Profis 0:0 in Wiesbaden – Amateure 1:1 gegen Bamberg
Donnerstag, 14. Mai 2009Am Dienstag, 12. Mai kam es erneut zu einer fast zeitgleichen Ansetzung der beiden wichtigsten Löwen-Spiele: Während die Profis um 17:30 Uhr in Wiesbaden gegen den SV Wehen antraten, musste die U23 um 18:60 Uhr gegen Eintracht Bamberg im Sechzgerstadion ran. Die Landesinformationsstelle für Polizeieinsätze wollte es so.
Ich einigte mich mit meiner Kollegin Jutta Schnell darauf, dass sie in Wiesbaden vor Ort ist, während ich in München bleiben durfte (nachdem ich neulich alleine in Oberhausen war und sie zuhause Geburtstag feierte).
Die erste Halbzeit aus Wiesbaden schaute ich noch in Premiere im heimischen Löwenbomberstadion an, dann ging ich die paar hundert Meter hinauf nach Obergiesing ins Stadion. Dort waren weniger Löwenfans als sonst versammelt, viele wollten sich das Spiel der 1. Mannschaft noch in einer Kneipe zu Ende anschauen.
Null zu Null war der ernüchternde Endstand. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, würde der Volksmund sagen. Der „Lerchenauer“ Michi bekam von mir ein Amateure-Trikot, das er sich durch viele Busfahrten, die er in den letzten Jahren zu 1860-Spielen organisierte, verdient hatte.
Die Amateure ließen sich dann von den Profis anstecken und trafen ebenfalls das Tor nicht, zur Halbzeit hieß es 1:0 für die Gäste aus Bamberg, ausgerechnet Ex-Löwe Alex Deptalla war das Tor gelungen. Während wir in der Stehhalle zitterten, ob es noch zu einem Remis reichen würde, waren mögliche Konsequenzen aus dem 0:0 der Profis ein Gesprächsthema.Â
Als schon keiner von uns mehr damit gerechnet hatte, fiel plötzlich der verdiente Ausgleich: Sandro Kaiser besorgte per Flugkopfball den 1:1-Endstand.
In der Stadionwirtschaft ließen wir den Abend ausklingen. Dabei waren die Profis dann allerdings kein Gesprächsgegenstand mehr. Der bevorstehende 30. Mai mit der Aktion XXX-Tausend und dem Spiel der Löwen-Amateure gegen die U23 des SC Freiburg waren das beherrschende Thema. Löwenfan Steffi Dilba beteiligte sich am Anruf des Radiosenders Charivari, gemeinsam mit anderen Löwenfans den längsten Fanschal der Welt zu stricken.


Plötzlich gab es am Zaun hinter der Nordkurve Unruhe: Viele junge Fans stürmten an den Zaun, beschimpften die Ordner und rüttelten an den Gitterstäben. Was war passiert? Ein junger Fan hatte eine Werbebande aus dem Zuschauerbereich in den Innenraum weggetreten und war von den Ordnern ermahnt worden. Als er jedoch nicht aufhörte, gegen die rote Werbebande zu treten, zog ein Ordner des 1860-Ordnungsdienstes den jungen Mann in den Innenraum, um dessen Tun zu unterbinden. Dies wiederum sorgte natürlich für Unruhe in der Nordkurve. Weitere Werbebanden wurden aufgrund dessen aus den Verankerungen getreten.
Ich hatte nach Spielende noch Gelegenheit, mit Mitarbeitern der IMG, der Vermarktungsgesellschaft des TSV 1860 München zu sprechen. Sie haben die Aufgabe, den Sponsoren die vertragsgemäß zugesagte Präsenz der Werbebanden, vor allem bei einem Live-Spiel im frei empfangbaren Fernsehen (das DSF übertrug das Spiel), über die volle Spieldauer zu gewährleisten. Die Argumentation einiger Fans, dass die Aufmerksamkeit auf die Trenkwalder-Werbebande sich durch den Vorfall erhöht habe, können die IMG-Mitarbeiter leider nicht übernehmen, denn sie sind an die Vertragsbedingungen gebunden.