Archiv für die Kategorie „Nachwuchs“

5:2 gegen die Club-Amateure – Oans, zwoa, drei, g´wunna!

Mittwoch, 22. September 2010

01_1860-ii-fcn-ii-21092010.jpgBereits um 17 Uhr, also zwei Stunden vor dem Anpfiff, rief mich mein Nürnberger Kollege Jürgen Bergmann an, er war bereits auf Parkplatzsuche hinter dem Sechzgerstadion. Gegen 18 Uhr traf ich dann selbst am schönsten Stadion der Welt ein. Nach dem Kauf der aktuellen Klebebildchen fürs Sammelalbum und des Ama-Lion, der Amateure-Stadionzeitung, begab02_ama-lion-210910-s1.jpg ich mich mit meinem Radl zur Haupttribüne, um Jürgen Bergmann zu „betreuen“. Er hatte ausnahmsweise mal seine Frau dabei, was bei den stressigen Bundesligaspielen des FCN (nächstes Auswärtsspiel am Wochenende in Frankfurt) nicht möglich ist.

Auf der Haupttribüne traf ich auch Dennis Grassow, der von 1989 bis 1991 für den TSV 1860 in der Bayernliga spielte und jetzt Co-Trainer der SpVgg Weiden (Trainer Günter Güttler) ist. Am 2. Oktober spielen die kleinen Löwen ja in Weiden.

Während des Spiels setzte ich mich zu meinem alten Freund Chris Jung, der am Fuße des Flutlichtmasten im Block F1 Platz genommen hatte. Wir waren positiv überrascht, dass die Tore fortan fielen wie die reifen Früchte vom Baum. In der 906_lowenbomber-titelseite-240890.jpg. Minute köpfte Kevin Volland nach Flanke von Marcel Kappelmaier den Ball aus nächster Tornähe ins Netz des Tores vor der Ostkurve ein.In Minute 30 flankte Tarik Camdal auf Gökhan Gümüssu, der ebenfalls nur noch einköpfen musste. Nur acht Minuten später ertönte schon wieder die Tormelodie “Hey, was geht ab, wir feiern die ganze Nacht”. Ein Freistoß fand den Weg in den Sechzehner und der Ball den Weg ins Tor. Ob nun durch einen Nürnberger oder Christopher Schindler, das konnte bis zum Schluss nicht ganz geklärt werden. Egal, zur Halbzeit hieß es 3:0.

Ich unterhielt mich weiter angeregt mit Chris Jung, mit dem ich Anfang der 90er-Jahre, als ich noch keinen Computer und keinen Drucker hatte (er schon), gemeinsam die Fanzeitung „Der Löwenbomber“ herausbrachte.

03_u23-sammelalbum-2010-2011-s23.jpgDadurch fiel uns nur am Rande auf, dass die Club-Amateure bis zu 64. Minute auf 2:3 verkürzt hatten. Der Sieg schien kurzzeitig in Gefahr, doch in der 70. Minute wurden wir erlöst. Der Nürnberger Keeper verstolperte den Ball im Strafraum und Holger Knartz war zur Stelle. Frech kämpfte er dem Torwart den Ball ab und schob in einem Kraftakt den Ball aus einem eigentlich unmöglichen Winkel ins Netz. Anschließend setzte Kevin Volland mit seinem zweiten Doppelpack innerhalb von vier Tagen den Schlusspunkt. Einen langen Ball über die linke Seite ersprintete sich Markus Ziereis, dieser legte von halblinks quer auf Knartz, welcher mit dem Ball in den Strafraum eindrang. Dann ein Pass auf Volland, der aus sechs Metern ins kurze Eck zum 5:2-Endstand traf.

05_u23-sammelalbum-s-32.jpgWas will man mehr, als spannenden Offensivfußball der in zahlreichen Toren endet, einmalige Stimmung und das alles im schönsten Stadion der Welt? Es gibt eigentlich keinen Grund mehr, nicht zu den Spielen in der Heimat der Löwen zu kommen.

Das nächste Heimspiel steigt leider erst am Freitag, 15. Oktober gegen den SV Wehen-Wiesbaden II, da 1860 jetzt zwei Auswärtsspiele in Folge hat und danach Länderspielpause ist.

04_u23-sammelalbum-2010-2011-s17.jpgAuf jeden Fall lohnt sich der Erwerb der Klebebildchen bei jedem Heimspiel. Das Sammelalbum (Erlöse zugunsten der Nachwuchsarbeit) gibts für U23-Jahreskarteninhaber kostenlos dazu, für alle anderen gegen eine kleine Spende. Die Spieler schlüpften für die Fotos in die Rollen von Fans, die z.B. am Kiosk Bier kaufen, agierten als Ordner beim Einlass und posierten auch beim Schwenken einer Fahne in der Stehhalle. Ein Liebhaberstück nicht nur für Sammler. Für jeden Löwenfan ein absolutes Muss.

3:1-Sieg bei den Kickers – Basisdemokratie in Stuttgart

Samstag, 18. September 2010

Nach der bitteren Heimniederlage gegen Darmstadt schien unser Traum vom Aufstieg in die 3. Liga schon völlig verblasst, nun aber kam die Wende: Mit einem 3:1-Sieg bei den Stuttgarter Kickers wahrten die 1860-Amateure ihre Chancen auf Platz 1 der Regionalliga Süd. Durch die Tore von Kevin Volland und Markus Pazurek kletterten die Löwen auf Platz 2 und haben nun nur noch 4 Punkte Rückstand auf Hessen Kassel, das überraschend in Memmingen 2:4 verlor. 

01_degerloch-17092010.jpgIch fuhr zum ersten Mal mit dem Zug zu den Stuttgarter Kickers, nachdem ich 1993 und 2008 jeweils mit dem Auto anreiste. Vom Stuttgarter Hauptbahnhof gehts mit der sogenannten „Stadtbahn“ (eine Trambahn, die auch unterirdisch fährt) in 15 Minuten zur Haltestelle „Waldau“ im Stadtteil Degerloch, wo der traditionelle Kickers-Platz (heutzutage heißt er nach einem türkischen Sponsor „GAZI-Stadion“) liegt. Rund 70 Löwenfans hatten sich im Gästeblock eingefunden.

02_bussmann-fangt-ball.jpgSie erlebten die frühe Führung durch Markus Pazurek (5. Minute) mit und ebenso den von Björn Bussmann gehaltenen Elfmeter in der 50. Minute. Als nach 71 Minuten Kevin Volland auf 2:0 erhöhte, dachten wir schon, das Spiel sei entschieden, doch im Gegenzug gelang den Kickers der Anschlusstreffer. Kevin Volland war an diesem Tag aber der überragende Spieler und stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her, als er in der 81. Minute zum 3:1-Endstand traf. 

03_schindlerbussmann-am-zaun.jpgChristopher Schindler kam nach dem Spiel auf den Zaun, um mit den Löwenfans zu feiern, zusätzlich wollten die Anhänger per Zuruf auch Elfmeter-Held Björn Bussmann auf dem Zaun sehen. Basisdemokratie bei den kleinen Löwen. Basisdemokratie zu bestaunen gabs nach dem Spiel auch am Stuttgarter Hauptbahnhof, wo es zwar nicht die angekündigte Demonstration gegen den Abriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs gab. Aber an der Nordseite gab es eine Mahnwache und an einem Bauzaun konnte man viele Protestbriefe und Zettel protestierender Bürger, die sich gegen den überteuerten Bau von „Stuttgart 21“ zur Wehr setzen, sehen.

04_stuttgart-21-3.jpgWenns nicht so teuer wäre, wärs eine gute Sache, denn wozu braucht Stuttgart einen Kopfbahnhof? Für uns liegt Stuttgart außer bei einem Auswärtsspiel bei den Kickers immer nur auf dem Weg in andere Städte, und durch den Kopfbahnhof ist die Strecke über Stuttgart wesentlich langsamer als die Strecke über Nürnberg.

0:3 gegen Darmstadt und 1:2 in Duisburg – zwei bittere Niederlagen für 1860

Montag, 13. September 2010

01_1860-ii-darmstadt-himmel-100910.jpg

Am Samstag, 11. September mussten die Löwen nach zwei Wochen Pause wegen Länderspielen mal wieder auswärts antreten. Und zwar in Duisburg. Zuletzt gab es dort einen 1:0-Sieg in einem Montagsspiel Mitte März. Das Tor erzielte damals Djordje Rakic.

Doch zunächst stand am Freitag das Heimspiel der Amateure gegen Darmstadt 98 auf dem Programm. Letztes Saison war ausgerechnet dieses Spiel ein Geisterspiel auf Giesings Höhen (wegen der Vorfälle in Weiden), die Löwen gewannen damals 4:0. Diesmal lief es genau andersrum. Die Löwen waren von Anfang an die unterlegene Mannschaft und gerieten früh mit 0:1 in Rückstand. Kurz vor der Halbzeit und kurz nach der Halbzeit schlug der Ball zwei weitere Male im Gehäuse von Björn Bussmann ein, die Niederlage war nicht mehr abzuwenden. 

04_duisburg-1860-110910-spielszene-rapp.jpgIch unterhielt mich nach dem Spiel noch lange mit Hans Vonavka, Ralph Drechsel und Andreas Petri und brachte mich so in Sachen Vereinspolitik auf den neuesten Stand. Leider war es dann schon fast Mitternacht, als ich nach Untergiesing ins Domizil aufbrach. Um 5 Uhr morgens klingelte unerbittlich der Wecker, denn um 6:28 Uhr fuhr der Zug nach Duisburg los.

Am Stadion in Duisburg kam ich um 12:15 Uhr an, also ziemlich genau eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff. Leider gab es wieder mal Gezeter um ein paar Fahnen, die die02_andy-kump-duisburg-11092010.jpg Ordner den Löwenfans nicht zuließen. Ein leidiges Thema. Während des Spiels unterhielt ich mich prächtig mit Andy Kump aus Linz, der seit geraumer Zeit im Ruhrpott lebt und gerne mal zu Spielen geht. Der Anhänger des alten SK VÖEST Linz (später umbenannt in FC Stahl Linz und FC Linz, jetzt FC Blau-Weiß Linz) kündigte sogar eine nächste Platte seiner Band SHY an.  Die Löwen gingen durch Benny Lauth in Halbzeit 1 zwar 1:0 in Führung, doch schon im 1. Abschnitt war zu spüren, dass der MSV Duisburg wesentlich gefährlicher war. Zwei Tore durch Srdjan Baljak in Halbzeit 2 waren die logische Folge. Ich hatte mich psychisch schon vorher sogar auf ein Gegentor mehr eingestellt.

03_lowenblock-in-duisburg.jpgNach dem Spiel ging der Zug unserer 5-köpfigen Reisegruppe (Altersschnitt: 47,0 Jahre, da war ich ausnahmsweise mal das Nesthäkchen…) schon um 16 Uhr, sodass wir gegen 21 Uhr abends wieder nach München zurückkehrten. Zwischendrin spielte ich mit einer Russin, die bei Puma in Herzogenaurach arbeitet, und ihrer 6-jährigen Tochter „Mensch ärgere Dich nicht“. Lange lagen wir alle drei gleich auf, doch selbst bei diesem Spiel wurde ich am Schluss nur Dritter. Ein Wochenende zum Abhaken.


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