Noch ein Doppelpack - Neustrelitz war eine Reise wert
Montag, 11. August 2008Einen Tag nach dem „Garmischer Doppelpack“ zog es mich in die komplett entgegengesetzte Richtung innerhalb Deutschlands, denn meine Löwen mussten in Mecklenburg-Vorpommern beim Fünftligisten TSG Neustrelitz im DFB-Pokal antreten.
Um 8:40 Uhr ging der Flieger in München, um 9:40 Uhr war Landung in Berlin-Tegel. Von dort fuhr ich mit 1860-Reporter Oliver Griss von der Abendzeitung per Leihwagen weiter. Unterwegs hielten wir an einem Obststand neben der Landstraße an, um uns kurz zu stärken. Ich bestellte 1 Apfel und 5 Zwetschgen. Hatte mit 2 Euro irgendwas gerechnet, da sagt die Verkäuferin plötzlich “macht sieben….”, ich will schon lospoltern, als sie vollendet: “…und fünfzig Cent”.
Um kurz vor 12 Uhr kamen wir im 110 Kilometer von Berlin entfernten Neustrelitz, idyllisch in der Mecklenburger Seenplatte gelegen, an. Vom Ort sahen wir jedoch nicht viel, man wurde durch Schilder auf Umgehungsstraßen zum Stadion geleitet. Vor dem Spiel telefonierte Oliver Griss noch schnell mit Mate Ghvinianidze,
weil in Georgien ja in den letzten Tagen Krieg ausbrach, und Mate um seine Familie zittert. Ich begab mich schließlich in den Gästeblock, wo sich schon die ersten reiselustigen Löwenfans und das Maskottchen der TSG, ein Ziegenbock, eingefunden hatten. Die Neustrelitzer Vereinshelfer waren sehr gastfreundlich, hatten sogar eigens Fanartikel nur für dieses Spiel produzieren lassen. Kein Wunder, für die TSG handelte es sich um den Saisonhöhepunkt.
Dass es für 1860 nur eine lästige Pflichtaufgabe war, merkte man zwar deutlich, aber wie viele Favoriten sind schon in der 1. Runde ausgeschieden? Man denke nur zwei Jahre zurück, als wir in der 1. Pokalrunde in Lübeck scheiterten. Die neue Löwen-Truppe begeisterte uns mit einem Doppelpack in der 23. Minute: Zunächst war es
Benny Lauth, der gleich im 1. Pflichtspiel für Sechzig nach seiner Rückkehr das erste Tor gelang, 70 Sekunden später markierte der 2. Stürmer, Mucki Kucukovic, das 2:0. Wie wir später erfuhren, war das schon der Endstand. Die Fans jubelten ausgelassen, mit einem Sieg in die Saison zu starten, ist immer erleichternd.
Insgesamt ein netter Ausflug ins mecklenburgische Seenland. Gegen 17:20 Uhr verließ ich den Ort des Geschehens wieder mit meinem „Chauffeur“. Am Flughafen Berlin-Tegel unterhielt ich mich sehr nett mit 1860-Cotrainer Uwe Wolf und Torwarttrainer Jürgen Wittmann und bei der Landung in München hatte ich sogar Gelegenheit, kurz mit Benny Lauth zu sprechen. Ich finde super, wie sehr sich alle für die Belange der Löwenfans interessieren, eine große Saison steht uns bevor.

