Fürth in weiß-blauer Hand – aber die Punkte verschenkt
Montag, 23. März 2009
Zum 5. Mal seit dem Absteig 2004 mussten die Löwen im Playmobilstadion in Fürth antreten. Die Fürther, Deutscher Meister 1914, 1926 und 1929, haben es genau wie die Löwen seitdem nicht geschafft, aus den Gefilden der 2. Liga herauszukommen. Wie der TSV 1860 ist die Spielvereingung Greuther Fürth nur ein „Ausbildungsverein“, der die besten Talente Jahr für Jahr abgeben muss, so begannen die heutigen Nationalspieler Roberto Hilbert und Heiko Westermann ihre Karriere in der Nürnberger Vorstadt.
Viele Löwenfans trafen sich am Sonntagmorgen um kurz vor 9 Uhr am Münchner Hauptbahnhof, um mit verschiedenen Zügen, darunter einem Entlastungszug, nach Fürth zu fahren. Gegen 13 Uhr erreichten wir nach einer U-Bahn-Fahrt in Fürth und einem Fußmarsch den alten „Ronhof“. Die Fürther schaffen es als einer der wenigen Vereine in Deutschland, noch in ihrer ursprünglichen Spielstätte zu spielen, wenngleich auch ein paar Tribünen in den letzten Jahren dazukamen.
Die Jungs von der „Cosa Nostra“ hatten sich diesmal eine besondere Choreografie für das gefühlte Bayernliga-Spiel (in den Jahren 1982 bis 1987 waren die beiden Clubs erbitterte Gegner in der damals drittklassigen Bayernliga) ausgedacht:
Die oberen 1000 der im Gäste-Stehplatz-Block befindlichen Löwenfans sollten während des gesamten Spiels weiße Handschuhe, die unteren 1000 Löwenfans blaue Handschuhe tragen. Dies gab ein sehr schönes Bild ab. Das praktische an den Einweghandschuhen, an deren kostenlosen Beschaffung ich beteiligt war, ist, dass man damit alles machen kann: In die Hände klatschen, SMS schreiben, telefonieren, eine Bratwurscht essen und sogar in der Nase bohren.
Die Stimmung im Löwenblock war sehr gut, ganz Fürth war, wie eingangs erwähnt, in weiß-blauer Hand. Die Mannschaft von Uwe Wolf wollte diesem Anspruch in nichts nachstehen und legte eine gute 1. Halbzeit hin, 1860 war die überlegene Mannschaft. Leider führte in der 77. Minute eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters Babak Rafati zu einem Eckball statt eines erwarteten Abstoßes zum 1:0 für Fürth, der Ball schlug durch den Sonntagsschuss eines Fürthers im Netz von Michael Hofmann ein. Das war dann auch das Tor des Tages, die Löwen verloren bei den Kleeblättlern mit 0:1.
Die zunehmende Kälte (nach dem sonnigen Samstag in Darmstadt hatte ich meinen wärmenden Pullover daheimgelassen) und die Niederlage gaben mir für diesen Tag den Rest. Nachdem ich mich endlich mal wieder 90 Minuten aufs Spiel konzentrieren konnte, empfand ich die Niederlage als doppelt bitter. Die Euphorie ist nun weg, für den TSV 1860 geht es nur noch darum, die Saison anständig zu Ende zu bringen. Viel Motivation für die nächsten Auswärtsfahrten gibt das nicht.

