Archiv für die Kategorie „Nachwuchs“

Nur 1:1 gegen Pfullendorf – Der „Fahnentag“ hat trotzdem Spaß gemacht

Sonntag, 25. Oktober 2009

1860-ii-pfullendorf-flyer.jpgIn den vergangenen drei Jahren haben die unermüdlichen Löwenfans jeweils am Saisonende dafür gesorgt, dass ein Spiel der U23 im altehrwürdigen Sechzgerstadion vor vollen Rängen stattfand. In dieser Saison soll alles anders werden, ab nun kümmmert sich der TSV 1860 selbst darum, die Ränge auch bei der 2. Mannschaft zu füllen. Der neue Organisationsleiter der 1860-Amateure, Sebastian Weber, hatte angekündigt, dass mehrere Heimspiele der U23 so beworben werden sollen, dass insgesamt der Zuschauerschnitt angehoben werden kann.

pfullendorf-choreo.jpgDen Auftakt machten heuer die Ticketaktionen gegen Kassel und den 1. FC Nürnberg II. Nun gings weiter mit der Aktion „Farbe bekennen – Zeichen setzen“ beim Heimspiel am 23. Oktober gegen Pfullendorf. Die ursprüngliche Idee war es, alle 80 Münchner Stadträte einzuladen, damit sie wissen, wofür sie am 11.11. abstimmen sollen. An diesem Tag sollte die endgültige Absegnung des Erhalts des Sechzgerstadions im Stadtrat stattfinden. Da diese Entscheidung nun laut 1860-Vizepräsident Franz Maget nur noch eine Formsache ist und von OB Christian Ude in den Dezember verschoben wurde, kam auch fast kein einziger Stadtrat (einer soll dagewesen sein) ins Stadion, aber dies tat dem Rest des Geschehens keinen Abbruch.

raus-aus-der-arena-doppelhalter.jpgDenn die Fans hatten den Aufruf des Vereins zum Anlass genommen, eine weitere Demonstration für den Erhalt ihres Sechzgerstadions auf die Beine zu stellen. Ein Fahnentag wurde organisiert. Jeder Löwenfan sollte so viel Fahnen mitbringen, wie es geht. Heutzutage und auch am Freitag wird zwar von der Polizei reglementiert (gott hab sie selig, die alten Zeiten…), was man an Fahnen mitbringen darf, aber wen interessierts, wenn der Einlass für die Fahnen (16:30 Uhr) vor dem Zeitpunkt (17:15 Uhr) liegt, an dem ich 12 (!) Tagesfahnenpässe für Fahnen über 1,50 Meter Stocklänge ausgehändigt bekomme?

vergangenheit-zukunft-gegenwart-spruchbander-2.jpgDas Spiel geriet fast zur Nebensache. Ohnehin war die Stimmung in der Stehhalle sehr laut, da auch die sonst nicht ganz so zahlreich bei den Amateuren anwesenden jungen Leute der Cosa Nostra kräftig mit anfeuerten. Zum Spielbeginn wurden die Transparente der Aktion XXX.Tausend („Ein Verein – eine Heimat“) in der Stehhalle hochgezogen. Nach rund zehn Minuten entrollten die Mitglieder der Gruppierung „Münchner Freiheit“ ihre mitgebrachten und ebenfalls angemeldeten Tapeten mit folgender Aufschrift: „Vergangenheit: Ort des größten Triumphs. Gegenwart: meistbespieltes Stadion Deutschlands. Zukunft: Einzige Lösung – Grünwalder Stadion“.

jungwirth-freistos.jpgDie Löwen holten einen 0:1-Rückstand auf und schafften zwar noch das 1:1 durch Julian Leist, nicht mehr jedoch den 2:1-Siegtreffer. Erwähnenswert finde ich noch, dass ich mit den letzten Gästen erst um 0:50 Uhr die Stadionwirtschaft verließ. Angesichts vieler interessanter Gespräche rund um die Stadionfrage bei 1860 vergaß ich fast, dass ich am nächsten Tag früh aufstehen musste, um mit dem Zug zum Auswärtsspiel der Profis beim FSV Frankfurt zu fahren.

1:0 gegen Sonnenhof Großaspach - U23 gelingt vierter Heimsieg in Folge

Samstag, 3. Oktober 2009

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Durch ein Tor von Mathias Fetsch in der 22. Minute blieben die Sechzig-Amateure weiterhin zuhause ungeschlagen und schafften mit dem 4. Heimsieg in Folge den Sprung zurück auf Platz 3 der Regionalliga Süd. Mit 17 Punkten hat die Truppe von Dieter Märkle trotzdem weiterhin 5 Punkte Rückstand auf den SC Freiburg II auf Platz 1.

1.150 Zuschauer wollten nach dem Geisterspiel gegen Darmstadt mal wieder ein Heimspiel auf Giesings Höhen sehen. Sie wurden nicht enttäuscht, denn die Amateurmannschaft der Löwen bietet heuer einfach überragende Leistungen.

Weiter gehts am Samstag, 17.10. (14 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft von Greuther Fürth. Das Spiel findet fast zeitgleich mit dem nächsten Spiel der Profis gegen Duisburg (17.10., 13 Uhr, Arena Fröttmaning) statt.

4:0-Sieg im leeren Stadion – wir sahen von oben zu

Freitag, 18. September 2009

vor-dem-spiel-auf-der-kreuzung.jpgNachdem am 11. September das vernichtende Urteil des DFB verkündet wurde, dass der TSV 1860 wegen der Böllerwürfe durch Fans beim Spiel in Weiden 10.000 Euro Geldstrafe bezahlen und ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten musste, stand nun also am Donnerstag, 17. September 2009 das erste „Geisterspiel“ der Vereinsgeschichte an.

Einige Fans wollten sich nicht ganz damit abfinden, dass sie nicht reindürfen und kamen trotzdem zum Stadion, um ganz nah bei ihren Löwen zu sein. Insgesamt blieb es in ganz Giesing an diesem Abend jedoch ruhig.

1860-ii-darmstadt-spielszene-1.jpgIch hatte das Glück, dass ich am Freitag zuvor mit meinem Freund Ladi Pirker Gast auf der Vernissage in einer Galerie in einem Haus direkt hinter der Ostkurve war. Sechs Tage vor dem Spiel lud uns der Galerist ein, bei diesem Spiel seine Gäste zu sein, was wir dann natürlich gerne wahrnahmen. Der befreundete Löwen-Fan Ralph Drechsel schloss sich uns an.

Der Aufstieg zu der Galerie im 5. Stock war beschwerlich, aber er lohnte sich: Wir hatten eine phänomenale Aussicht auf das Stadion und konnten sogar das Tor auf der Ostkurven-Seite zur Gänze sehen. Auf jeden Fall hingen in der 1. Halbzeit zwar die beiden Schilder „1860“ und „Gäste“ auf der Anzeigetafel, die Tor-Anzahl-Tafeln fehlten allerdings anfangs noch.

ladiralph-galerie-seiler.jpgDie Löwen in den ungewohnten grün-schwarzen Auswärtstrikots. In der 1. Halbzeit passierte nicht viel. Nach dem 0:0 begaben wir uns zum Kühlschrank in der Küche der Galerie, um uns ein Kaltschalengetränk zu genehmigen und ein wenig mit dem Hausherrn zu plaudern.

In der 2. Halbzeit überschlugen sich die Ereignisse. Erst ein Foulelfmeter für Sechzig, den David Manga souverän verwandelte - 1:0. Dann die dicke Ausgleichschance der Darmstädter. Ralph Drechsel bangte um die Löwen, ich war mir sicher, dass wir irgendwann nachlegen würden. In der 66. Minute das 2:0 für 1860 durch Stefan Aigner, der Blondschopf war von oben mit am besten zu erkennen. Witzig die Szene, als sich nach dem 2:0 drei Löwen-Spieler vor der leeren Stehhalle aufstellten und die Welle inszenierten. Wer außer Aigner dabei war: schwer zu erkennen.

fenster-zum-stadion-170909.jpgIn der 83. und 87. Minute erhöhten die Löwen durch Benny Schwarz und ein Darmstädter Eigentor (Nico Hammann hatte einen Spieler der Gäste angeschossen, von dort prallte der Ball ins Netz) auf 4:0. Fast schon das traditionsgemäße Resultat der Löwen-Amateure, denn in dieser Höhe siegte die U23 im Jahr 2009 bereits in Nürnberg, Fürth und Weiden.

Nach Spielende trugen wir uns noch ins Gästebuch der Galerie ein, anschließend begab ich mich nach unten auf die Straße, wo aber nachwievor alles ruhig blieb. Im Haus neben uns hatten sich ebenfalls im 5. Stock Darmstädter Fans eingenistet. Respekt für soviel Ideenreichtum bei einem Auswärtsspiel unter der Woche…

spielszene-bei-flutlicht-1.jpgMit 14 Punkten rangieren die kleinen Löwen nunmehr auf Platz 3 und schleichen sich weiter an die Tabellenspitze heran. Weiter gehts bei der U23 am kommenden Sonntag, 27.09. um 14 Uhr in Ulm. Also fast zeitgleich zum Spiel der Profis gegen Paderborn. Für ein Auswärtsspiel in Ulm fast schon das übliche Prozedere. Schöne neue Fußballwelt…


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