“Ausverkaufte” Mitgliederversammlung der 1860-Fußballabteilung
Montag, 28. März 2011
Am Sonntag, 27. März 2011 fand turnusgemäß die Mitgliederver-sammlung der Fußballabteilung des TSV München von 1860. e.V. statt. Aufgrund der aktuellen Geschehnisse rund um die KGaA war natürlich erwartet worden, dass viele Löwenfans noch kritischere Fragen als sonst stellen.
Doch zunächst konnte festgestellt werden, dass ausnahmsweise mal eine Veranstaltung des TSV 1860 München restlos bis auf den letzten Platz gefüllt war. 401 stimmberechtigte Mitglieder und weitere rund 40 Gäste hatten sich an diesem Sonntag im ”Kulturhaus Milbertshofen” eingefunden.
Nicht erschienen war KGaA-Geschäftsführer Robert Schäfer, dafür waren mit Präsident Dieter Schneider und Vizepräsident Franz Maget zwei hochkarätige Auskunftgeber vor Ort.
Zunächst gab Fußball-Abteilungsleiter Robert Reisinger seinen Bericht ab, dabei sparte er auch nicht mit Kritik an den KGaA-Verantwortlichen. Kritisiert wurde von Reisinger vor allem die “mangelhafte Kommunikation”. Schatzmeister Thomas Probst stellte den Kassenbericht vor und verwies darauf, dass der eV auf den Zuschuss der KGaA angewiesen sei, um die Jahresbilanz auszugleichen. Für das laufende Geschäftsjahr sei der Zuschuss leider noch nicht erfolgt (angesichts der finanziellen Lage der KGaA leider kein Wunder) und Probst sowie Reisinger drohten an, das Festgeldkonto mit den Erträgen aus den Lebensmitgliedschaften (1860 Euro pro Person) anzapfen zu müssen.
Anschließend erfolgte die Aussprache mit 17 Wortmeldungen von Löwenfans, deren Redezeit jeweils auf 5 Minuten beschränkt werden musste. Den Anfang machte Rupi Schranner von der Cosa Nostra, der die gemeinsame Erklärung von rund 80 Fanvereinigungen verlas, in denen diese sich gegen eine Rettung des TSV 1860 mit Geldern des FC Bayern aussprachen.
Später wiederholten viele Fans ihre Forderung nach einer Abnabelung vom FC Bayern. Flo Hibler von den “Blue Pirates Murnau” sagte, er und seine Fanclubkollegen seien ständig bereit gewesen, viele Unannehmlichkeiten rund um den TSV 1860 hinzunehmen, jetzt aber sei Schluss, man werde die Arena in Zukunft boykottieren. Er verglich das Leid der Löwenfans mit dem eines ausgemergelten Bergwanderes, der die Berghütte nicht sehe und deshalb umkehre.
Einige Löwenfans hatten rotes Konfetti vorbereitet, das sie in den Sitzungssaal hineinschmuggelten. Da Robert Schäfer nicht anwesend war, entkam er so einem Bewurf, später flog das rote Konfetti trotzdem in die Luft, als Franz Maget diese Aussage machte: “Es ist nicht so, dass der FC Bayern bei unserer Sanierung die entscheidende Rolle spielt, glaubt das nicht“.
Wer die KGaA des TSV 1860 München nun rettet, steht noch in den Sternen. Ein Antrag des Fußballabteilungsleiters Robert Reisinger wurde jedoch schon mal vorsorglich mit 371 von 401 Stimmen angenommen: Die Gründung einer dritten Herrenmannschaft unter dem Dach des eV.
Nicht dumm, schließlich würden im Fall einer Insolvenz (die selbst nach einer Rettung der KGaA jederzeit drohen kann…) auch die U23 und die U19 pleite gehen. Und das wäre nicht nur für die Jugendarbeit verheerend, sondern auch für alle jungen Erwachsenen, die gerne bei 1860 spielen würden….

