24. August 2010
Ein Montagsspiel rund 600 Kilometer weit von München entfernt, im Vorverkauf wurden nur gut 300 Tickets für den Löwenfanblock verkauft, da brauchts keine zwei Fanbeauftragte vor Ort. Nachdem ich als einziger Fanbetreuer in Verl war, blieb ich diesmal ausnahmsweise zuhause. Der Kraiburger feierte seinen 32. Geburtstag in der Kastanienklause in Giesing und hatte mich eingeladen. In lauschiger Atmosphäre konnten rund 25 Löwenfans in einem Biergarten nicht weit von der Heimat der Löwen entfernt das Spiel auf einem normalen Fernsehgerät verfolgen.Â
Daniel Bierofka feierte nach eineinhalb Jahren Verletzungspause sein Zweitliga-Comeback und trat auch gleich als Kapitän zur Platzwahl an. Nach elf Minuten fiel das 1:0 für Bochum, doch Djrordje Rakic glich nach 23 Minuten aus. Antonio Rukavina hatte schön geflankt, Rakic stand rund 7 Meter vor dem Tor völlig alleine und netzte mit dem rechten Fuß ein. Die Löwen bestimmten das Spiel in
der 1. Halbzeit und hielten den Topfavoriten der Liga überraschend gut in Schach. Reiner Maurer veränderte die Aufstellung im Vergleich zum Pokalspiel in Verl auf zwei Positionen: Für Savio Nsereko kam Bierofka von Beginn an zum Einsatz und für Florin Lovin feierte der 17-Jährige Moritz Leitner sein Zweiligadebüt. Eigentlich war er heuer nur für die A-Jugend vorgesehen.
Leider gab es noch vor der Halbzeit und kurz danach den Doppelschlag des Nordkoreaners Chong Tese, der als Neuzugang schon so einen hohen Stellenwert bei den VfL-Fans hat, dass sie ihm ein eigenes Spruchband („Tese, unser Held“) widmeten. Bei der WM in Südafrika war er nur aufgefallen, weil er bei der Hymne seines Heimatlandes weinte. In der Halbzeit gabs ein
SKY-Interview von Michael Leopold mit Robert Niemann, dem neuen Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA. Er teilte mit, dass es allen Verantwortlichen am liebsten wäre, Stefan Aigner nicht verkaufen zu müssen. Allerdings muss Sechzig noch mindestens 2 Millionen Euro an Transfererlösen erzielen, um keinen Punktabzug wegen Verstößen gegen die Lizenzauflagen zu bekommen.
Im Spiel gelang 1860 zwar der Anschlusstreffer zum 2:3 durch ein Tor von Benny Lauth, doch leider blieben weitere Angriffsbemühungen erfolglos, Savio Nsereko scheiterte mit einem Volleyschuss und verpasste somit das mögliche 3:3. Es wäre verdient gewesen. Fazit: Auch wenn die Löwen immer wieder in der Abwehr unerklärliche Fehler machten, so spielten sie dennoch schön nach vorne. Und man darf nicht vergessen, dass die Löwen bei DEM Topfavoriten der Liga antreten mussten und einem Punktgewinn nahe waren. Wie schrieb die TZ am Tag danach so schön: “Ein Trost für kommenden Sonntag: Osnabrück kommt ohne Nordkoreaner in die Allianz Arena…”Â
Ich saß mit dem Geburtstagskind noch bis nach Mitternacht zusammen. Stefan erinnerte sich daran, dass die Löwen zuletzt beim Heimspiel gegen Leeds in der Champions League-Qualifikation anno 2000 an seinem Geburtstag spielten. Der 23. August scheint kein gutes Omen für den TSV 1860 zu sein…. Für mich wars ein entspannender Abend in München. Wenn ich vor Ort dabei gewesen wäre, hätte ich wesentlich weniger vom Spiel gesehen und wäre mit dem Zug frühestens um 9 Uhr morgens wieder in München gewesen. Auf dem Heimweg nach Untergiesing fuhr ich mit dem Radl noch am Puerto Giesing vorbei, wo die 96 Fensterscheiben in unterschiedlichen Farbkombinationen leuchten. „All Colours Are Beautiful“ nennt sich dieses Kunstprojekt des Chaos Computer Clubs.
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23. August 2010
Zumindest für einen Tag übernahm die Löwen-U23 durch den 4:2-Erfolg über Wormatia Worms die Tabellenführung. Gökhan Gümüssu (17.), David Manga mit einem Doppelschlag (39. und 57.) und Dimitry Imbongo Boele (62.) trafen für Sechzig.
Trainer Bernhard Winkler musste verletzungsbedingt gegen Wormatia Worms auf Kapitän Roland Sternisko (Anriss des Syndesmosebandes) und Augustin Hamidouche (Teilruptur des Außenbandes) verzichten. Damir Kurtovic fehlte zum letzten Mal wegen einer Sperre aus der Vorsaison. Aus dem Profi-Kader waren Tarik Camdal, Christopher Schindler und Necat Aygün dabei.
In der 17. Minute vergab zunächst Gökhan Gümüssu auf Zuspiel von Kushtrim Lushtaku, als er den Ball am Elfmeterpunkt nicht unter Kontrolle brachte. 30 Sekunden später hatte er die nächste Gelegenheit. Erneut konnte sich Lushtaku auf der rechten Seite durchsetzen. Mit viel Übersicht spielte er den Ball an Schindler in der Mitte vorbei an den langen Pfosten, wo Gümüssu mutterseelenallein den Ball annehmen konnte und aus elf Metern zum 1:0 ins rechte untere Eck traf (17.).
In der 39. Minute nahm Manga ein gegnerisches Geschenk dankend an. An der Strafraumgrenze wurde Manga angeschossen, schaltete schneller als sein Gegenspieler, setzte dem Richtung Tor abprallenden Ball nach und traf aus zwölf Metern flach ins kurze Eck zum 2:0. Völlig überraschend gelang Worms wenig später der Anschlusstreffer.
Der erste gelungene Angriff nach der Pause führte gleich zum 3:1. Gümüssu hatte schön auf den gestarteten Manga gepasst, der lief halblinks alleine auf Knödler zu, der Torhüter brachte zwar noch die Hand an den 13-Meter-Schuss, trotzdem landete der Ball im langen Eck (57.). Fünf Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Wormatia. Wieder hatte Gümüssu aus dem Zentrum steil nach vorne gespielt, Imbongo Boele lief seinem Gegenspieler davon, traf aus 15 Metern unhaltbar ins linke untere Eck
zum 4:1 (62.). Worms gelang zwar noch der 2:4-Anschlusstreffer, doch mehr war für die schwachen Gäste an diesem Abend nicht drin.
Julian Ratei gab nach dem Abpfiff noch den Vorsänger für die Stehhalle. Inzwischen sind die Löwen auf Platz der 2 der Regionalliga Süd abgerutscht, weil Hoffenheim II gegen Memmingen 6:0 gewann. Memmingen ist auch der nächste Gegner der Löwen-Amateure. Am Freitag, 27. August um 19:30 Uhr steht das Auswärtsspiel im Allgäu auf dem Programm.
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16. August 2010
Nachdem der TSV 1860 bereits im Jahr 2007 in der 1. Runde des DFB-Pokals in Verl in Ostwestfalen gespielt und 3:0 gewonnen hatte (durch drei Tore von Antonio Di Salvo), bescherte uns die Losfee diesmal erneut den Regionalligisten aus der Nähe von Gütersloh als Gegner.Â
Die Verler Verantwortlichen hatten sich wieder mal ins Zeug gelegt und sogar kleine Spiel-Wimpel produziert, wenngleich es am Spieltag nur noch zwei der Dinger zu kaufen gab. Für Löwenfans zu wenig. Insgesamt rund 450 Sechzger-Anhänger hatten sich bei schönem Wetter im idyllischen Stadion an der Poststraße eingefunden. Der Ground ist vom Bahnhof aus in fünf Minuten Fußweg zu erreichen. Wieder was dazugelernt, denn beim letzten Mal wurde ich von einem Fanbus bis vor den Gästeblockeingang kutschiert. Das Spiel lief dann auch alles andere als erfreulich und anders als 2007 ab: In der neunten Minute gingen die Hausherren mit 1:0 in Führung. Sechzig spielte „viel zu pomadig“, wie einige Löwenfans in meiner Nähe schimpften. Mit dem deprimierenden 0:1-Rückstand ging es dann auch in die Pause.
In dieser gab es ein Halbzeitspiel auf dem Rasen, zu dem ich mit ein paar Löwenfans in den Mittelkreis gebeten wurde. Drei Löwenfans traten gegen drei Verler Fans an. Alle sechs mussten jeweils im Kampf gegen die Uhr zehnmal im Kreis um einen kleinen Pylon laufen, und sollten danach eine kurze Strecke geradeaus rennen. Zwei der drei Löwenfans haute es sauber auf die Schnauze. Sieht leichter aus, als man denkt. Wenigstens wurden die Löwenfans für ihren Einsatz und dafür, dass sie sich zum Deppen gemacht hatten, belohnt. Der zeitbeste Löwe bekam ein aktuelles 1860-Trikot geschenkt, der Zweite einen Ball und der Dritte ein Käppi.Â
Kurz nach der Halbzeit traf ich den neuen 1860-Geschäftsführer Robert Niemann im Gästeblock, er unterhielt sich mit einigen Löwenfans. Zu diesem Zeitpunkt musste man ein Ausscheiden der Löwen befürchten, die Sorge um die knapp 250.000 Euro Antrittsprämie für Runde 2 des Wettbewerbs und den Imageverlust sah man ihm deutlich an. Trainer Reiner Maurer hatte in der Zwischenzeit jedoch reagiert und für Aleks Ignjovski, der in der Vorbereitung kaum spielen konnte, den 17 Jahre alten offensivstarken Moritz Leitner (gebürtiger Münchner mit österreichischem
Pass) ins Spiel gebracht. In der 69. Minute war es dann soweit: Nach schöner Vorarbeit von Leitner verlängerte Stefan Aigner den Ball mit dem Kopf ins gegnerische Tor, der Ausgleich, endlich. Ein paar Minuten später war erneut Stefan Aigner zur Stelle. Er erhöhte wiederum per Kopf auf 2:1. Riesiger Jubel bei den Spielern und den mitgereisten Fans.
Alles in allem ein aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdienter Sieg. Es wäre so schön, wenn 1860 im DFB-Pokal endlich mal das Achtel- oder Viertelfinale überstehen würde und wenigstens ins Halbfinale einziehen könnte.
Ein Löwenfan scheint überzeugt zu sein, dass die Pokal-Trophäe im Jahr 2011 nach 1942 und 1964 endlich mal wieder an 1860 München verliehen wird. Er malte einen Doppelhalter, den ich kurz vor Ende des Spiels fotografierte. Â
Nach dem Spiel gings zu Fuß zurück zum ehemaligen Bahnhof in Verl, wo samstags ab 16:45 Uhr kein Bus mehr fährt. Wir bestellten uns ein Taxi und fuhren zu viert zurück nach Gütersloh. Dort blieb uns bis zur Abfahrt unseres Zuges noch rund eine Stunde Zeit. Zeit, um sich zu stärken und Proviant für die Rückfahrt (über Hannover) zu kaufen. Kurz nach 1 Uhr nachts kamen wir wieder in München an.
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