadion, meine Wohnung, mein Büro.

Um 1:30 Uhr musste ich schon wieder los, da um 2:05 Uhr der Regionalzug nach Augsburg ging. Nach einem weiteren Umstieg in Nürnberg kamen wir zu dritt nach 10 Uhr in Dresden an. Der Dresdener Hauptbahnhof erinnerte mich ein bisserl an Budapest-Keleti pu., in dem ich im Urlaub 20 Minuten Aufenthalt hatte.

Die sächsische Landschaft war zwar schön, aber nur Durchgangsgegend. Von Dresden aus benötigt der nächste Regionalzug noch einmal 2 (in Worten: zwei!) Stunden nach Cottbus. Um 12:40 Uhr kamen wir in der Niederlausitz an. Mit dem Taxi gings zum Stadion.

Ich hatte mich gerade im Gästeblock hingestellt, da brach plötzlich lauter Jubel los: Stefan Aigner hatte in der 2. Minute per Kopf zum 1:0 getroffen. Nachdem in Minute 7 Benny Lauth vom letzten Cottbusser Mann an einer klaren Torchance gehindert wurde, gab es Rot für die Heimmannschaft. Und so kam 1860 durch Kevin Volland, Daniel Halfar und ein Eigentor von Uwe Hünemeier zur beeindruckenden 4:0-Pausenführung.

Benny Lauth, der jedes Tor vorbereitet hatte und durch seine Aktion auch für die Rote Karte der Cottbusser sorgte, blieb es dann vorbehalten, seine bärenstarke Leistung mit dem Tor zum 5:0-Endstand zu krönen. Am Freitag zuvor erzielte er zwei Tore in Osnabrück, am Donnerstag feierte er seinen 30. Geburtstag und nun war er an jedem der fünf Tore in Cottbus beteiligt, das war eine Woche nach Maß für den Oberlöwen.

Die Löwenfans konnten den Endstand gar nicht fassen, vielleicht lag es aber auch an der Hitze im “Stadion der Freundschaft”, dass der Jubel der Löwenfans nicht ganz so orgiastisch ausfiel wie das Ergebnis es erwarten ließe.

Ich ging bei gefühlten 40 Grad Celsius in der prallen Nachmittagssonne den Kilometer zurück zum Bahnhof, wo wir Zeit hatten, uns noch ein leckeres Asia-Menü zu gönnen. Auch ein zweisprachiges Straßenschild konnte ich noch fotografieren. Um 17:03 Uhr begann das Unternehmen Rückfahrt, erneut fuhr der Zug zwei Stunden geradeaus durch die Brandenburger und sächsische Steppe, diesmal nach Leipzig. Dort fuhr kurz nach 20 Uhr der letzte ICE des Tages nach München los, welcher um 1:12 Uhr heimatlichen Boden erreichte.

Als ich nach genau 24 Stunden um 1:30 Uhr wieder daheim ankam, war ich sehr müde, aber glücklich, den höchsten Zweitligaauswärtssieg aller Zeiten miterlebt zu haben.


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