Die Sturmannshöhle Obermaiselstein - Hacker-Pschorr Bräu München
 
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Die Sturmannshöhle Obermaiselstein

120 Millionen Jahre Geschichte findet man selten auf einem Fleck. Teile der Sturmannshöhle Obermaiselstein reichen aber wirklich so weit in die Geschichte zurück. Es gibt also viel zu erkunden in der einzig begehbaren Höhle des Allgäus.

Donnernde Wassermassen

Man geht davon aus, dass die Sturmannshöhle aus der Kreidezeit stammt. Ihr heutige Form erhält sie aber wohl erst vor 35 Millionen Jahren, als noch einmal Faltungen und Verschiebungen in der Erde stattfinden. In den vergangenen 2 Millionen Jahren erfolgt dann der "letzte Schliff", als sandhaltige Wassermassen durch die Höhle donnern und den Kalkstein nicht nur abschleifen, sondern auch Schlote und Kolke in die Höhle fressen.
Vom Schmelz- oder Regenwasser, das durch die Höhle rauscht, erhält die Höhle auch ihren Namen: Ursprünglich hieß die Sturmannshöhle "Sturmatzaloch", wobei "Sturmatz" im Mittelhochdeutschen wohl soviel wie "Getöse" bedeutet.
Das Getöse fällt in heutiger Zeit weniger groß aus. Trotzdem fließt immer noch ein Höhlenbach durch die Sturmannshöhle, verschwindet dann im Berg und tritt dann 300 Meter weiter als "Fallenbach" wieder ans Tageslicht hervor.

Pfarrer, Lehrer und Schuster gegen Drachen und Pudel

Ab dem Jahr 1815 erfolgen die ersten Versuche, die Sturmannshöhle zu erforschen. Die Dunkelheit und viele Engstellen bringen aber diverse Expeditionen zum Scheitern. Dazu kämpft man nicht nur gegen die Finsternis an, sondern auch gegen Legenden von einem Drachen, der in der Höhle hausen soll oder dem schwarzen Höhlenpudel.
Auch ohne das Zutun dieser grausigen Sagenfiguren finden so manche Forscher beinahe ihr Ende in der Finsternis der Sturmannshöhle. So wird vom Revierförster Wacker im Jahre 1847 berichtet, dessen Begleiter im Eingangsbereich ein Feuerchen machten, an dem Wacker im Inneren der Höhle beinahe erstickt wäre.
Erst 1904 gelang es einer Gruppe Obermaiselsteiner, mit Hilfe neuartiger, mobiler Lampen, die Höhle tiefer zu erkunden: So war es diese Gruppe, bestehend aus Pfarrer, Lehrer, Schuster, Schmied und einigen Landwirten, die einen Bergführer in die Tiefe abseilten. Dort konnte dieser dann als einer der ersten Menschen einen Blick auf den Höhlenbach erhaschen.
Damit war der Startschuss für die Erschließung der Höhle gefallen und es bildete sich 1904 der Höhlenbauverein mit dem Ziel, die Höhle der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So erstand man nicht nur Nutzungsrechtem sondern baute auch Zugangswege, Treppen und Geländer, so dass 1905 bereits die ersten Besucher bei Kerzenlicht in die Höhle spazieren können. Nachdem bereits im ersten Jahr über 3.000 Gäste verzeichnet werden, stattet man die Höhle 1906 mit elektrischer Beleuchtung in Form von 140 Glühlampen aus. Damit hatte man in der Höhle schon elektrisches Licht, als dies bei den Bewohnern von Obermaiselstein noch lange nicht der Fall war.

Faszinierendes unter und über Tage

Heute bietet die Sturmannshöhle diverse Spalte, Schächte und Kessel. Man dringt etwa 300 Meter tief in den Berg ein und bewältigt auf Stein- und Metalltreppen einen Höhenunterschied von 74 Metern. So bekommt man einen Eindruck von den Naturgewalten, die da mit großer Kraft und unermüdlicher Beständigkeit am Werk waren, um die Höhle in ihrer heutigen Form in das Gestein zu fressen.
Das ganze Jahr über herrscht in der Höhle übrigens eine Temperatur von konstant 4°Celsius, so dass man also auch bei Sonnenschein im Freien mit warmer Kleidung zur Höhlentour antreten sollte.
Neben der faszinierenden Höhlenwelt gehört auch der "Obermaiselsteiner Sagenweg" im Freien zum Ensemble der Sturmannshöhle. Bei verschiedenen Stationen entlang des Spazierweges, der schön schattig durch den Wald und über Wiesen führt, lernt man da Legenden und Mythen, die zur Sturmannshöhle gehören, kennen. Außerdem werden auch traditionelle und geologische Aspekte, die dabei mit hineinspielen, angesprochen.


Bilder:
© http://www.sturmannshoehle.de/
© http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Fschuetz
Addresse:
Obermaiselstein Tourismus
Am Scheid 18
87538 Obermaiselstein

Tel.: 08326-277
Fax: 08326-9408

Eintrittspreise:
Erwachsene € 3,50
Ermäßigt € 2,00

Kinder unter 5 Jahren frei.
Hunde sind leider nicht erlaubt.

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