Landshut siegt in der Verlängerung – Spiel 5 muss über Aufstieg entscheiden
Mittwoch, 23. April 2008
Viel Eishockey-Prominenz (unter ihnen Erich Kühnhackl, Straubing-Manager Jürgen Pfundtner, EHC München-Manager Christian Winkler, Ingolstadts neuer Manager Tobias Abstreiter, SC Riessersee-Spieler Matthias Wikström und EHC München-Torwart Joey Vollmer) sowie knapp 4.000 Zuschauer hatten sich am Dienstagabend in Landshut eingefunden, um das letzte Heimspiel der Cannibals in dieser Saison mitzuerleben.
Im ersten Drittel sah es eher danach aus, dass Kassel an diesem Abend den Aufstieg in die DEL perfekt machen würde. 2:1 hieß es für die Nordhessen nach 20 Minuten.
Die EVL-Fans auf der Tribüne schienen nach den beiden Cannibals-Pleiten (0:6 und 0:5) und dem erneuten Rückstand schon zu resignieren.Im zweiten Drittel drehten die Niederbayern aber das Spiel. Gäste-Torwart Boris Rousson (Torwart der Meistermannschaft der München Barons im Jahr 2000) half dabei kräftig mit. Einmal ließ er die Scheibe nach vorne prallen und Absteiter konnte den Nachschuss verwerten, ein anderes mal traf Hundhammer durch Roussons Beine ins Netz.
Im letzten Drittel kam dann aber noch einmal Spannung auf: Zunächst gelang den Huskies der Ausgleich durch Boisvert, dann bekam Landshut kurz vor Ende der regulären Spielzeit einen Penalty zugesprochen. Dominik Hammer hatte jedoch keine Nerven aus Stahl und vergab die große Siegchance. Normalerweise rächt sich solches Schusspech bitter, nicht so an diesem Abend:
Dem überragenden Mann des Abends, Peter Abstreiter, blieb es vorbehalten, den Puck zum 5:4-Siegtreffer in der 63. Minute im gegnerischen Netz unterzubringen. Die Landshuter Spieler fielen übereinander her, als hätten sie soeben den Aufstieg perfekt gemacht. Die Spieler der Kassel Huskies schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabine. Nun müssen sie nochmal ran:
Am Freitag (19.30 Uhr) kommt es in Kassel zum entscheidenden 5. Spiel der Finalserie. Beide Mannschaften haben die Möglichkeit, den Aufstieg zu schaffen. Im Notfall wird das Spiel solange verlängert, bis ein Tor gefallen ist. Wie man in der DEL neulich gesehen hat, können Spiele dann auch mal fast 7 Stunden dauern.


Ich kann es vorwegnehmen, der EC Bad Tölz schoss die Freiburger Wölfe, aus deren Team namentlich nur ein Spieler mit dem Namen „Wildgruber“ (mit dem Ex-Schirennfahrer Sepp weder verwandt noch verschwägert) herausragte, mit 7:2 aus der Hacker-Pschorr-Arena. Damit fehlt den „Tölzer Buam“ (Durchschnittsalter 23,4 Jahre!) nur noch ein Sieg zur Rückkehr ins Oberhaus des Deutschen Eishockeys, wo man zuletzt vor 2 Jahren mitmischen durfte.
Wer aus frühen Zeiten noch das alte Tölzer Eisstadion, den zugigen Wellblechpalast an der Peter-Freisl-Straße (inzwischen abgerissen) kennt, kann sich in der vor 4 Jahren fertig gestellten Hacker-Pschorr-Arena nur wohl fühlen. Auch viele Prominente honorieren die neue Heimat der Tölzer Löwen, so traf ich gestern den Schauspieler Bernd Helfrich, der nicht nur Fan der Tölzer, sondern auch der Münchner Löwen ist und mit Matthias „Matze“ Imhof einen ehemaligen 1860-Spieler, der zum ersten Mal dort vorbeischaute. Die beiden größten ECT-Edelfans waren gestern leider nicht anwesend, wurden von mir heuer aber bereits in Tölz gesichtet: Schauspieler Ottfried Fischer (auch er ein Doppel-Löwe…) und Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der wenige Kilometer von der Hacker-Pschorr-Arena entfernt (in Wackersberg) ein Ferienhaus besitzt.