Archiv für die Kategorie „Nachwuchs“

2:0-Sieg im A-Jugend-Derby – Daniel Jais Superstar

Montag, 30. Mai 2011

Am 16. März 2011 gelang den kleinen Löwen an einem Mittwochabend im ersten von zwei Begegnungen mit der A-Jugend des FC Bayern ein 1:0-Sieg. Torschütze: Daniel Jais. Damals durften die Löwenfans ausschließlich in der Westkurve stehen, weil es das “Auswärtsspiel” war.

Am Sonntag, 22. Mai kam es zum Rückspiel, in dem der TSV 1860 Heimrecht hatte.  Die Bayern-Fans wurden vor dem Spiel gesammelt in den Gästeblock Q des Sechzgerstadions gebracht, nachdem es vor dem Spiel gegen Mittag um 12 Uhr vor dem Wienerwald zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen 1860- und Gästefans kam.

Schon nach 6 Minuten gelang Daniel Jais, dem Mann des Tages aus dem Hinspiel, erneut das 1:0 gegen die U19 des FCB: Nach einem weiten Ball von Daniel Hofstetter in den Strafraum der Gäste überköpfte Daniel Jais aus neun Metern den aus seinem Tor eilenden Bayern-Keeper Leopold Zingerle.

Die Löwenfans in der Stehhalle jubilierten, der Bayern-Block in der Ostkurve gab sich jedoch noch nicht geschlagen und feuerte sein Team weiter an, auch der Trompeter war wie so oft dabei. “Wo wart Ihr im Candidplatz?” schallte es einmal aus Block Q, daraus könnte man schließen, es hätte eine Verabredung zur Schlägerei vor dem Spiel gegeben haben.

In der 2. Halbzeit hatten beide Teams Chancen, bis in der 75. Minute die Entscheidung fiel: Der eingewechselte Sebastian Maier hatte auf Korbinian Vollmann gepasst, der überlupfte von der Mittellinie aus mit einem gefühlvollen Heber den Bayern-Spieler Grill. Daniel Jais war in dessen Rücken gestartet, überlief ihn und schoss über den herausstürzenden Zingerle von der Strafraumgrenze zum 2:0 ein.

In der Schlussphase passierte nicht mehr viel. Die Löwen brachten den Erfolg sicher über die Zeit, und feierten mit den Fans auf dem Zaun vor der Stehhalle. Die A-Jugend der Löwen qualifizierte sich mit diesem 2:0-Sieg über den Lokalrivalen als Zweiter der A-Junioren-Bundesliga Süd für die Endrunde um die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft 2011.

Am Mittwoch, 8. Juni (19 Uhr) müssen die Löwen beim 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg antreten. Das Rückspiel findet am Sonntag, 12. Juni (13 Uhr) im Sechzgerstadion statt. Falls die U19 der Löwen das Halbfinale gewinnt, müsste sie im Finale am 19. Juni entweder beim VfL Wolfsburg oder in Leverkusen antreten.

Nach dem Spiel wurden die Bayern-Fans von der Polizei an den Löwenfans vorbeigeschleust. Wohin, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf jeden Fall ist sehr fragwürdig, warum es vor dem Spiel zwar 91 Gewahrsamnahmen gab, aber ausschließlich Löwenfans festgenommen wurden.

Wenigstens ist es eine Genugtuung, zu wissen, dass die A-Jugend der Blauen beide Saisonspiele gegen die Roten gewonnen hat. In Zeiten, in denen Löwenfans nicht so viel zu lachen haben, ein wunderschönes Ergebnis dieses Frühlingssonntags.

0:6 in Worms – aber Bürstadt war eine Reise wert

Mittwoch, 20. April 2011

Am Dienstag, 19. April 2011, auf den Tag genau 27 Jahre nach dem legendären 6:1-Sieg der ersten Mannschaft des TSV 1860 München gegen Fürth, traten die Amateure der Löwen in der Regionalliga Süd an einem Ort an, in dem schon seit den späten 70er-Jahren keine 1860-Truppe mehr ihre Visitenkarte hinterlassen hatte: in Worms.

Wir fuhren morgens um halb elf zu sechst mit dem Auto in München-Untergiesing los und erreichten die südhessisch-pfälzische Tiefebene am Rhein gegen 15:30 Uhr. Zunächst schauten wir beim Atomkraftwerk in Biblis vorbei. Dann stand das Stadion in Bürstadt auf unserem Zettel.

In diesem kleinen Städtchen (15.000 Einwohner) mussten die Löwen am letzten Spieltag der Aufstiegsrunde zur 2. Liga Ende Juni 1984 antreten – und gingen mit 0:4 unter. Weder Lothar Langer vom Fanprojekt noch ich waren seinerzeit vor Ort, trotzdem spürten wir den morbiden Reiz dieses alten Stadions und folgten seinem Ruf.

Eine verfallene Anzeigetafel, viel zu hoch gemähtes Gras und verlassene Häuschen am Spielfeldrand, in Bürstadt sah es aus wie in einem Stadion des Ostblocks beziehungsweise kurz nach dem Krieg. Unfassbar geil muss es gewesen ein, dort mit rund 3000 Löwenfans im Jahr 1984 das schicksalshafte letzte Saisonspiel der Löwen miterlebt zu haben, trotz der hohen Niederlage. Ein altes verfallenes Stadion, wie “Groundhopper” es nur lieben können.

Wir fuhren die wenigen Kilometer über den Rhein hinüber nach Rheinland-Pfalz, um in Worms zunächst den Dom zu besichtigen.

Worms streitet sich ja mit ein paar anderen Städten um den Titel der “ältesten Stadt Deutschlands”, im Gegenzug zu Trier ist Worms jedoch zum Beispiel das einzige deutsche Mitglied im “Arbeitskreis der ältesten Städte Europas”. Wikipedia schreibt über Worms: “Das Stadtgebiet wurde erstmals in der Jungsteinzeit etwa um 5000 v. Chr. von Ackerbauern und Viehzüchtern besiedelt.”

Heute hat Worms rund 82.000 Einwohner und beherbergt neben Mainz und Speyer einen der drei romanischen Kaiserdome Deutschlands. Wir schauten gegen 17 Uhr im Dom vorbei und waren von seiner gewaltigen Architektur beeindruckt.

Anschließend fanden wir im Selbstsuchverfahren das Wormatia-Stadion, im dem wir alle sechs noch nie zuvor gewesen waren. Rund 35 Löwenfans fanden sich im Gästeblock ein und genossen die spätabendliche Frühlingssonne.

Die Löwen kassierten jedoch mit zunehmender Spieldauer ein Tor ums andere und schlichen schließlich mit hängenden Köpfen zum Endstand von 6:0 für Worms vom Platz. Einzig Kapitän Roland Sternisko ließ sich nach dem Abpfiff bei den Löwenfans am Zaun blicken.

Im Oktober 1999 hatte ich mal einen 9:0-Sieg der 1860-Amateure in Fulda miterlebt, jetzt wars wieder ein legendäres Ergebnis, allerdings für die Gastgeber. Wir sattelten die Pferde und waren gegen 1 Uhr nachts wieder zurück in München.

2:4 in Kassel – die Aufstiegsfrage in der Regionalliga Süd ist entschieden

Sonntag, 7. November 2010

Nachdem die “kleinen” Löwen einen sehr guten Saisonstart erwischten, war wochenlang klar, dass das Spiel am 6. November beim überlegenen Tabellenführer Hessen Kasssel das Spitzenspiel der Hinrunde werden würde.

01_kassel-haupttribune.jpgNachdem die U23 des TSV 1860 aber zuletzt schwächelte, trafen nur noch der Erste und der Fünfte der Tabelle aufeinander. Der KSV Hessen Kassel, der neulich die Einweihung der neuen Haupttribüne feierte, konnte 4.500 Zuschauer im Auestadion begrüßen.

Ich war in den letzten Jahren, als die 1860-Amateure sehr oft gut aussahen in Kassel und fast immer die Punkte mitnahmen, nie dabei gewesen, verpasste unter anderem den 8:3-Sieg am Ende der Saison 2006/2007 und den 4:3-Sieg anno 2008.02_kassel-1860-ii-061110.jpg

03_fritz-fehling-kassel-1991.jpgDas letzte Mal, als ich Kassel war, gelang den Löwen unter Trainer Karsten Wettberg am 12. Juni 1991 der legendäre 2:0-Sieg durch Tore von Stefan Hamberger und Albert Gröber, durch den der Aufstieg in die 2. Liga nach 9 Jahren Bayernliga erst möglich wurde. 1860-Fan-Ikone Fritz Fehling saß bzw. stand seinerzeit auf der alten Haupttribüne (Foto von Wolfgang Budack), weil er für den Stehplatzbereich keien Karte mehr bekommen hatte, wie er mir am Samstag in Kassel sagte.

Um es vorwegzunehmen: Diesmal waren die Löwen leider nicht so erfolgreich: Nachdem zwar Kushtrim Lushtaku und Bobby Wood der zwischenzeitliche 04_spielszene-kassel.jpgAusgleich zum 1:1 und 2:2 gelang, mussten sich die 1860-Amateure diesmal doch 2:4 geschlagen geben.

Wir bestellten uns und den Gammelticket-Zugfahrern einige Taxis zum Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, damit wir bequem und ohne Sicherheitsprobleme wieder vom Auestadion wegkommen konnten. Am modernen Kasseler ICE-Bahnhof im Stadtteil Wilhelmshöhe (benannt nach dem gleichnamigen Schloss) gibt es den kleinsten McDonalds Deutschlands, in dem keine Tische und Tabletts vorhanden sind, weil der Bahnhof normalerweise nur als Umstiegsbahnhof dient. Unser ICE zurück ging um 17:23 Uhr, sodass wir mit Verspätung um 20 nach 9 Uhr abends wieder in München ankamen.

Die Aufstiegsfrage in der Regionalliga Süd scheint für mich beantwortet zu sein, nachdem Hessen Kassel jetzt 9 Punkte Vorsprung auf die kleinen Löwen hat (genau diese 9 Punkte verloren die 1860-Amateure in den letzten drei Spielen…) und mit 33 Punkten aus 15 Spielen einsam und alleine an der Tabellenspitze steht. Allerdings wäre Kassel auch ein für die 3. Liga geeigneter Standort, das muss man trotz aller gegenseitigen Unsympathie in Fankreisen ehrlich zugeben.


Das Hacker-Pschorr Löwen-Blog - Hacker-Pschorr Bräu GmbH läuft mit WordPress
Entries (RSS) und Comments (RSS).