1:3 beim FSV Frankfurt – Aufstiegsträume ad acta gelegt

12. März 2012

Nach zuletzt sieben Siegen in den letzten neun Spielen (darunter nur die Unentschieden in Aachen und gegen St. Pauli) rechneten sich alle Löwenfans noch etwas aus für den TSV 1860 im Kampf um den Aufstieg. So wurden für das Auswärtsspiel am Bornheimer Hang in Frankfurt bereits im Vorverkauf über 800 Tickets abgesetzt und schlussendlich fanden sich an diesem Samstagmittag im März 2012 rund 1.500 Löwenfans im Volksbank-Stadion in Frankfurt-Bornheim ein.

Ich hatte gemeinsam mit den Fanräten Basti Morsack und Martin Dauser die ehrenvolle Aufgabe, den Jugendbus des Fanrates zu begleiten und die 12 bis 16 jahre alten Kids zu betreuen. Um 6:30 Uhr morgens ging es am Löwenstüberl los mit der Austeilung der Eintrittskarten, die der FSV Frankfurt generöserweise kostenlos zur Verfügung stellte. Um Viertel nach 7 Uhr setzte sich der Bus in München-Giesing in Bewegung. In Allershausen und Greding wurden ebenfalls noch junge Fahrgäste mit aufgenommen, sodass wir ab der Mitte Bayerns bis auf den letzten Sitzplatz ausverkauft waren, ein sehr schöner Erfolg für das Projekt, junge Löwenfans ans Auswärtsfahren zu gewöhnen.

Das Spiel selbst fing gar nicht schlecht an, nach 15 Minuten machte Kai Bülow seinen Fehler vom St. Pauli-Spiel wieder wett und brachte die Löwen per Kopf 1:0 in Führung. Der Aufstiegszug rollte, dachten alle Löwen….

Doch schon neun Minuten später hieß es 1:1 und vor der Halbzeit gelang dem FSV Frankfurt noch das 2:1. Ein Elend. Wie in den vergangenen beiden Jahren drohte wieder eine bittere Pleite am Bornheimer Hang. Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich nichts mehr und so fiel fünf Minuten vor dem Abpfiff das Tor zum 3:1-Endstand für die Frankfurter, die sich drauf verlassen können, dass ihnen die Münchner Löwen jedes Jahr Punkte im Kampf um den Klassenerhalt schenken.

Uns blieb nichts anderes übrig, als möglichst schnell die Heimreise anzutreten, schließlich sollten die jungen Löwenfans nicht allzu spät wieder heimkommen und doch dauerte es bis 21 Uhr, als der Jugendbus des TSV 1860-Fanrates endlich wieder auf dem Trainingsgelände ankam.

Nachdem dies der erste Jugendbus war, der über die Grenzen Bayerns hinaus rollte, werden wir in dieser Saison wohl keinen Jugendbus mehr veranstalten. Aber der nächste Jugendbus kommt bestimmt. “Wenn es was zu verkünden gibt” (neueste Floskel der Fußballprofis und -funktionäre), steht es zuerst in der 1860-Homepage, dann in der Löwen-News und zu guter Letzt wird es auch von Stadionsprecher Stefan Schneider bei einem 1860-Spiel in der Allianz Arena durchgesagt werden.

1:1 gegen St. Pauli – Volland rettet die Aufstiegshoffnung der Löwen

7. März 2012

Am Montagabend, 5. März mussten die Löwen ihr letztes von nur zwei Montagsspielen in dieser Saison absolvieren: Der FC Sankt Pauli aus Hamburg kreuzte in München-Fröttmaning auf. Das Spitzenspiel lockte spontan mehr als 30.000 Zuschauer in die Allianz Arena, über 9.000 Tickets wurden alleine an den Tageskassen verkauft.

Dass es dabei natürlich auch zu längeren Wartezeiten kam, ist leider selbstredend und der Tatsache geschuldet, dass, wie mir alle unsere Stadion Manager immer versicherten, die Arena sei nicht idealtypisch für einen enormen Andrang an den Tageskassen gebaut worden.

Ich konnte an diesem Abend einige Leute aus dem Nachtleben in der Arena begrüßen, angeführt von André Meier. Unter ihnen DJ Shogun, Daisy Sinds aus dem Speiselokal Cooperativa (mit Schwester Ella und Bruder Corvin), Lili Tralala vom DJ-Team Flamingo Gang (bekannt u.a. aus der Blumenbar und dem Kong) sowie Blumenbar-Türsteher Philly Phil.

Die Löwen legten eine grandiose erste Halbzeit hin, der Pfostenknaller von Antonio Rukavina nach 14 Minuten aus 25 Metern Entfernung ist immer noch im Kopf gespeichert, leider schafften die Sechzger es nicht, das 1:0 zu erzielen. In der 32. Minute foulte der unglückliche Kai Bülow dann den Sankt Paulianer Sliskovic im Strafraum, es gab Elfmeter. Gabor Kiraly war zwar mit den Händen dran am Ball, konnte das 0:1 aber nicht verhindern.

In der zweiten Halbzeit bekam der FC St. Pauli das Spiel besser in den Griff, trotzdem hatten die Löwen auch weiterhin Chancen auf den Ausgleich. Als keiner mehr damit rechnete, gelang Kevin Volland spät, aber doch das 1:1: Collin Benjamin, der Ex-HSVer, erkämpfte den Ball, spielte ab zu Volland, der Allgäuer setzte sich unnachahmlich durch und schob den Ball am Hamburger Torwart Pliquett vorbei ins lange Eck.

Beim Torjubel ließen sich die Burschen natürlich allesamt dort blicken, wo ich mit meinen Freunden stand, im Block 127. Kevin Volland wurde von Collin Benjamin, Stefan Aigner und Benny Lauth halb zu Tode gedrückt, so erleichtert waren alle über den längst verdienten Ausgleich.

Nachdem man den Aufstieg mit dem fast 60-minütigen Rückstand schon abgehakt hatte, war dieses Tor von Volland doch drei Punkte wert: Sankt Pauli verlor zwei sichergeglaubte Punkte, Sechzig gewann einen Punkt doch noch dazu.

Jetzt müssen zusätzlich zum nächsten Heimspiel gegen Greuther Fürth am Samstag, 17. März (13 Uhr) eben auch noch das Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt (Samstag,. 10. März, 13 Uhr) und das Nachholspiel in Aue (Mittwoch, 14. März, 18:30 Uhr) gewonnen werden, dann sind die Löwen mit 51 Punkten ganz vorne dabei. Denn die Kontrahenten gewinnen nicht immer, auch wenn es ausnahmsweise ein Wochenende war, an dem außer den Löwen und dem FC St. Pauli alle Aufstiegskandidaten drei Punkte holten.

1:0 bei Union Berlin – Löwen auf Aufstiegskurs

27. Februar 2012

Nachdem ich bereits im Jahr 2010 im „Puerto Giesing“ in München eine Foto-Ausstellung mit 60 Bildern aus der Geschichte des TSV 1860 München veranstaltete, gab es jetzt anlässlich des Auswärtsspiels der Löwen bei Union Berlin mit einer Auswahl dieser Bilder eine zweite, kleinere Vernissage in Berlin:

Auf Vermittlung von Löwenfan Marko Bertone, der aus Ost-Berlin stammt und dessen Herz natürlich auch noch an Union hängt, bot ein Mitarbeiter der „Eisernen Botschaft“ in Köpenick, in der Union-Fanszene als „Kibitzer“ oder „Kibi“ bekannt, an, rund 20 Bilder in einem Nebenraum der Botschaft auszustellen.

Und so kam es am Freitag, 24. Februar rund eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff des 1860-Spiels an der Alten Försterei mitten in Köpenick zu einer kleinen Führung durch meine Ausstellung. Mit dabei: Rund zehn Löwenfans und einige interessierte Unioner, die sich über die Motive begeistert zeigten. Für den Transport der Bilder nach Berlin geht ein Dank an Herbert Schröger (Löwenfans gegen Rechts).

Anschließend wurde ich von einem weiteren Union-Fan mit seinem Auto zum Gästeblock rübergefahren. Dort lief der Einlass der Löwenfans reibungslos. Im Gästeblock waren mindestens 900 bis 1000 Löwenanhänger, die alle Hoffnung im Kampf um den Aufstieg geschöpft hatten. Während der 90 Minuten regnete es unaufhörlich.

Als ich schon nicht mehr damit gerechnet hatte, dass wir wie letzte Saison ein spätes Tor schießen, gelang Stefan Aigner vor unserer Kurve der 1:0-Siegtreffer. Er lief auf den Löwenblock zu und ließ sich dort feiern.

Ein Löwenfan zündete nach dem Tor einen Bengalo, der einen Ordnereinsatz nach sich zog.  Gabor Kiraly stieg bei den anschließenden Jubelfeiern auf den Zaun. Fanfotograf Peter Urban hielt auch diese Szene mit einem schönen Bild fest. Ich begab mich mit einigen Freunden aus München zu meinem Hostel in Berlin-Kreuzberg und zog mit den Jungs noch um die Häuser, um den Sieg zu feiern.

Die Löwen erreichten mit nunmehr 41 Punkten aus 22 Spielen das beste Zwischenresultat seit dem Abstieg aus der Ersten Liga im Jahr 2004. Die Konkurrenten gewinnen nun nicht mehr jedes Spiel und so holt 1860 einen Punkt Rückstand nach dem anderen auf. Ganz klar: Der Aufstieg ist jetzt nicht mehr unrealistisch und zum Greifen nah. Nächster Beweistermin: Montag, 5. März, 20:15 Uhr in der Allianz Arena gegen den FC Sankt Pauli.


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