4:0 gegen Aue – Halfar schießt ein Tor wie Weltstar Raúl

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In den vergangenen Jahren tat sich Erzgebirge Aue in München bei 1860 immer sehr schwer, nur einmal erzielten die Westsachsen überhaupt ein Tor, einmal gabs ein 0:4, einmal sogar ein 0:5. Nun kamen die Veilchen erneut zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in die Allianz Arena: 1860 hatte eine Woche zuvor in Cottbus mit dem 5:0 den höchsten Löwen-Zweitligasieg gegen Aue aus dem Jahr 2007 eingestellt.

Rund 2.000 Auer Fans fanden sich im Gästeblock ein. Sie waren wie immer lauter als einige andere Fangruppen in Deutschland, warum das so ist, ist mir ein Rätsel. Die Löwen begannen wie die Feuerwehr. Nach zehn Minuten traf Daniel Halfar aus 12 Metern mit links bereits zum 1:0 ins lange Eck. Damit war den Löwen das gelungen, was letzte Saison in 180 Minuten gegen den FC Erzgebirge nicht gelang: Ein Tor!

Kurz vor der Halbzeit wurde es dann galaktisch: Bierofka passte in die Tiefe auf den gestarteten Halfar, der einer Auer an der Strafraumgrenze austanzte und anschließend den Ball aus zehn Metern über dem herausstürzenden Männel zum 2:0 ins Netz lupfte (45.). Kurz danach ertönte der Pausenpfiff. Ungläubige Löwenfans staunten: Genau so hatte der spanische Weltstar Raúl am Tag zuvor ein Tor für Schalke 04 gegen den 1. FC Köln erzielt.

In der 2. Halbzeit dauerte es bis zur 69. Minute, ehe Benny Lauth die endgültige Entscheidung herbeiführte. Nach einem Zuspiel von Rukavina nahm er den Ball zwei Meter vorm Strafraum an, legte ihn sich vor dem nur halbherzig angreifenden Lachheb vom rechten auf den linken Fuß und traf mit einem platzierten Flachschuss unten links zum 3:0 ins Netz.

Manuel Schäffler blieb es ein paar Minuten später vorbehalten, den Ball ins leere Tor zu schieben und damit zum Endstand von 4:0 im Tor zu versenken. Die Löwenfans lagen sich in den Armen. “So ein Tag so wunderschön wie heute.”

Bemerkenswert noch der Versprecher von Stadionsprecher Stefan Schneider in der 66. Minute, als er eine Auswechslung der Gäste durchsagen musste und statt “Aue” aus Versehen “Cottbus” sagte. Kein Wunder, bei so vielen hohen Siegen gegen Teams aus der ehemaligen DDR, einen Tag nach dem 50. Jahrestag des Baus der Mauer, da kann man schon mal durcheinander kommen.

“Entschuldigen” im wahrsten Sinne des Wortes möchte ich mich bei allen Besuchern des Fanraumes übrigens dafür, dass es diesmal nur warmes Bier gab. Der Grund: Wegen der Bauarbeiten am nebenliegenden FC Bayern-Museum wurde der Stromkasten, der auch die Verteilung für den 1860-Fanraum steuert, ersatzlos herausgerissen. Wie die Hausmeister der Allianz Arena mir versicherten, soll bis zum nächsten Spiel gegen Union Berlin am 28. August eine provisorische Stromversorgung bereitgestellt werden.