20 Stunden unterwegs – für ein 2:3 in Koblenz
Mittwoch, 15. April 2009
Am Ostersonntag stand die Auswärtsfahrt nach Koblenz auf dem Programm. Zweimal waren die Löwen bisher in dem Städtchen an Rhein und Mosel zu Gast, zweimal gabs bislang eine Niederlage (1:2 am 29. April 2007, 1:3 am 23. März 2008).
Diesmal entschied ich mich für die Mitfahrt in den beiden Bussen der Cosa Nostra. Um 5 Uhr morgens gings am Sechzgerstadion los. Busfahrten dauern ja heutzutage auch länger als früher, seitdem es das Rauchverbot gibt und viele Busunternehmen nur noch Nichtraucherbusse anbieten.
Als wir gegen 12:30 Uhr in Koblenz ankamen, hatten wir mit unseren beiden Bussen eigentlich nur noch eine Kurve vor uns, um in Richtung Gästeparkplätze abzubiegen, als sich plötzlich ein Motorradfahrer der Koblenzer Polizei vor uns setzte und mit uns im Konvoi noch eine viertelstündige Stadtrundfahrt veranstaltete. Den nützlichen Sinn dieser Maßnahme konnte mir niemand vermitteln….
Der Parkplatz für alle Gästebusse befindet sich rund zehn Minuten vom Stadion entfernt direkt am schönen Rheinufer, was jedesmal wieder der einzige wirklich schöne Eindruck ist, den man aus Koblenz auf die lange Heimfahrt mitnimmt, doch der Reihe nach.
Da man beim Aussteigen an den Bussen immer viele Bekannnte aus anderen Bussen trifft und die telefonische Abklärung der erlaubten Gegenstände im Stadion mit dem Koblenzer Sicherheitsbeauftragten in der Vorwoche sehr harmonisch ablief, entschied ich mich, noch kurz an den Rheinwiesen zu verweilen und erst ein paar Minuten nach dem Hauptpulk unserer Fans zum Stadion zu gehen.
Plötzlich bekam ich einen Anruf, dass es Rangeleien am Einlass gab, weil Ordner den Einlass der üblichen 1,50 Meter langen Plastikstöcke für kleine Fahnen verweigerten. Grund: es seien nur welche aus Holz erlaubt. Dies hatte uns der Koblenzer Sicherheitsbeauftragte im Vorfeld jedoch nicht mitgeteilt. Die Empörung stieg zudem, als auch zugelassene Zaunfahnen nicht eingelassen wurden.
Als ich am Stadion ankam, hatte ich noch einen kurzen Disput mit dem Koblenzer Sicherheitsbeauftragten, der mich zuvor viermal am Telefon abwürgte, obwohl er mir bei unserem Vorgespräch das „Du“ anbot.
Die vier oder fünf Fahnen, die draußen bleiben mussten, bevor ich kam, durfte ich dann mit in den Innenraum nehmen, um sie dort auszulegen. Die Ordner waren alle sehr hilfsbereit. Vom Spiel unserer Mannschaft hatte ich bis dahin logischerweise nichts mitbekommen, außer, dass wir nach 34 Minuten 0:2 zurücklagen, nichts Neues in Koblenz also.
In der 2. Halbzeit machten allerdings zwei Tore von Benny Lauth und Mathieu Béda Hoffnung, trotzdem verlor Sechzig wieder einmal bei der TuS, diesmal 2:3. Wenigstens gelang mir erstmals, Benny Lauth und Co. zum Gang an den Zaun zu bewegen, als sie nach dem Spiel zwar zum Gästeblock kamen, aber zunächst vor den Werbebanden stehenblieben.
Auch Uwe Wolf klatschte die Fans am Zaun ab, dabei war zu sehen, dass er IMMER NOCH sein T-Shirt mit dem Aufdruck „CO“ aus seiner Zeit als Co-Trainer trägt. Wie der Presse zu entnehmen ist,
drängt er ja auf einen Vertrag über diese Saison hinaus, die Vereinsführung lässt sich aber noch Zeit mit der Bestimmung des nächstjährigen Trainers, weil die für den Klassenerhalt wohl notwendigen 40 Punkte noch nicht eingefahren sind.
Und der TSV 1860 hat erst 34 Punkte auf dem Konto. In den restlichen 7 Spielen wird man wohl nicht mehr wirklich in Abstiegsgefahr geraten (7 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz), aber so richtig Durchschnaufen und planen kann man halt so auch noch nicht. Uns Löwenfans blieb am Sonntag nichts anderes übrig, als die lange Heimreise anzutreten, nicht jedoch, ohne nochmal am Rheinufer mit den schönen grünen Wiesen durchzuatmen und die Natur zu genießen.
Die Heimfahrt endete um 0:30 Uhr in München-Giesing. Summasummarum waren wir 20 Stunden unterwegs. Für ein 2:3 in Koblenz.








