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EM 2008: Wer soll diese Holländer schlagen?

Dienstag, 17. Juni 2008

Nachdem ich im Job versuchen musste, für Löwenfans so viele DFB-Tickets wie möglich für die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft zu bekommen, wollte ich aber auch mein eigenes EM-Erlebnis haben und sagte spontan zu, als mir ein Freund, der von der UEFA vier Karten für das Spiel Holland-Frankreich zugelost bekam, zwei Tickets anbot. Und so brachen wir zu zweit am Freitag, dem 13. mit dem Auto auf nach Bern. An der Schweizer Grenze südlich von Bregenz mussten wir die Ausweise herzeigen (die Schweiz ist eben nicht Teil des Schengen-Abkommens), dafür empfingen uns Mädchen in Hot Pants. Leider waren sie keine Grenzbeamten, sondern verteilten Werbezettel für einen Sportwettenanbieter. axel_hollaender_bern.jpgUm 15 Uhr nachmittags kamen wir in Bern an und parkten in Stadionnähe für 27 Schweizer Franken (15 Euro). Dafür bekommt man kleine Stadtpläne in die Hand gedrückt, auf denen man schnell sieht, dass man den Weg in die Stadt (2,5 Kilometer) zu Fuß zurücklegen soll.

In der Innenstadt war alls ORANGE. Zehntausende orangefarbig gekleidete Niederländer verstopften die Straßen und feierten. Ja, was eigentlich? Ich würde sagen: Karneval. Leider haben wir den aus dem Fernsehen bekannten holländischen Fan nicht getroffen, der sich als Ruud Gullit verkleidet. Mit ihm hätte ich mich gerne ablichten lassen.

bern-wankdorf_anzeigetafel.jpgEntgegen meiner sonstigen Gewohnheit begaben wir uns schon zwei Stunden vor Spielbeginn auf unsere Sitzplätze im Stade de Suisse in Bern. Vor dem umgebauten alten Stadion in Bern-Wankdorf haben sie die alte Anzeigetafel aufgestellt, auf der das „Wunder von Bern“ (Ungarn-Deutschland 2:3) nochmals dargestellt wird.

Im Stadion ist alles EM-mäßig sauteuer, zudem verteuert der 1,5:1-Kurs des Schweizer Franken alles, so kostet ein Bier 6 Franken, eine Pizza 9 Franken und für eine Portion Pommes Frites muss man ebenfalls 6 Franken berappen.

Wir saßen zwar nicht mitten im Fanblock der Holländer, aber um uns rum war alles orange. Die Holländer waren sehr nett zu uns, obwohl durch meine 1860-Regenjacke schnell als Deutsche erkennbar waren. Die Mannschaft der Oranjes machte auf dem Rasen auch schnell klar, wer der Herr im Hause ist. Der Torjubel vom 1:0 fand witzigerweise vor unserer Eckfahne statt. holland_torjubel.jpgAngetrieben vom überragenden Wesley Snijder fertigte die Niederlande den Vizeweltmeister Frankreich mit 4:1 ab, da blieb sogar dem in Blau spielenden Roten Franck Ribery die Spucke weg.

Nach dem Spiel kamen wir schnell raus aus dem Parkplatz und waren morgens um 4:30 Uhr wieder zurück in München.


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